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Modernste Technik in alter
Bausubstanz: Die revitalisierten
„Schwabinger Gerberhöfe“ in München
erreichen heute die Energieeffizienzklasse
A+.
© Edzard Probst /
HAUSTEIN
IMMOBILIEN |
Hohe Heizkosten im Winter, überhitzte Wohnungen im
Sommer: Der Modernisierungsdruck auf viele ältere
Wohngebäude steigt. Gefragt sind nicht nur eine bessere
Wärmedämmung und effiziente Heiztechnik, sondern auch
ein wirksamer Hitzeschutz und gegebenenfalls eine
zusätzliche Kühlung. Gleichzeitig stellen hohe Baukosten
und zunehmend strengere energetische Anforderungen
Eigentümer und Projektentwickler vor eine grundlegende
Frage: Lohnt sich eine umfassende Sanierung oder ist ein
Abriss mit anschließendem Neubau wirtschaftlich
sinnvoller? Die Antwort hängt von weit mehr als den
reinen Baukosten ab. Und auch für Kaufinteressenten
stellt sich eine entscheidende Frage: Woran lässt sich
erkennen, ob eine Bestandsimmobilie tatsächlich
hochwertig saniert oder lediglich optisch aufgewertet
wurde?
Wie aufwendig
und zugleich wirtschaftlich sinnvoll eine umfassende
Revitalisierung sein kann, zeigen die „Schwabinger
Gerberhöfe“ in der Sailerstraße 11 bis 15 in München.
Auf dem rund 6.000 Quadratmeter großen Areal einer 1902
errichteten ehemaligen Lederfabrik hat die HAUSTEIN
IMMOBILIEN GmbH zwei Wohngebäude aus den 1960er-Jahren
entkernt und energetisch auf A+-Niveau gebracht. Die 89
Einheiten werden nun sukzessive an Eigennutzer und
Kapitalanleger verkauft. Bestehende Mietverhältnisse
bleiben unangetastet.
Warum sich das Familienunternehmen gegen Abriss und
Neubau entschieden hat, welche technischen und
wirtschaftlichen Herausforderungen die Revitalisierung
mit sich brachte und worauf Käufer sanierter
Bestandsimmobilien achten sollten, erläutert Maximilian
Münch, geschäftsführender Gesellschafter von HAUSTEIN
IMMOBILIEN, im Interview.
„Ein Abriss hätte uns ein ganzes Gebäude gekostet.“
Herr
Münch, auf dem Areal der „Schwabinger Gerberhöfe“
treffen heute drei Zeitebenen aufeinander: die
historische Lederfabrik aus den 1900er-Jahren, die
revitalisierten Wohngebäude aus den 1960ern im Innenhof
und modernste energetische Gebäudetechnik. Wie schwierig
war es, diesen sehr unterschiedlichen Bestand technisch
und architektonisch in die Gegenwart zu überführen, ohne
die Identität des Ortes zu verlieren?
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Maximilian Münch
(c) HAUSTEIN IMMOBILIEN
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Maximilian
Münch: Eine Kernsanierung ist oft deutlich komplexer als
ein Neubau, weil man mit den vorhandenen Strukturen
arbeiten muss. Gleichzeitig wollten wir die Identität
des Ortes bewahren und den Gebäuden eine neue Qualität
geben. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem
Architekturbüro Benz & Ziegler ein Gestaltungskonzept
entwickelt, das die revitalisierten Wohngebäude mit den
historischen Fabrikbauten verbindet. Unser Ziel war es,
die Geschichte des Areals sichtbar zu lassen und
gleichzeitig zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen.
Wann ist
eine Sanierung wirtschaftlich sinnvoller als ein Neubau?
Und warum haben Sie sich bei den „Schwabinger
Gerberhöfen“ für den Erhalt der Bestandsgebäude
entschieden?
Ob sich eine
Sanierung lohnt, hängt vor allem vom Zustand der
Bausubstanz, den baurechtlichen Rahmenbedingungen und
dem Entwicklungspotenzial des Grundstücks ab. Steht
beispielsweise auf einem großen Grundstück lediglich ein
kleines Einfamilienhaus, obwohl dort ein wesentlich
größeres Mehrfamilienhaus errichtet werden könnte, ist
ein Neubau unter Umständen die wirtschaftlich bessere
Lösung. Umgekehrt können beim Abriss bestehende
Baurechte verloren gehen, da für einen Neubau andere
Anforderungen gelten.
Genau das war
bei den „Schwabinger Gerberhöfen“ ein entscheidender
Punkt. Wir haben einen Neubau durchaus geprüft.
Hinsichtlich der Baukosten wäre dieser nicht teurer
gewesen und wir hätten mehr gestalterische Freiheiten
gehabt. Allerdings hätten wir das rückwärtige Gebäude
nach heutigem Baurecht nicht mehr in seiner bisherigen
Form errichten dürfen. Allein dadurch wären schon rund
40 Prozent der heutigen Gesamtwohnfläche entfallen.
Hinzu kommt,
dass moderne Anforderungen an den Schall- und
Wärmeschutz dickere Decken- und Bodenaufbauten
erforderlich machen. Da wir das Vorderhaus aber nicht
höher hätten bauen dürfen, hätten wir bei einem Neubau
ein vollständiges Geschoss verloren. Wirtschaftlich war
der Erhalt der Bestandsgebäude deshalb eindeutig die
bessere Entscheidung.
Wie groß
war die Herausforderung, mit den bestehenden, sicher
schlankeren Deckenkonstruktionen aus den 1960er-Jahren
gleichzeitig moderne Anforderungen an Schallschutz und
Wohnkomfort zu erfüllen?
Das war eine
der größten technischen Herausforderungen. Wir mussten
moderne Anforderungen an Schallschutz, Fußbodenheizung
und Wohnkomfort erfüllen, ohne die Konstruktionen
wesentlich zu verstärken. Deshalb kamen spezielle und
damit auch kostenintensive Systeme mit niedrigen
Aufbauhöhen und hochwertige Dämmmaterialien zum Einsatz.
Unsere stichprobenartigen Messungen in unmöblierten
Wohnungen haben dann gezeigt: Der Mindestschallschutz
wird an allen diesen Messpunkten eingehalten. In vielen
Fällen erreichen wir sogar das Niveau eines erhöhten
Schallschutzes. Das ist keineswegs selbstverständlich,
da der erhöhte Schallschutz selbst im Neubau kein
Pflichtstandard ist.
Asbest,
Schallschutz und Sonderlösungen:
Die eigentlichen Herausforderungen lagen im Bestand
Welche
baulichen oder technischen Herausforderung gab es
während der fünfjährigen Transformation noch?
Herausfordernd war auch, die modernen Anforderungen an
Wohnungsbau mit den statischen Gegebenheiten eines
Gebäudes aus den 1960er-Jahren in Einklang zu bringen.
Wir mussten mit leichten, platzsparenden Systemen
arbeiten, um die vorhandenen Strukturen nicht zu
überlasten und gleichzeitig heutige Standards zu
erreichen.
Hinzu kam die
Asbestsanierung. Wie bei vielen Gebäuden aus dieser Zeit
wurde auch hier Asbest verbaut. Die vollständige und
fachgerechte Entfernung war technisch anspruchsvoll und
mit erheblichen Kosten im sechs- bis siebenstelligen
Bereich verbunden.
Was war an
der Asbestsanierung so aufwändig?
In unserem
Fall war der Bodenaufbau kontaminiert. Asbest befand
sich im Kleber unter den Bodenbelägen und teilweise in
den angrenzenden Schichten. Bevor die eigentliche
Revitalisierung beginnen konnte, mussten diese
Materialien vollständig entfernt werden.
Der Aufwand
ist enorm. Das gesamte Gebäude wird unter Unterdruck
gesetzt und praktisch von der Außenwelt abgeschottet,
damit keine belasteten Partikel nach außen gelangen
können. Die Arbeiter tragen spezielle Schutzausrüstung,
durchlaufen Schleusen und unterliegen strengen
Sicherheitsvorschriften. Hinzu kommt, dass sämtliche
belasteten Materialien als Sondermüll entsorgt werden
müssen. Das ist technisch anspruchsvoll, zeitintensiv
und verursacht hohe Kosten. Gleichzeitig ist diese
Sorgfalt unverzichtbar, weil sie die Grundlage für eine
sichere und nachhaltige Revitalisierung schafft.
Die
Revitalisierung hat bereits 2016 begonnen und war Ende
2021 abgeschlossen – lange vor Ukraine-Krieg,
Energiekrise und den heutigen Debatten über
Versorgungssicherheit und Energiekosten. Warum haben Sie
das Thema Energieeffizienz bereits damals so stark in
den Mittelpunkt gestellt?
Das Thema hat
mich schon lange beschäftigt. Bereits während meines
Studiums und später auch für meine Masterarbeit habe ich
mich intensiv mit Energieeffizienz und Energietechnik
auseinandergesetzt. Uns war früh klar, dass sich viele
energetische Maßnahmen aufgrund der hohen Investitionen
zwar nicht kurzfristig rechnen, aber über lange
Zeiträume erhebliche Vorteile bieten.
Da die
Gebäude ursprünglich langfristig im Familienbestand
bleiben sollten, haben wir bewusst nicht in Quartalen
oder Jahren gedacht, sondern in Jahrzehnten. Deshalb
haben wir bei vielen Entscheidungen eher die
langfristige Werthaltigkeit als die kurzfristige Rendite
in den Vordergrund gestellt.
Können Sie
sagen, welcher Anteil der Gesamtinvestition allein in
energetische Maßnahmen geflossen ist?
Eine exakte
Abgrenzung ist schwierig, weil viele Baumaßnahmen
mehrere Funktionen erfüllen. Klar ist aber, dass wir
über einen siebenstelligen Betrag sprechen. Allein im
vergangenen Jahr haben wir beispielsweise noch einmal
gut 300.000 Euro für eine neue Ladeinfrastruktur und
eine Solarthermie-Anlage auf dem Rückgebäude investiert.
Gerade bei der Solarthermie war der bauliche Aufwand
groß: Wir mussten unter anderem neue Leitungen vom Dach
bis in den Heizungsraum verlegen, Fassaden öffnen und
Gerüste stellen.
Energieeffizienz ist heute eines der drei wichtigsten
Kaufkriterien
Welche
energetische Qualität hatten die Gebäude ursprünglich –
und wie groß ist der Unterschied zum heutigen
A+-Standard konkret?
Die
ursprüngliche Energieeffizienzklasse lässt sich heute
nicht mehr exakt bestimmen. Realistisch betrachtet hat
sie sich aber vermutlich im Bereich G bewegt,
wahrscheinlicher ist sogar H. Also sehr schlecht.
Verbaut waren beispielsweise noch die ursprünglichen
Fenster aus dem Jahr 1962 sowie eine alte Ölheizung.
Heute erreichen die Gebäude die Energieeffizienzklasse
A+. Der Unterschied ist enorm und liegt beim
Energiebedarf um ein Vielfaches niedriger als im
ursprünglichen Zustand.
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Wohnung 120qm, Rückgebäude,
Wohnzimmer-Kueche möbliert, KI-gestützte
Visualisierung
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Viele
Käufer achten primär auf Kaufpreis und Lage. Wird die
Energieeffizienz einer Immobilie aus Ihrer Sicht künftig
zu einem ähnlich wichtigen Entscheidungskriterium?
Aus meiner
Sicht ist sie das bereits. Kaufpreis und Lage bleiben
natürlich die wichtigsten Faktoren. Direkt dahinter hat
sich die Energieeffizienz aber längst als zentrales
Entscheidungskriterium etabliert. Das sieht man auch am
Markt: Selbst in vergleichbaren Lagen unterscheiden sich
die Kaufpreise heute deutlich stärker danach, in welchem
energetischen Zustand sich ein Gebäude befindet.
Gibt es
technische Maßnahmen in den „Schwabinger Gerberhöfen“,
die besonders unterschätzt sind, obwohl sie langfristig
enormen Einfluss auf Betriebskosten und Werthaltigkeit
haben?
Ja,
beispielsweise die Wohnungseinzelstationen. Sie
ermöglichen jeder Wohnung eine individuelle Regelung von
Heizung und Frischwassertemperatur, obwohl das Gebäude
über eine zentrale Heizungsanlage verfügt. Der Nutzer
erhält damit einen Komfort, der sonst eher einem
Einfamilienhaus entspricht. Gleichzeitig entfallen
bestimmte Prüfpflichten, etwa im Bereich Legionellen.
Ein weiterer
Punkt sind die Klimaanlagen in den
Dachgeschosswohnungen. Viele Käufer unterschätzen,
welche Rolle das Thema Kühlung künftig spielen wird.
Durch die gute Dämmung halten sich die Betriebskosten
für die Klimaanlagen wiederum in Grenzen, während der
Wohnkomfort insbesondere in heißen Sommern deutlich
steigt.
Nicht
sanierte Immobilien verlieren an Attraktivität
Sie sprechen
von langfristig niedrigen Energiekosten. Können Sie
anhand eines konkreten Rechenbeispiels erklären, wie
sich eine Wohnung in den „Schwabinger Gerberhöfen“
energetisch und finanziell von anderen modernen
Wohngebäuden unterscheidet?
Wir haben
dazu verschiedene Szenarien miteinander verglichen.
Dabei zeigt sich, dass die Betriebskosten unseres
Rückgebäudes selbst im Vergleich zu einem modernen
Neubau mit Energieeffizienzklasse A, Wärmepumpe und
Solardach noch einmal rund 30 Prozent niedriger liegen
können. Im Vergleich zum ursprünglichen, unsanierten
Bestand bewegen wir uns sogar in einer Größenordnung von
80 bis 90 Prozent geringeren Energiekosten.
Mit
welchen konkreten Einsparungen bei den Energiekosten
können Eigennutzer im Alltag realistisch rechnen?
Das hängt
stark von den Bewohnern ab. Der größte Einflussfaktor
ist am Ende nicht das Gebäude, sondern das
Nutzerverhalten. In der Praxis sehen wir bei
vergleichbaren Wohnungen teilweise Unterschiede um den
Faktor sechs oder sieben – je nachdem, wie viel geheizt
wird oder wie hoch der Warmwasserverbrauch ist. Deshalb
wäre es unseriös, einen festen Euro-Betrag zu nennen.
Klar ist aber: Je energieeffizienter das Gebäude, desto
geringer fallen die Auswirkungen eines hohen
Energieverbrauchs aus.
Erwarten
Sie, dass Käufer künftig stärker bereit sind, für
energetisch hochwertige Wohnungen höhere Preise zu
bezahlen? Oder anders gefragt: Würden Sie sagen, dass
energetisch schlechte Immobilien künftig ein echtes
Wertproblem bekommen könnten?
Ich glaube
weniger, dass Käufer heute bereit sind, für energetisch
gute Immobilien deutlich mehr zu bezahlen. Vielmehr
beobachten wir das Gegenteil: Für energetisch schlechte
Immobilien sind viele Käufer nicht mehr bereit, die
Preise zu zahlen, die vor einigen Jahren noch erzielt
wurden.
Aus meiner
Sicht wird Energieeffizienz zunehmend als
selbstverständlicher Qualitätsstandard wahrgenommen. Wer
diesen Standard nicht erfüllt, muss mit Preisabschlägen
rechnen. Deshalb sehe ich weniger einen Aufschlag für
gute Gebäude als vielmehr ein wachsendes
Wertverlustrisiko für energetisch schwache Immobilien.
Werterhalt
beginnt lange vor der nächsten Sanierung
Warum
lohnt sich die Investition in eine energetisch
hochwertige Wohnung aus Ihrer Sicht sowohl für
Eigennutzer als auch für Kapitalanleger langfristig
wirtschaftlich – und welche Rolle spielen dabei Aspekte
wie Betriebskosten, Vermietbarkeit und Werterhalt?
Sowohl
Eigennutzer als auch Kapitalanleger profitieren von
demselben Grundprinzip: Niemand möchte eine Immobilie
besitzen, die in einigen Jahren hohe Nachinvestitionen
erfordert. Bei energetisch schwächeren Gebäuden stehen
früher oder später oft neue Fenster, Fassadendämmungen,
Heizungsanlagen oder weitere Sanierungsmaßnahmen an. Das
kann schnell Kosten im fünfstelligen Bereich pro
Wohneinheit verursachen.
Hinzu kommen
die laufenden Betriebskosten. Für Kapitalanleger ist das
besonders relevant, weil Mieter immer ein begrenztes
Budget zur Verfügung haben. Je höher die Nebenkosten
ausfallen, desto geringer ist oft die Kaltmiete, die
sich langfristig am Markt durchsetzen lässt.
Energieeffiziente Gebäude bieten deshalb Vorteile bei
Werterhalt, Vermietbarkeit und laufenden Kosten.
Gibt es
Investitionen, die Sie vorgenommen, obwohl sie sich
kurzfristig wirtschaftlich nicht rechnen?
Viele unserer
Entscheidungen waren auf langfristige Qualität ausgelegt
und rechnen sich kurzfristig betrachtet nicht zwingend.
Ein gutes Beispiel ist die Haustechnik: Bei den
Heizungsleitungen haben wir uns für Edelstahl
entschieden. Das ist zwar deutlich teurer als klassische
Alternativen, hält dafür aber praktisch ein ganzes
Gebäudeleben lang. Beim Trinkwasser haben wir uns ganz
bewusst für das Rohrleitungssystem Sanipex JRG
entschieden. Diese Verbindungen sind komplett
totraumfrei, sodass nirgendwo Wasser stehen bleiben
kann. Bei der Trinkwasserhygiene und der Gesundheit der
Bewohner wollten wir schlichtweg keine Kompromisse
eingehen.
Auch bei den
Fenstern haben wir bewusst auf hochwertige
Aluminiumfenster gesetzt, die bis zu 20 Jahre länger
halten als die viel günstigeren Kunststofffenster.
Solche
Investitionen werden von Käufern häufig gar nicht
unmittelbar wahrgenommen. Langfristig machen sie jedoch
einen erheblichen Unterschied, weil sie langlebiger sind
und spätere Instandhaltungs- oder Austauschkosten
reduzieren. Genau darin liegt aus unserer Sicht
nachhaltige Werthaltigkeit: nicht in der günstigsten
Lösung, sondern in der dauerhaft besseren.
Darauf sollten Käufer beim Erwerb von sanierten
Wohnungen achten
Welche
Qualitäten einer Immobilie erkennen Käufer sofort – und
welche zeigen sich erst im Alltag?
Bei einer
Besichtigung überzeugen zunächst einmal hochwertige
Materialien, moderne Bäder, gute Lichtverhältnisse und
eine durchdachte Raumaufteilung. Die tatsächliche
Qualität zeigt sich jedoch häufig erst nach dem Einzug,
beispielsweise beim Schallschutz, beim Raumklima oder
bei den Heizkosten. Deshalb sollten Kaufinteressenten
zwischen einer rein optischen Renovierung und einer
umfassenden technischen Sanierung unterscheiden. Neue
Fliesen und Armaturen bedeuten schließlich nicht, dass
auch sämtliche Wasserleitungen oder die
Elektroinstallation erneuert wurden. Teilweise werden
aus Kostengründen lediglich einzelne Leitungsabschnitte
ausgetauscht, während ältere Installationen weiterhin im
Gebäude verbleiben. Ähnliches gilt für die
Elektroinstallation. Ich rate daher, sich den Umfang der
durchgeführten Sanierungsmaßnahmen genau erläutern und
möglichst auch dokumentieren zu lassen. Welche Leitungen
wurden erneuert? Welche technischen Anlagen wurden
modernisiert? Welche Maßnahmen wurden am
Gemeinschaftseigentum durchgeführt und welche stehen
möglicherweise noch bevor?
Was
sollten Käufer außerdem beachten, wenn sie eine sanierte
Wohnung als Kapitalanlage erwerben möchten?
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Wohnung 120qm,
Rückgebäude, Dachterrasse möbliert,
KI-gestützte Visualisierung |
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Neben der
Lage, dem Kaufpreis und der baulichen Qualität ist bei
einer solchen Investition vor allem die langfristig
erzielbare Miete entscheidend. Dabei spielt der Umfang
der Sanierung eine wichtige Rolle.
Denn bei der
ersten Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung
kann eine Ausnahme von der Mietpreisbremse gelten. Laut
der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist dafür
unter anderem ein wesentlicher Bauaufwand erforderlich.
Als Orientierung gilt, dass die Modernisierungskosten
mindestens ein Drittel der Kosten einer vergleichbaren
Neubauwohnung ohne Grundstücksanteil erreichen müssen.
Dabei zählen nicht sämtliche Sanierungskosten
automatisch als Modernisierungskosten. Insbesondere
reine Instandhaltungsmaßnahmen müssen entsprechend
abgegrenzt werden. Außerdem muss die Wohnung in
wesentlichen Bereichen einen mit einem Neubau
vergleichbaren Zustand aufweisen.
Für
Kapitalanleger ist diese Unterscheidung besonders
relevant, da eine umfassende Modernisierung bei der
anschließenden Erstvermietung größere Spielräume bei der
Vereinbarung der Ausgangsmiete eröffnet. Voraussetzung
ist allerdings, dass der Vermieter den Mieter vor
Vertragsabschluss entsprechend den gesetzlichen Vorgaben
informiert. Wird zusätzlich eine Indexmiete vereinbart,
sind spätere Mietanpassungen entsprechend der
Entwicklung des Verbraucherpreisindexes unter den
gesetzlichen Voraussetzungen möglich.
Kapitalanleger sollten jedoch nicht nur prüfen, welche
Miete rechtlich zulässig und langfristig am Markt
erzielbar ist. Ebenso wichtig sind die Dokumentation der
Sanierungsmaßnahmen, der Zustand des
Gemeinschaftseigentums und die vorhandenen
Erhaltungsrücklagen. Denn selbst eine hochwertig
sanierte Wohnung kann sich als problematische
Kapitalanlage erweisen, wenn beispielsweise größere
Investitionen am Dach, an der Fassade oder an der
Heizungsanlage anstehen und die entsprechenden Rücklagen
fehlen.
Über die
HAUSTEIN IMMOBILIEN GmbH
Die HAUSTEIN IMMOBILIEN GmbH ist ein Familienunternehmen
aus München, dessen Wurzeln bis ins späte 19.
Jahrhundert zurückreichen. Das Unternehmen erwirbt,
revitalisiert und bewirtschaftet Wohn- und
Gewerbeimmobilien im eigenen Bestand in guten und sehr
guten Lagen Münchens.
Im Fokus
steht dabei ein konsequenter Bestandshalter-Ansatz: Alle
Immobilien werden mit dem Anspruch entwickelt und
modernisiert, sie langfristig im eigenen Portfolio zu
halten. HAUSTEIN IMMOBILIEN setzt daher auf eine
hochwertige Bausubstanz, nachhaltige Investitionen und
langfristige Werthaltigkeit statt auf kurzfristige
Renditeoptimierung.
Die Projekte
werden überwiegend eigenkapitalbasiert realisiert. Die
Schwerpunkte liegen auf der energetischen Modernisierung
von Bestandsgebäuden, der Weiterentwicklung historisch
gewachsener Immobilien und der nachhaltigen Sicherung
und Aufwertung von Wohnraum. Auch bei ausgewählten
Objektverkäufen bleibt die langfristige Perspektive
prägend: Investitionen werden mit Blick auf Jahrzehnte
und nicht auf kurzfristige Verwertungszyklen geplant.
Über die
„Schwabinger Gerberhöfe“
Die „Schwabinger Gerberhöfe“ sind ein Wohnensemble mit
89 Eigentumswohnungen im Münchner Stadtteil Schwabing.
Eigentümerin und Entwicklerin ist die HAUSTEIN
IMMOBILIEN GmbH mit Sitz in München.
Das rund
6.000 Quadratmeter große Areal befindet sich zwischen
Luitpoldpark und Olympiapark auf dem Gelände der
ehemaligen Lederfabrik Orth & Sohn, deren Geschichte bis
ins Jahr 1902 zurückreicht. Der markante
Fabrikschornstein, die historische Fabrikantenvilla
sowie weitere Bestandsgebäude prägen bis heute das
Erscheinungsbild des Ensembles.
Die beiden
Wohngebäude im Innenhof wurden ursprünglich Anfang der
1960er-Jahre errichtet. Nach dem Auslaufen des
Erbbaurechts begann im Jahr 2016 eine umfassende
Revitalisierung. Die Gebäude wurden vollständig
entkernt, technisch und energetisch modernisiert und bis
2021 schrittweise zu einem hochwertigen Wohnensemble der
Energieeffizienzklasse A+ umgestaltet. Dabei kamen unter
anderem moderne Dämmkonzepte, Wohnungseinzelstationen,
Solarthermie, dezentrale Lüftungssysteme mit
Wärmerückgewinnung, FTTH-Glasfaseranschlüsse sowie eine
Ladeinfrastruktur für Elektromobilität zum Einsatz.
Die Wohnungen
verfügen über ein bis vier Zimmer und Wohnflächen
zwischen rund 22 und 150 Quadratmetern. Ein Teil der
Einheiten ist barrierefrei erschlossen.
Während der
Revitalisierung wurde die Wohnanlage nach dem
Wohnungseigentumsgesetz in einzelne Eigentumswohnungen
aufgeteilt. Ursprünglich war vorgesehen, diese
langfristig im Bestand zu halten. Seit März 2026 werden
die Einheiten jedoch sukzessive an Eigennutzer und
Kapitalanleger verkauft. Dabei werden keine bestehenden
Mietverhältnisse beendet. Eine Wohnung gelangt nur dann
in den Verkauf, wenn sie regulär frei wird. So entsteht
langfristig eine klassische
Wohnungseigentümergemeinschaft.
Meldung: ANSCHÜTZ + Company, München