In einem
aufgrund wirtschaftlicher, verbandspolitischer und
klimatischer Herausforderungen schwierigen Umfeld ziehen
diejenigen, die an der Eurobike 2026 teilgenommen haben,
eine für viele unerwartet positive Bilanz.
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Messesamstag auf der EUROBIKE,
27.Juni
2026, Foto (c)
Kulturexpress |
Die rund 800
ausstellenden Unternehmen aus 44 Ländern profitierten
von dem Moment starker globaler Aufmerksamkeit und
nutzten die Messetage, um der Fachwelt technologische
Neuheiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu
präsentieren. Treiberthemen waren Softwarelösungen für
eine bessere Vernetzung zwischen Fahrrad und Mensch,
neue Antriebstechnologien sowie Lösungen im Bereich
Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Insgesamt besuchten
15 130 Fachbesucher (2025: 31 270) die Messe, davon
knapp 60 Prozent aus dem Ausland und 8 970 Bike-Fans
(2025: 30 420 mit zwei Festivaltagen) am EUROBIKE
Festival-Samstag.
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Picknickwagen auf vier Rädern
mit Batterie und Fahrradantrieb |
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Viele
Aussteller des Vorjahres waren nicht mehr auf der
EUROBIKE zu finden. Der Platzbedarf auf dem Messegelände
scheint wie geschrumpft in Bezug auf die EUROBIKE. Etwa
eine Industrie um die passende Infrastruktur für
Zweirräder zu schaffen, sei es im urbanen Raum oder um
beispielsweise den fahrradgerechten Ausbau am Bahnhof zu
ermöglichen, fehlte fast vollständig auf dieser Messe.
Das ist zunächst bedauerlich, zeigt meiner Meinung nach
aber nur eine momentane Flaute auf. Das Geschäft an sich
mit Zweirädern und Pedalantrieben dürfte international
auch weiterhin florieren. Zu unterschiedlich sind die
neuesten Entwicklungen, die in kleinen Innovationen
beständig auf den Markt gelangen. Zu vielfältig die
Möglichkeiten die sich aus der neuen Vehikeltechnologie
im Straßenverkehr ergeben, um damit auch weiterhin auf
dem internationalen Markt zu bestehen und Freude unter
die Menschen zu bringen.
An einem
Info-Point der Messe-Information sagte man mir, die
Messe sei kleiner geworden. Viele seien von einem
Messeauftritt abgesprungen, da der Aufwand auf der EUROBIKE
nicht mehr mit den eigenen internen Verkaufszahlen
abzudecken und zu kompensieren
sei. Ein weiterer Grund sind die oftmals überhöhten
Preise der Zweiradindustrie, die ihre Produkte an Mann
und Frau und unter das Volk bringen wollen. Die EUROBIKE in
Frankfurt als Messehighlight on Top sei nicht ohne
weiteres zu gewährleisten. Der Abschwung fing schon
damit an, dass seinerzeit die IAA (Internationale
Automobil Ausstellung) nach München gegangen ist. Wobei
immer noch die ungläubige Hoffnung besteht, die IAA
einst mal wieder nach Frankfurt zurückzuholen. Bis es so
weit ist, kann auch mit der AUTOMECHANIKA vorliebgenommen werden. Die Messe ist ebenfalls großartig in
der Vermittlung von Neuheiten. Die AUTOMECHANIKA trägt,
wie der Name der Messe schon sagt, um einiges stärker
zum Verständnis der Mechanik von Zwei- und Vierrädern
bei, als dies bei der Show-lastigen IAA der Fall ist.
Die IAA war seinerzeit nach München gegangen, da
Messeinhaber und Veranstalter VDA, Verband Deutscher
Automobilindustrie, die Zeitenwende und den Wandel zur
Elektromobilität in Frankfurt nicht ausreichend
abgedeckt sah. Zudem entwickelten sich die Proteste vor
den Toren der Messe immer stärker, zurecht oder zu
unrecht, womit die Messe Frankfurt ins Hintertreffen
geriet mit ihren Bemühungen die IAA am Standort
Frankfurt zu halten. Inwieweit Frankfurt überhaupt in
der Lage sein wird, Standortverbesserungen und den
Wandel einer Industrie zu mehr Energiebewusstsein zu
leisten und das notwendige Knowhow aus Wissenschaft und
Forschung aufzubringen, bleibt fraglich. Hier ist der
Standort München klar im Vorteil. Eine völlig neuartig
gestaltete Automobilmesse auferstehen zu lassen und
diese kaufmännisch adäquat auf die Ansprüche aus der
Zubehör- und Zuliefererindustrie anzupassen, steht wohl
in den Sternen. Dazu gehören auch große Automobil- und
Zweirad-Marken, gleichermaßen wie Bikes und E-Bikes, die
den Schritt in die Zukunft mitgehen und bewältigen.
Aufschlussreicher Hinweis: Eine junge Chinesin auf
Ausstellerseite der EUROBIKE erklärte
mir, die Temperaturen sind aufgrund der zur Zeit
herrschenden Hitze an den Messetagen in Frankfurt unerträglich. Sie empfand das Wetter
vor Ort als schlecht im Vergleich zu dem ihrer chinesischen
Heimat. R.M.
Eurobike Festival
Philipp
Ferger, Geschäftsführer des Veranstalters Fairnamic,
resümiert zum Messeschluss am Samstag: „Die Eurobike
2026 war genau das, was wir gemeinsam mit der Branche
erwartet haben: eine Messe der Transformation. Dabei war
die Internationalität der Besucher zu zwei Dritteln
europäisch, zu einem Drittel außereuropäisch. Die
mediale Reichweite der Eurobike in den letzten sieben
Tagen ist mit über 440 Millionen mehr als beachtlich.
Außerdem stieg die Qualität der Fachbesucher deutlich
auf 71 Prozent Führungskräfte im Vergleich zu 2025 (58
Prozent). Das gesamte Team und ich werden jetzt die
kommenden Wochen nutzen, um an unserer Vision 2027, das
heißt, klarer internationaler B2B-Fokus, kürzere
Messedauer und den Umzug in den anderen Geländeteil,
weiterzuarbeiten. Unser Profil werden wir noch
deutlicher schärfen müssen. Dazu kam wertvoller Input
von Kundenseite und aus unserem Beirat.“
Der neue Show Director, Matthias Pietsch, blickt
ambitioniert in die Zukunft: „Die vielen Gespräche
während der Eurobike haben gezeigt, wie groß die
Bereitschaft ist, die Zukunft der Leitmesse gemeinsam
weiterzuentwickeln. Dieses Feedback werden wir jetzt
sorgfältig auswerten und für 2027 den geschäftlichen
Nutzen für unsere Aussteller und Besucher noch stärker
in den Mittelpunkt stellen. Jetzt geht es auch darum,
führende Marken wieder nach Frankfurt zurückzuholen.“
Eurobike
Award 2026
Die Eurobike sorgte mit über 600 registrierten
Medienschaffenden für eine große Reichweite, vor allem
online und auf Social Media. Die Media- und
Creator-Lounge in Halle 12 war ein zentraler Treffpunkt
für internationale Influencer und Fachmedien. Allein in
der Woche der Messe wurden auf Youtube über 300 Videos
zur Eurobike veröffentlicht – unter anderem in
prominenten Newskanälen der Bike-Branche. Zum
Messeschluss verzeichnete die Berichterstattung der
Eurobike eine Reichweite von mehr als 440 Millionen.
Stimmen aus der Branche
Die Bilanz aus Industrie und Handel fällt nach vier
Messetagen positiv aus. Besonders hervorgehoben werden
die hohe Qualität der Fachgespräche, internationale
Geschäftskontakte, die mediale Aufmerksamkeit sowie der
persönliche Austausch mit Vertretern entlang der
gesamten Wertschöpfungskette.
Roman Arnold, Executive Chairman and founder
Canyon Bicycles: „Wir sind zur Eurobike gekommen, um mit
unseren Kunden, der Fahrradbranche und der Außenwelt in
Kontakt zu treten, unsere Innovationen zu präsentieren
und unsere Geschichte mit der Welt zu teilen. Die
Eurobike 2026 hat unsere Erwartungen bei weitem
übertroffen. Wir haben einen wesentlichen Teil der
Identität von Canyon gestärkt und sind sehr zufrieden
mit allem, was wir erreichen konnten.“
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Susanne und Felix Puello, Geschäftsführer und
Inhaber Raymon Bicycles: „Die Eurobike 2026 war für uns
ein voller Erfolg. Genau dieses Umfeld hatten wir uns
erhofft: Durch die Abwesenheit einiger großer
Marktteilnehmer konnten wir die Bühne optimal nutzen und
unsere Neuheiten sowie unsere Strategie einem breiten
Fachpublikum präsentieren. Die Frequenz an unserem Stand
war durchgehend sehr gut und wir haben zahlreiche
hochwertige Gespräche mit Händlern, Partnern und Medien
geführt. Besonders gefreut hat uns die offene und
partnerschaftliche Atmosphäre auf der Messe. Gerade in
einer Zeit des Wandels zeigt sich, wie wichtig der
persönliche Austausch ist. Deshalb wäre es auch unserer
Sicht wünschenswert, die Herausforderungen der Branche
gemeinsam anzugehen und miteinander die Zukunft des
Fahrrads gestalten.“
Eric Zhang, CEO E-Bike Division Gobao: „Mit
unserem Aussteller-Engagement zur Eurobike hatten wir
ein klares Ziel vor Augen: Wir wollten Kontakte zu
weiteren Akteuren der Branche knüpfen, insbesondere zu
OEMs, potenziellen Partnern und Medienvertretern. Wir
freuen uns sehr, dass wir die Gelegenheit hatten, unser
System Hunderten von Besuchern an unserem Stand
vorzustellen, und können mit Freude sagen, dass wir
unsere Ziele voll und ganz erreicht haben.“
Alex Thusbass, Managing Director des
Fahrradherstellers Hepha: „Wir haben die Eurobike 2026
gezielt als Plattform genutzt, um die mediale
Sichtbarkeit von Hepha zu steigern und das Unternehmen
inhaltlich als Innovationsmarke zu positionieren. Dazu
haben wir das gesamte Standkonzept angepasst und das
Urban X-Konzept als sichtbares und medial relevantes
Vorzeigeprojekt in den Vordergrund gerückt. Wir können
bereits jetzt sagen, dass diese Strategie aufgegangen
ist. Die Resonanz von Medien, Handel und
Branchenexperten hat unsere Erwartungen tatsächlich
übertroffen, da sie zu einer umfangreichen nationalen
und internationalen Berichterstattung bis hin zu
mehreren TV-Beiträgen in den Mainstream-Sendern geführt
hat. Auch ohne den endgültigen Media Value bereits zu
kennen, hat sich unsere Investition bereits ausgezahlt.
Unser Dank gilt dem Team von Fairnamic und der Messe
Frankfurt, die uns hervorragend unterstützt haben. Für
Hepha war die Eurobike 2026 wie im vergangenen Jahr in
jeder Hinsicht wieder ein voller Erfolg.“
Remi Rennesson, Commercial Manager Cyclee by
Valeo: „Die Messe war für uns äußerst wertvoll,
insbesondere an den ersten beiden Tagen. Zahlreiche
Medienvertreter besuchten unseren Stand, und die
Messeveranstalter gingen aufmerksam auf unsere
Bedürfnisse in Bezug auf unsere neue
Markenpositionierung ein. Die Qualität der geknüpften
Kontakte war hervorragend, und wir waren sehr zufrieden.
Es war die perfekte Plattform für uns, um unsere Marke
weiter auszubauen.“
Dr. Robert Peschke, CEO Little John Bikes: „Ich
verlasse die Eurobike 2026 mit einem positiven Gefühl.
Viele gute Gespräche, neue Impulse und vor allem die
Erkenntnis: Die Herausforderungen unserer Branche lassen
sich nicht allein lösen. Die Fahrradbranche ist global
und genauso global müssen wir auch denken und handeln.
Einmal mehr hat die Eurobike gezeigt, wie viel Potenzial
in einem offenen, partnerschaftlichen Austausch steckt.
Hersteller, Händler, Zulieferer und Dienstleister
verbindet letztlich ein gemeinsames Ziel: Menschen fürs
Radfahren zu begeistern.
Weniger Gegeneinander. Mehr Miteinander. Mehr Lösungen
statt Lagerdenken. Vielen Dank an alle Gesprächspartner
für den inspirierenden Austausch. Gemeinsam können wir
unsere Branche nachhaltig weiterentwickeln.“
Ernst Brust, Vorstandsvorsitzender
Radlogistikverband Deutschland e. V. (RLVD): „Die
Eurobike 2026 hat erneut gezeigt, dass sich die Fahrrad-
und Mikromobilitätsbranche in einem tiefgreifenden
Wandel befindet. Die Messe entwickelt sich zunehmend zu
einer Plattform für hochwertige Geschäftsgespräche und
strategische Partnerschaften. Gleichzeitig wurden
deutliche Veränderungen im internationalen Wettbewerb
sichtbar. Aus Sicht des Radlogistikverbandes Deutschland
(RLVD) sollte der Fokus deshalb wieder stärker auf
Innovation, technischer Entwicklung und internationaler
Wettbewerbsfähigkeit liegen.“
Weitere Stimmen aus Industrie und Handel:
https://eurobike.com/frankfurt/de/presse-und-medien/stimmen-eurobike-2026.html
Die nächste Eurobike mit einem Umzug innerhalb dem
Messegelände Frankfurt dauert vom 1. bis 3. September
2027.
www.eurobike.com