Schlösserland Sachsen

Klimawandel in historischen Gärten:
Modellprojekt erfolgreich beendet

Das Modellprojekt „Klimawandel in historischen Gärten“ geht nach vier Jahren erfolgreich zu Ende. 3 Millionen Euro Fördermittel vom Bund wurden in Forschung und gezielte, innovative Maßnahmen zum Erhalt denkmalgeschützter Parkanlagen investiert.
 

Wichtige Erfolge: Baumschule, Brunnen, Pflanzenkohleanlage
 

 

 

Baumschule im Großen Garten
© Schlösserland Sachsen

Im Rahmen des Moduls „Boden-Wasser-Baum“, wurde eine Baumschule im Großen Garten und eine Gehölzanzuchtfläche in Pillnitz eingerichtet. Die dort angezogenen, klimaangepassten und resilienten Bäume haben bessere Anwuchschancen. Im Großen Garten wurde zudem eine Pflanzenkohleanlage installiert. Gehäckselte Resthölzer werden zukünftig vor Ort verwertet, die Bodenqualität nachhaltig verbessert und CO2 langfristig gebunden. Die Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen des Bodens (Bodenproben) sowie der Gehölze (Blatt- und Nadelproben) helfen dabei, die Böden gezielt zu verbessern z.B. durch Substrate, Belüftung oder den Einsatz tiefwurzelnder Pflanzen zur Auflockerung. Auf Grundlage der Forschung hat sich die gärtnerische Praxis bei SBG verändert. Jetzt wird bei Neupflanzungen Pflanzenkohle verwendet und klein gepflanzt, um die Klimaresilienz zu stärken und das Wurzelwachstum junger Gehölze auszunutzen. In Pillnitz wurden zwei Brauchwasserbrunnen gebaut, die die Wasserversorgung in Trockenperioden absichern. Über Fördermittel wurden Bäume und Sträucher gekauft und nachgepflanzt, die zum Erhalt der Gartendenkmale beitragen.

 

Einweihung der Baumschule im Großen Garten

 


Partner gesucht! Gießroboter braucht industriellen Projektpartner

 

Im Modul „Robotik“ wurde der Prototyp eines halbautonomen Gießroboters für den Schlosspark Pillnitz entwickelt. Die Barkhausen Institut gGmbH und die TU Dresden stellten sich der Herausforderung, das Gartenteam bei der körperlich anstrengenden und zeitintensiven Bewässerung der 500 Kübelpflanzen zu entlasten. Nach erfolgreicher Konzeption und Bau von zwei Gießrobotern, gab es umfangreiche Praxistests mit dem Gärtnerteam. Damit „Gießbert“ und „Gießela“ bald auch täglich im Gartendenkmal unterwegs sein können, braucht es einen passenden Partner. Gesucht wird ein Partner, der den Prototypen für den dauerhaften Einsatz weiterentwickelt, ihn zertifizierten lässt und zur Serienreife bringt. Historische Parkanlagen in ganz Deutschland haben die bisherige Entwicklung verfolgt und Interesse an dem serienreifen Produkt signalisiert. Interessenten melden sich bitte unter klimawandel@schloesserland-sachsen.de

Das Modul „Kommunikation“ begleitete das Projekt kontinuierlich. Mit einer Wanderausstellung, Fachpublikationen, Veranstaltungen und zielgruppenspezifischen Führungen wurde die Öffentlichkeit umfassend über die Auswirkungen des Klimawandels informiert. Besonders erfolgreich waren Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche, die auch über das Projektende hinaus fortgeführt werden.

Gegen die Auswirkungen des Klimawandels angehen

 

 

 

Anzuchtfläche Schloss Moritzburg
 

 

 

Schattiergerüst Anzuchtfläche Pillnitz

Das Projekt wurde initiiert, um den zunehmenden klimabedingten Belastungen und deren Auswirkungen auf historische Parkanlagen begegnen zu können. Trockenheit, steigende Temperaturen, anhaltende Hitze, sinkende Niederschläge, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Starkwetterereignisse schwächen den Altbaumbestand. Ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen werden die oft hunderte Jahre alten, denkmalgeschützten Anlagen nicht mehr zu retten sein. Ziel des Projekts war es daher, wissenschaftliche Grundlagen zu verbessern, innovative Maßnahmen zu entwickeln und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung zu leisten. Alle diese Ziele wurden erreicht, tragen langfristig zum Erhalt der historischen Gärten bei und sind auf andere Anlagen in Sachsen bzw. darüber hinaus übertragbar. Die SBG wird die begonnenen Maßnahmen weiterführen und ausbauen. Weitere Pflanzungen klimaangepasster Gehölze sind in Vorbereitung. Die Änderungen der gärtnerischen Praxis festigen sich im Team. Auch die entwickelten Bildungs- und Vermittlungsangebote werden fortgesetzt. Die Erkenntnisse fließen in eine deutschlandweite Projektforschung der Fachgruppe Gärten der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen ein. Ziel bleibt es, die historischen Gärten nachhaltig zu bewahren und gleichzeitig ihre Bedeutung für Gesellschaft, Klima und Biodiversität zu stärken.

 

Meldung: Schlösserland Sachsen, Dresden

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 02. Juni 2026