„Vielfalt gemeinsam verteidigen“ Hamburg feiert 45 Jahre CSD

Die Pride Week vom 25. Juli bis 2. August 2026 bildete das inhaltliche Herz des Hamburg Pride. Vereine, Initiativen und Gruppen aus der Community organisieren in dieser Zeit Talk, Vorträge, Diskussionen, Aufführungen, Partys, Lesungen und vieles mehr – so vielfältig wie das queere Leben in Hamburg, ist auch die Pride Week. Weit mehr als 100 Veranstaltungen zu queeren Themen fanden während dieser Woche wie jedes Jahr statt. Traditionell startete die Pride Week mit der Pride Night.

 

 

 

Christopher Street Day CSD, Samstag, 01. August 2026 Nähe Hamburger Hauptbahnhof, Foto (c) Medien H. Zimmermann

Auch in diesem Jahr war die große CSD-Demo, die am Samstagnachmittag, 1. August stattfand, der Höhepunkt. Mit rund 260.000 Teilnehmenden gingen so viele Menschen für den Schutz und die Rechte der queeren Community auf die Straße, wie nie zuvor in Hamburg. Wie schon in den vorherigen Jahren sorgte das #TeamOrange der Stadtreinigung Hamburg (SRH) unmittelbar nach Hamburgs buntester Demo wieder für Sauberkeit.

 

Das knapp 60-köpfige Einsatzteam der SRH folgte unmittelbar auf den Demonstrationszug und stellte die Sauberkeit und Sicherheit im

 
   

Verkehr auf der Veranstaltungsstrecke zwischen Lübecker Straße und Lombardsbrücke wieder her. Der Einsatz dauerte bis in den frühen Abend an. Mithilfe von sechs Großkehrmaschinen, sieben Kleinkehrmaschinen, zwei Presswagen, sechs Klein-LKWs und dem unermüdlichen Einsatz von #TeamOrange kamen insgesamt 24 Tonnen Müll zusammen. Trotz der CSD-Rekordteilnahme war die Müllmenge damit deutlich rückläufig, noch im Vorjahr sammelten die SRH-Mitarbeitenden rund 32 Tonnen Müll ein.
 

Während des Einsatzes herrschte trotz der anstrengenden Arbeit gute Laune. Zahlreiche Teilnehmende drückten Ihre Anerkennung und Dankbarkeit für den Einsatz und die Leistung der SRH-Mitarbeitenden aus.

DRK Landesverband setzt Zeichen gegen Hass und Gewalt
 

 

 

 

 

Aus diesem Anlass hatte sich Joß Steinke, Vorsitzender des Vorstands des DRK-Landesverbandes Hamburg e. V., für Freiheit, Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander ausgesprochen. Vor dem Hintergrund des schrecklichen Anschlags auf den Berliner CSD setzt das DRK Hamburg mit seinem Statement ein klares Zeichen gegen Hass und Gewalt.

Joß Steinke meinte anlässlich CSD in Hamburg, dass am Wochenende in Hamburg wieder viele Menschen zum Christopher Street Day zusammenkamen. Sie haben ein Zeichen für die zentralen Werte in unserer Gesellschaft: Freiheit, Respekt, Toleranz und ein gutes sowie friedliches Miteinander gesetzt. Hinter diesen Werten steht uneingeschränkt auch das DRK Hamburg. Der schreckliche Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day hat viele Menschen und das DRK Hamburg tief erschüttert. Umso wichtiger ist es, dass wir uns alle davon nicht einschüchtern lassen. Hass und Gewalt dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.
 

 

 

Video (c) Medien H. Zimmermann

 

„Der Christopher Street Day lebt davon, dass Menschen friedlich zusammenkommen, sich begegnen und füreinander einstehen. Wir freuen uns auf einen friedlichen CSD in Hamburg, der zeigt, dass Respekt, gegenseitige Achtung und Zusammenhalt stärker sind als Hass und Gewalt.“

 

SPD Hamburg: „Vielfalt gemeinsam verteidigen“

Video (c) Medien H. Zimmermann

 

 

Am Wochenende zog die CSD-Demonstration unter dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“ durch Hamburg. Nach dem brutalen Angriff in Berlin ruft die SPD-Fraktion Hamburg die gesamte Stadtgesellschaft dazu auf, gemeinsam mit der queeren Community ein starkes Zeichen für Selbstbestimmung und Vielfalt zu setzen.
 

Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg: „Hamburg steht zusammen. In Zeiten, in denen queere Menschen immer stärker bedroht werden und Angriffe zunehmen, reicht es nicht aus, Vielfalt nur zu bejahen. Wir müssen Vielfalt gemeinsam verteidigen. Als SPD-Fraktion stehen wir felsenfest an der Seite der queeren Community. Der CSD gehört mitten in unsere Stadt. Die Hamburger Sicherheitsbehörden tun alles, um den Schutz der Demonstration und aller Beteiligten zu gewährleisten. Er rief alle Hamburger:innen auf zum CSD zu kommen, Solidarität zeigen und ein klares Zeichen setzen. Hamburg lässt sich nicht einschüchtern.

Dazu Indira Chuda, Sprecherin für LSBT*IQ der SPD-Fraktion Hamburg: „Der Anschlag in Berlin hat die queere Community tief getroffen. Unsere Antwort darauf ist nicht Rückzug, sondern maximale Präsenz. Der CSD war nie nur eine Party, er ist und bleibt Protest. Was wir uns in den letzten Jahrzehnten erkämpft haben, lassen wir uns nicht nehmen. Vor genau 25 Jahren trat das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft. Dafür haben wir 1999 mit der Hamburger Ehe den Weg geebnet und gezeigt, was möglich ist, wenn eine Stadt Haltung zeigt. Und genau diesen Mut brauchen wir heute wieder. Das Motto ‚Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!‘ ist kein freundlicher Wunsch, sondern eine Ansage an alle, die uns unsere Existenz und unsere Rechte absprechen wollen. Morgen gehen wir auf die Straße. Laut, wütend, stolz und unübersehbar. Jetzt erst recht!“

 

Meldungen: #TeamOrange, Stadtreinigung Hamburg, Deutsches Rotes Kreuz DRK Landesverband Hamburg, SPD Fraktion Hamburg

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 04. August 2026