Flughafengesellschaft fordert modifizierte
Handhabung
|
Meldung: Fraport AG, Ausgabe
53/2016, 24. 07. 2016 |
|
|
Sind
die Frankfurter dem internationalen Ansturm noch gewachsen? Oder
ist die Stadt nach Brexit jetzt schon überfordert? Während sich
der Verkauf des Flughafen Hahn im Hunsrück weiter hinzieht,
steht es um den Kasseler Flughafen auch nicht besser.
Am Freitag, 22. Juli, wurden kurzfristig 25 Flüge auf dem
Frankfurter Flughafen annulliert. 7.000 Passagiere sind in
Frankfurt gestrandet. Auf die Forderungen der Bürgerinitiativen
nach mehr Lärmschutz für die Bevölkerung wird dagegen keinerlei
Bezug genommen. Das ist schade!Aufgrund ungewöhnlich
langanhaltender Gewittertätigkeit musste am Freitagabend
mehrmals die Abfertigung aus Sicherheitsgründen teilweise über
eine Stunde eingestellt werden. Die Gefahr durch Blitzeinschläge
für die Beschäftigten auf dem Vorfeld war zu groß. Kurz vor der
Nachtfluggrenze um 23 Uhr musste zuletzt die Abfertigung
eingestellt werden. Darüber hinaus konnte temporär eine
Startbahn wegen im Süden des Platzes stehender Gewitterzellen
nicht genutzt werden.
Dadurch kam es zu so massiven Verzögerungen, dass trotz
erteilter 76 Ausnahmen vom Nachtflugverbot bis 24 Uhr nicht alle
Luftfahrzeuge von Frankfurt aus starten konnten. Obwohl die
Passagiere in den Flugzeugen schon bis zu einer Stunde auf dem
Vorfeld auf den Start warten mussten, gab es keine erweiterte
Genehmigung für einen Start nach 24 Uhr. So mussten insgesamt 25
Maschinen - darunter auch zahlreiche Langstreckenflüge - mit
insgesamt rund 7.000 Passagieren wieder zurück auf die
Positionen. Dort stiegen die Passagiere unter teils heftiger
Kritik und großem Widerstand wieder aus. Viele hundert
Passagiere mussten anschließend die Nacht auf Feldbetten oder
den Sitzbänken am Flughafen verbringen.
„Eine
modifizierte Nachtflughandhabung mit nur 30 Minuten verlängerten
Startgenehmigungen hätte in so einem Ausnahmefall schon
geholfen, da alle Maschinen bereits startbereit vor den Bahnen
warteten. Die Passagiere reagierten eindeutig und zu Recht mit
Kritik auf dieses unverhältnismäßige Vorgehen“, beschreibt
Anke Giesen, Vorstand Operations der Fraport AG, die
Situation am Freitag. „Gerade in der Sommerferien-Zeit waren
viele Familien mit kleinen Kindern betroffen, die unter nicht
einfachen Verhältnissen die Nacht in den Terminals verbringen
mussten und alles andere als einen guten Start in die schönste
Zeit des Jahres hatten. Aber auch unsere internationalen Gäste
reagierten mit Kopfschütteln und teils harter Kritik an dieser
im internationalen Vergleich schlechten Behandlung. Wir können
die Kritik und den Unmut verstehen und fordern im Sinne unserer
Gäste eine modifizierte Handhabung der Nachtflugregeln in
solchen Ausnahmesituationen. Unter Zuständen wie an diesem
Wochenende leidet nicht nur die Reputation unseres Flughafens.
Auch unser Ruf als gastfreundliches Land wird beschädigt und
wenn das häufiger passiert, werden Reisende künftig Frankfurt
meiden. Im Interesse unserer Gäste fordern wir daher die
politisch Verantwortlichen auf, in einen konstruktiven Diskurs
über Lösungsmöglichkeiten für eine moderate Handhabung der
Nachtflugregeln in Frankfurt mit uns einzutreten“, bekräftigt
Giesen.
Die Beschäftigten aller beteiligten Unternehmen und Behörden
haben in der Nacht von Freitag auf Samstag unverzüglich
Maßnahmen zum Aufbau einer Grundversorgung für die Reisenden
ergriffen. So waren Mitarbeiterteams der Fraport AG in den
Terminals unterwegs, um den Passagieren mit Rat und Tat zur
Seite zu stehen, sowie Snacks und Getränke zu verteilen. Die
Flughafen-Feuerwehr hat kurzfristig 380 Feldbetten aufgebaut.
Die Flughafen-Kantine hat den Betrieb mitten in der Nacht noch
einmal aufgenommen, um Essen und Getränke für die in den
Terminals verbliebenen Reisenden auszugeben. Wetter- und
umlaufbedingt kam es durch die Annullierungen am Freitag auch am
Folgetag zu Verzögerungen und fast 150 Flugausfällen.
„Es ist dem Einsatz aller Flughafen-Beschäftigten und der
Polizeibeamten zu verdanken, dass die Situation nicht weiter
eskaliert ist. Den vielen Kolleginnen und Kollegen gilt ein
besonderer Dank. Darüber hinaus bitten wir alle Reisenden, die
entstandenen Unannehmlichkeiten zu entschuldigen", wendet sich
Anke Giesen abschließend an die Beschäftigten und Reisenden.
Im Zusammenhang mit dem Nachtflugverbot am Frankfurter
Flughafern befassen sich mehrere Bürgerinitiativen und Vereine mit der Problematik:
Siehe auch:
Der Frankfurter Süden braucht 8 Stunden
Ruhe in der Nachtt
Siehe auch:
„Allianz für Lärmschutz“ gibt's nur in
den Schaltjahren
|