Berlin-Wahl: Kampagne BERLIN KODEX ist gestartet

Eine Stadt fragt sich selbst, was sie zusammenhält

 

   

Drei Monate vor der Wahl startet in Berlin ein ungewöhnliches Bürger-Experiment.
 

1.000 HYGH-Screens, 160.000 DINAMIX-Citycards und 200 Litfaßsäulen stellen zehn unbequeme Berlin-Fragen - und laden alle in Berlin ein, sie zu beantworten.
So will eine Berliner Stiftung die Wahl beeinflussen: Weg von Populismus und Kulturkampf.

 

Wer in den nächsten Wochen am Späti vorbeiläuft, im Café sitzt oder den Kurfürstendamm hinunterfährt, wird befragt. Nicht von einer Partei. Nicht von einem Produkt. Sondern von der eigenen Stadt.

„Wer ist echter Berliner?" — fragt ein Pärchen vor der Curry-Bude.

„Ist Berlin zu nett?" — fragt ein BVG-Schaffner mit Tattoos im Gesicht.

„Wie deutsch ist Berlin?" — fragen Kinder auf dem Spielplatz.

„Sind wir zu tolerant?" — fragt ein Samurai in der überfüllten U7.

Insgesamt zehn Motive, ein Berlin-Quiz, ein Berlin-Buch, ein Berlin-Ausweis.

 

   

Wer den QR Code scannt, landet auf berlin-kodex.de und macht ein Quiz — drei Minuten, 20 Fragen zu Werten, die alle Berliner leben, aber selten aussprechen. Am Ende steht kein Sieger, keine Punkte, keine Belehrung.

 

Nur ein ganz persönlicher Spiegel: Wie stehst du eigentlich zu deiner Stadt? Und wer will, kann sich seinen eigenen Berlin-Ausweis (zum Selbstkostenpreis) holen. Denn Berliner oder Berlinerin bist du, wenn Du es sein willst, nicht, wenn man es Dir erlaubt.  Begleitet wird die Kampagne von einem gratis Buch, das Berlins Werte historisch erklärt und einordnet.

 

Warum das jetzt? 80 Tage vor der Wahl.
In der Wahlkampf-Phase, in der Plakate von Partei-Parolen wimmeln, will der Berlin Kodex die Stadt zwingen, die eigentliche Frage zu klären: Was für eine Stadt wollen wir sein?

„Politische Werbung sagt dir, wen du wählen sollst. Der Berlin Kodex stellt dir vorher die Frage, die jede Wahl eigentlich beantworten sollte — und die kein Wahlplakat stellt: Was du eigentlich wählen willst, für welche Werte dein Berlin stehen soll.", sagt Alexander Sascha Wolf, Initiator der Kampagne und Vorsitzender der gemeinnützigen Stiftung AusserGewöhnlich Berlin.

Was bringt das Berlin?

 

   

Das Quiz ist anonym, dauert drei Minuten und stellt Berliner Alltagsfragen, z.B.:

„Im Bus tritt dir einer auf den Fuss und schreit: Pass doch auf, Vollidiot! -Was tust du?”

Wer die 20 Fragen beantwortet, bekommt:

  • ein persönliches Werte-Profil — wie dein Berlin sich anfühlen sol

  • ein Bild, wie die anderen in Berlin denken („74% sind derselben Meinung“)

  • die Inspiration, sich mit Familie, Freundeskreis, Team zu vergleichen — und endlich mal über etwas Wichtigeres zu reden als über Enteignung, Verkehr und Remigration

Begleitet wird das Quiz von einem digitalen Magazin mit Geschichten, Streitgesprächen und Porträts aus dem Berliner Alltag — und dem Buch „Der Berlin Kodex", das die zehn Werte beschreibt, ausformuliert und historisch einordnet.

Was ist das Besondere?
Drei Dinge unterscheiden den Berlin Kodex von allem, was sonst gerade plakatiert wird:

  1. Keine Parteimittel, keine Steuergelder. Die gesamte Kampagne wird von Berliner Unternehmen und engagierten Menschen gestiftet — ein Mediavolumen in geschätzter Millionenhöhe.

  2. Zivilgesellschaft statt Politik. Getragen wird die Kampagne von der gemeinnützigen Stiftung AusserGewöhnlich Berlin und ihrem Netzwerk Berliner Unternehmerinnen und Kulturschaffender. Kein Verein einer Partei, keine Lobby, keine Agenda jenseits der Werte-Fragen selbst.

  3. Eine ganze Stadt als interaktive Werte-Kampagne. Über das Display-Netzwerk des Mit-Initiators und Aussenwerbers HYGH laufen die Motive auf rund 500 Displays in Spätis, Schaufenstern und auf dem Kurfürstendamm. Begleitet durch 200 Litfaßsäulen (ILG Außenwerbung), 166.000 CityCards und Plakate (DINAMIX Media), der Mega-Screen am Kranzler Eck (Limes Media) der 40-Meter-LED-Wand an der Beusselstraße (Verner + Friends), dem Groß-Bildschirm im Strandbad Grünau (BERBUS Alliance) - alles auf eigene Rechnung der Partner.

Was ist das Ziel?

 

   

So viele Berliner wie möglich sollen bis zur Wahl am 20. September das Quiz gemacht haben. Nicht, um irgendeine Partei zu stärken. Sondern um etwas zu beweisen, was im Wahlkampf gerne vergessen wird:

Unsere Stadt hat eine Identität, die jenseits von Parteilinien existiert. Sie ist nicht nett, nicht einfach, nicht fertig — aber sie hat ein ungeschriebenes Werte-fundament. Und sie gehört allen, die hier leben.

 

„Berlin denkt nicht in Slogans", sagt Wolf. „Berlin denkt in Widersprüchen. Der Berlin Kodex macht aus diesen Widersprüchen ein Gespräch."

 

Berlin Kodex / AusserGewöhnlich Berlin
Alexander S. Wolf

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 16. Juli 2026