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v.l.n.r.: Roland Krebs, Till
Rehwaldt. Gerhard Greiner und Gertrudis
Peters
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Der Präsident
der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Gerhard
Greiner räumte ein: „Gute Architektur und Stadtplanung
müssen in einer Zeit, in der sich Lebensräume rasant
verändern, Antworten auf die Folgen des Klimawandels und
des demografischen Wandels finden und dabei stets das
soziale Miteinander im Blick haben. Der diesjährige
Wettbewerb stand deshalb unter dem Motto
‚Zwischen-Raum-Stadt-Land‘ und unterstrich damit die
Notwendigkeit der nachhaltigen Transformation von Stadt
und Land.“
Gertrudis Peters, stellvertretende Vorsitzende der AKH,
sprach die Begrüßungsworte zu Anfang und legte auch
gleich mit Wort ein in der anschließenden
Diskussionsrunde. Sie moderierte zum Thema Zwischenräume
in Stadt und Land. Es diskutierten Till Rehwaldt, Roland
Krebs und Gerhard Greiner. Peters meinte:
„Urbane Struktur geht relativ aggressiv zugange und
dehnt sich immer weiter aus. Mehrwert dagegen schafft
erst die Lebensqualität". Müssen Leuchtturmprojekte immer ikonografisch sein? Können nicht kleinere Stadtbauten
deren Ansprüche ebenso erfüllen, wenn es darum geht,
eine Lücke im Stadtraum zwischen zwei Häusern zu
schließen? Dann geht es doch darum, so unauffällig wie
möglich zu bauen, um angepasst an die Umgebung zu
bleiben. Das normale Stadthaus soll sich einfügen. Till
Rehwaldt folgerte: Landschaft soll in die Stadt
zurückkommen, Der Bereich war bisher eher statisch. Das
Regelwerk müsse diesbezüglich angepasst werden. Baum
gegen Beton, wer hat Vorrang? Roland Krebs weiter: In
den Straßenzügen Wiens gibt es normalerweise keine
Bäume. Wir brauchen mehr Wettbewerbe für derlei
Projekte, so die Forderung.
Gertrudis
Peters fragte Gerhard Greiner, wie gelingt es der AKH
die Politik zu informieren? Im Oktober 2025 wurden durch
die HBO weitreichende Erleichterungen beim Bauen im
Bestand und beim Dachausbau umgesetzt auch „Baupaket I“
genannt. Die Umnutzung, Aufstockung oder der Ausbau von
Dachgeschossen für Wohnraum ist im Rahmen einer
erweiterten Genehmigungsfreistellung (§ 64 HBO)
verfahrensfrei möglich. Zudem wurde die geforderte
lichte Raumhöhe im Bestand auf 2,20 Meter herabgesetzt.
Gerhard Greiner ergänzte: „Man kann sich nicht immer
durchsetzen, wichtig sind demokratische Ursprünge. Wir
müssen integral denken".
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Gruppenfoto mit allen
Preisträgern und Preisträger*Innen des
Abends
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Till Rehwaldt,
Landschaftsarchitekt aus Dresden und einer der Juroren
der diesjährigen Preisverleihung, betonte, Zwischenräume
sind immer da, sind dynamischer Raum, Zwischenräume
dienen dazu um Luft abzulassen, und um Wege zu finden
wieder in die Natur zu kommen. Deshalb sollte die
Landschaft, der Verkehr durch Verkehrsverbindungen
verbessert werden. Schöne Wege für das Fahrrad
gestalten, um ungezwungen in die urbane Mitte zu fahren.
Roland Krebs, Architekt aus Wien, ebenfalls einer der
Juroren, ergänzte, seit 30 Jahren sind Zwischenräume zum
Hauptthema in der Diskussion geworden. „Raum der kurzen
Wege", so hieß die Deutung früher. Der Individualverkehr
bietet keine Zukunftslösung mehr, „in 15 Minuten in der
Stadt" sein, lautete die Devise. Als Thomas Sieverts vor
vielen Jahren die Zwischenstadt, zwischen Ort und Welt,
Raum und Zeit, Stadt und Land, veröffentlichte, tat er
dies in der Absicht, den städtischen Charakter einer im
Entstehen befindlichen Realität zu erfassen, einer
Wirklichkeit neu entstehender urbaner Gebiete. Davon
sind wir heutzutage mit den Ansprüchen zum Glück weit
entfernt. Heutzutage „geht es um die Wiedergewinnung
verlorener Strukturen", ergänzte Till Rehwaldt.
Die
Schlussfrage lautete: Wie gelingt es aus den Orten den
Transformationsprozess zu gestalten? Roland Krebs
antwortete, wir brauchen einen Kompass der integrierten
Planung. Till Rehwaldt sinngemäß: Integrierte Planung
bedeutet, Dinge stärker untereinander zu vereinbaren wie
bei der Wegeplanung.
Der
international besetzten Jury lagen 106 eingereichte
Projekte vor. Insgesamt gab es vier Preiskategorien:
Architektur, Innenarchitektur, Freiraum- und
Landschaftsplanung sowie Quartiersplanung und
Stadtentwicklung. Die Jury nominierte aus allen
Projekteinreichungen 23 Projekte und besichtigte diese
vor Ort. In einer finalen Runde wurden insgesamt fünf
Auszeichnungen und acht Anerkennungen verliehen. Weitere
zehn Projekte stehen in der Shortlist ausgewählt aus den
vier Preiskategorien.
Eine Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger und
ihrer Projekte erhalten Sie auf der Internetseite der
Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen. Weiter unten
befindet sich ein Download zum Sustainability Paper 7 -
Die Projektdokumentation zum Auszeichnungsverfahren VB
2026.
Preisverleihung 2026 - AK Hessen
Unter den
Preisträgern mit Auszeichnung ist auch die Umgestaltung der Frankfurter Schirn,
Dondorf Druckerei, als gelungen geltende Innenarchitektur im
Interimsgebäude in der Sophienstraße, von Bjoern Schmidt
Architektur, Frankfurt am Main & raumlabor Bader
Gerstenberg Hofmann GbR, Berlin, prämiert worden.
Für die Agentur des städtischen Wandels,
ebenfalls in Frankfurt, Braubachstraße 7, gab es eine
Anerkennung in der Preiskategorie Quartiersplanung und Stadtentwicklung
für temporäres Bauen, Entwurf: HGP Architekten Leben Kilian PartG
mbB, Frankfurt am Main.
R.M.