In einer Zeit
politischer Polarisierung und technologischer Umbrüche
versammelt die Frankfurter Buchmesse die internationale
Buchbranche als handlungsfähige Öffentlichkeit.
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Gegenüber dem brasilianischen
Gemeinschaftsstand an
Stand
F122 in Halle 3.1 der TFM-Buchhandlung,
Buchvorstellung mit
Fernando Amado Aymoré
am 10. Oktober, mittig
zurückgelehnt,
brasilianisch-portugiesischer Vortrag
zum neuen Mystery Roman: „A
Letra X. Três Épocas. Um Crime" unter
dem Pseudonym Sofia Filone (Brasilien)
veröffentlicht. Ein historischer
Detektivroman in deutscher Sprache noch nicht erschienen. Links im Bild: Petra
Noack, Inhaberin der portugiesisch-sprachigen TFM-Buchhandlung,
Große Seestraße 47 in Frankfurt
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Mit insgesamt 236.000 Besucher*innen
(119.000 Fachbesucher*innen und 117.000
Privatbesucher*innen) aus 137 Ländern konnte die
Frankfurter Buchmesse ihr hohes Vorjahresniveau halten.
In diesem Jahr nahmen mehr Länder teil als im Jahr
zuvor. Neu dabei im Vergleich zum Vorjahr waren
Besuchende aus Äquatorial-Guinea, Belize, Bermudas,
Botswana, Eritrea, Grönland, Guatemala, Guinea, Kap
Verde, Namibia, Swasiland, Togo, Turks- und Caicos
Inseln, Zentralafrikanische Republik, Senegal und St.
Vincent und Grenadinen. Es nahmen insgesamt 4.000
Aussteller teil und es fanden mehr als 3.800
Veranstaltungen auf dem Messegelände und darüber hinaus
statt.
„Diese Frankfurter Buchmesse hat gezeigt, dass die
Zukunft des Buches an mehreren Orten zugleich gestaltet
wird: an den Tischen der Rechte-Händler*innen, in der
Debatte über KI und Publikationsfreiheit sowie in der
direkten Begegnung mit Leser*innen. Frankfurt führt
diese Orte zusammen. Hier handelt die Branche, spricht
über die Bedingungen ihrer Zukunft und feiert die
Literatur gemeinsam mit den Leser*innen“, sagt Juergen
Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.
Auch Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des
Deutschen Buchhandels, zieht ein positives Fazit: „Die
Frankfurter Buchmesse ist der Ort, an dem die Branche
über Hallen und Nationen hinweg wichtige Fragen
verhandelt: Uns alle beschäftigen die sinkende
Lesekompetenz junger Menschen und auch die Auswirkungen
von KI auf die Branche. Die unverändert große
öffentliche Aufmerksamkeit und das enorme Interesse
vieler Besucher*innen an der Buchmesse in Frankfurt
lässt uns jedoch trotz aller wirtschaftlichen
Herausforderungen zuversichtlich in die Zukunft
blicken.“
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Mehr Platz in Halle 3.1, Foto
(c) Kulturexpress |
Neue
Ordnung, klare Orientierung: Hallenlayout 2026
Die Resonanz auf das neue Hallenlayout fiel bei
Ausstellern, Fachbesucher*innen, Publikum und Medien
positiv aus. Besonders häufig nannten sie die klare
Orientierung und die ansprechende Aufteilung der Hallen.
Ebenerdiger Zugang zu den großen Verlagen über sämtliche
Hallen hinweg auf der Buchmesse.
Jo Lendle, Hanser-Verleger und Vorsitzender des
Ausschusses für Verlage sagt: „Mehr Luft, weniger Stau:
Frankfurt behält seine Relevanz als Fachmesse und
schafft einen riesigen Sprung in Richtung Lesefest. Die
Publikumstage verliefen spürbar leichter - quirlig, aber
nicht gedrängt.“
Anna Soler-Pont (Pontas Agency) sagt: „Obwohl viele
Lektor*innen viel hin und her laufen mussten und die
kurze Zeit zwischen den Terminen eine Herausforderung
darstellten, war das diesjährige LitAg fantastisch. Und
für mich einer der besten Veranstaltungsorte überhaupt.“
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Gemeinschaftsstand Brasilien
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Blick auf die Agora der
Frankfurter Buchmesse 2026
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Audio:
Wachstum setzt sich fort
Der Hörbuch-Bereich verzeichnete auf der Messe mehr
Aussteller als zuvor und wächst international weiter:
Spotify kündigte die Expansion in 180 neue Märkte an.
Audible präsentierte eine Umfrage unter 18.000
Kund*innen in elf Märkten, die steigende Hörzeiten und
wachsende Hörer*innenzahlen zeigt. Dabei geben Hörbücher
lokalen Geschichten und Sprachen Reichweite: „In
Brasilien sprechen 220 Millionen Menschen dieselbe
Sprache: Portugiesisch. Aber wir haben auch 295 indigene
Sprachen, von denen viele Menschen nichts wissen. Wir
müssen indigenen Kulturen eine Stimme geben, damit sie
selbst über ihre Kulturen sprechen können“, sagte
Henrique Lian, CEO von Proteste/Euroconsumers Brasil.
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Book-to-Screen: Schweizer
Autor und Illustrator Marcus Pfister
gestaltete die Buchpublikation
„Der
Regenbogenfisch", was ab 19. November in
Zusammenarbeit mit der Augsburger
Puppenkiste als Film in die Kinos kommen
wird. |
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Book-to-Screen Day: Stoffe für Film und Serie
Der Book-to-Screen Day brachte Verlage, Agenturen,
Produktionsfirmen und Filmschaffende zusammen, um über
Stoffe, Rechte und neue Adaptionen zu sprechen. Zu den
Höhepunkten zählten das Panel „European Adaptation
Trends“ sowie das Gespräch von Regisseur Volker
Schlöndorff, Produzentin Regina Ziegler und Autorin
Jenny Erpenbeck über die Verfilmung von „Heimsuchung“.
Der bevorstehende Netflix-Start von Melanie Raabes Roman
„Die Falle“ zeigte, wie Bücher ein neues Publikum
erreichen.
Frankfurt Calling: Wer schafft Wissen, wer wird
gehört?
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Das doppelte Bachmann-Jahr:
Rückblicke und Perspektiven: 2026 wurde zum
„Ingeborg-Bachmann-Jahr"
ausgerufen: Die österreichische Autorin
hätte in diesem Jahr ihren hundertsten
Geburtstag gefeiert, Grund genug um über
diese Jahrhundertdichterin aus neuen
Blickwinkeln zu diskutieren. Das taten Ina
Hartwig, Teresa Präauer und Regina Schilling
am 07. Oktober, es moderierte Insa Wilke,
auf einer Veranstaltung von
„Zentrum
Wort"
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Frankfurt
Calling, das kulturpolitische Programm der Buchmesse,
stellte Fragen, die das Publizieren und öffentliche
Debatten prägen. In 125 Veranstaltungen an 14 Orten in
Frankfurt diskutierten u.a. die US-Historikerin und
Pulitzer-Preisträgerin Jill Lepore, der Schriftsteller,
Menschenrechtsanwalt und Friedenspreisträger Philippe
Sands sowie Melissa Fleming, Untergeneralsekretärin der
Vereinten Nationen für globale Kommunikation. Themen
waren digitale Kontrolle, der Schutz demokratischer
Institutionen, Völkerrecht und Publikationsfreiheit. Der
erstmals verliehene IPA Freedom of Expression Defenders
Award ging an „The Media Coalition“. Der
US-amerikanische Verband aus der Buch-, Film-, Musik-
und Gamesbranche verteidigt seit 1973 die
Meinungsfreiheit.
Von Gisèle
Pelicot bis PublisHer:
Frauenstimmen prägen die Frankfurter Buchmesse
Während in
Stockholm Anne Carson als Literaturnobelpreisträgerin
bekanntgegeben wurde, prägten auf der Frankfurter
Buchmesse Autorinnen, Journalistinnen und
Branchenvertreterinnen die Gespräche. Gisèle Pelicot
machte mit ihrer eindringlichen Botschaft „Die Scham
muss die Seite wechseln“ auf die gesellschaftliche
Dimension sexueller Gewalt aufmerksam. Im SHEROES-Talk
„Vater unser – Wenn Töchter Geschichten schreiben” ging
Moderatorin Jagoda Marinić gemeinsam mit Natalie Amiri,
Düzen Tekkal und Alexa Hennig von Lange der Frage nach:
Wie sehr bestimmt unsere Herkunft, wer wir werden – und
wann beginnt die eigene Geschichte? Im internationalen
PublisHer-Fachprogramm diskutierten die Verlegerin
Chantal Restivo-Alessi (USA), die Branchenjournalistin
Emma House (UK) und die Verlegerin Kelly Gallagher (USA)
über neue Karrierewege und die Sichtbarkeit weiblicher
Perspektiven in der Buchbranche.
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Gastland-Pavillon Tschechien
mit arrangierten Deko-Elementen im Raum
verteilt
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Ehrengast Tschechien: Ein Land an der Küste
Unter dem Motto „Ein Land an der Küste“ präsentierte
Tschechien als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026
mehr als 100 Veranstaltungen und 75 Autor*innen. Zu
ihnen zählten Radka Denemarková, Marie Iljašenko, Dora
Kaprálová, Jáchym Topol und Kateřina Tučková ebenso wie
neue Stimmen der zeitgenössischen tschechischen
Literatur: Marek Torčík, Anna Beata Háblová und Klára
Vlasáková und viele weitere. Der 2.300 Quadratmeter
große Ehrengast-Pavillon machte das Küsten-Motto
räumlich erfahrbar. Außergewöhnliche, aufblasbare
Design-Elemente luden zum Verweilen ein; auf zwei Bühnen
trafen Lesungen, Gespräche und Fachaustausch
aufeinander. Ein poetischer Leuchtturm und interaktive
„Bojen“ machten tschechische Literatur mithilfe von KI
erlebbar, während vor Ort Kunstwerke entstanden –
unterstützt von einem Roboter.
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Wintons Kinder (Tschechisch: Winton nebyl
sám) von Tereza Verecká und Mikuláš Podprocký, Knesebeck
Verlag
Prag 1939: Ein Team, 669 Leben und ein Wettlauf gegen
die Zeit. Mit dokumentarischer Präzision und klarer
Bildsprache erzählt diese Graphic Novel von den
tschechischen Kindertransporten |
Messewochenende: Vom Signiertisch bis zur Matsuri Stage
Ab
Messefreitag stellte sich das Publikum seinen
Messebesuch aus vielen Welten zusammen: Romance und
Fantasy in der Festhalle, Manga, Cosplay und Hörbuch in
Halle 4.0, Kinderbuch und Kino in der Screen World,
Krimi, Hörbücher und Live-Podcasts im Audio-Areal. Rund
um die Agora entstanden Wege für spontane Begegnungen
und geplante Fan-Momente. Autor*innen trafen ihre
Communitys, Kinder zeichneten und hörten zu, und die
erste Matsuri Stage brachte japanische Popkultur auf die
Messe. Auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat
erlebten Besucher*innen die ganze literarische
Bandbreite: Mit Autor*innen wie Colson Whitehead, Robert
Habeck und Cornelia Funke.
Die neue
Community Stage in der Festhalle erwies sich als
Publikumsmagnet. In der gemeinsam mit Bastei Lübbe
eingerichteten Content Creator Lounge fanden
Creator*innen zudem einen Rückzugs- und Vernetzungsort
mitten im Messegeschehen.
Die 79. Frankfurter Buchmesse findet vom 6. bis 10.
Oktober 2027 statt. Ehrengast ist Chile.
Meldung:
Frankfurter Buchmesse GmbH