 |
|
Hafenpark, Frankfurt am Main,
Deutschland, 2015
Landschaftsarchitektur: SINAI
Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin/
Frankfurt am Main
Foto: Nikolai Benner
|
Im Osten von
Frankfurt liegt der Hafenpark eine neuartige Spiel- und
Sportstätte, die zur persönlichen Entfaltung für jung
und alt dient. Der Ort bildet das Ende der Grün- und
Flaniermeile entlang des Mainufers und schließt direkt
an den großräumig angelegten städtischen Grüngürtel an.
Bestimmung und Ausrichtung des Parks als Sport- und
Spielpark erfolgte durch eine Publikumsbefragung seitens
der Stadt Frankfurt unter seinen Bewohnern. Seither
dient der Ort als Volkspark, der ein markantes
„Sportband“ beinhaltet, das mit Blickbeziehungen zur
Skyline und zur angrenzenden EZB-Zentrale verknüpft ist.
Aus dieser urban entwickelten Struktur ergaben sich eine
Reihe von Sphären mit neuen Aufenthaltsbereichen: Der „concrete
jungle“ an der Eyssenstraße ist mit 5.000 m² einer der
größten Skate- und Bikeparks Europas und gleichzeitig
ein offener Teil des Parks: Durch die Bepflanzung mit
Gräsern und Zürgelbäumen erhält er sein vegetabiles
Erscheinungsbild. Umlaufende Stahlgitterkonstruktionen
sorgen hingegen dafür, dass die verschiedenen
Spielfelder wie einzelne Arenen wirken. Die Bepflanzung
bettet zugleich alle anderen Spiel- und Fitnessbereiche
in die Anlage ein. Zur Mainpromenade hin gibt es
schollenartige Wiesenplateaus, die als Ruhezonen und
natürliche Entwicklungsbereiche dienen.
Multifunktionsarena Frankfurt
–
Forderung nach
Architekturwettbewerb
|
 |
|
Multifunktionshalle,
Visualisierung (c) HHVision
|
Ebenfalls
nicht Bestandteil der Ausstellung
„Die
Stadt ist der Sport" im DAM ist die im Waldstadion
geplante Multifunktionsarena, die aber über große
Bedeutung für die Stadt und über die Stadtgrenzen hinaus
verfügt. Daher ist ein transparenter
Architekturwettbewerb nach RPW (Richtlinie für
Planungswettbewerbe) erforderlich. Nur so werden die
baukulturelle Qualität, die Vergleichbarkeit der
städtebaulichen und architektonischen Konzepte sowie die
Potenziale dieses Standorts für die Bürgerinnen und
Bürger nachvollziehbar und öffentlich sichtbar.
Der BDA ist es, der mit Besorgnis die Nachricht über die
europaweite Ausschreibung der Generalplanung für die
frühen Planungsphasen der Multifunktionsarena am
Waldstadion zur Kenntnis genommen hat. Es sollte jedoch
in Erwägung gezogen werden, ob die sachliche
Auseinandersetzung mit Architektur und Stadtraum bereits
in den ersten Leistungsphasen hinreichend gewährleistet
ist, wenn ein Generalplanungsunternehmen beauftragt
wird.
Es handelt
sich um eine Planung, die keine Diskussion über
grundlegende Alternativen umfasst, das kann nicht den
Anforderungen an eine Arena gerecht werden, die den
professionellen Hallensport fördern und gleichzeitig als
Veranstaltungsort für nationale und internationale
Kultur- und Sportevents dienen soll. Sicher ist, diese
Arena wird über viele Jahre hinweg den Stadtraum, die
Identität und die Baukultur prägen.
Daher fordert
der BDA Frankfurt die Durchführung eines
Architekturwettbewerbs nach RPW, der mit der Hessischen
Architekten- und Stadtplanerkammer abgestimmt ist. Die
Durchführung eines Wettbewerbs garantiert auf
transparente Weise, dass die am besten geeignete Lösung
in Bezug auf Funktionalität, Stadtgestaltung und Design
für den spezifischen Ort und die Bauaufgabe gefunden
wird. Zudem stellt eine unabhängige Jury sicher, dass
die Auswahl qualitätsorientiert erfolgt.
Nike
Experience Hub, Berlin, Deutschland, 2022
Landschaftsarchitektur: capattistaubach urbane
landschaften, Berlin
Kooperation: Blossity Urban Strategy Consultancy,
Rotterdam
Ein beliebtes
touristisches Pilgerziel ist das ehemalige Sony Center
am Potsdamer Platz in Berlin. Es ist ein weitläufiger
Orientierungspunkt. Eine Sanierung des Gebäudeensembles,
einschließlich der Außenflächen, war 20 Jahre nach der
Fertigstellung und einem Eigentümerwechsel erforderlich.
Die monumentalen, bis zu 40 Meter hohen Glasfassaden
brauchten eine neue Intimität in einem menschlicheren
Maßstab, da die Freiräume mit Buchsbaumhecken und
wenigen Pappelbäumen makellos waren. Weitere wichtige
Ziele der Neuprogrammierung der Freiflächen waren eine
stärkere Belebung, biologische Vielfalt und
Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel. Einige
der Außenflächen konnten durch eine Zusammenarbeit mit
dem Sportunternehmen Nike zu einem bunten
Trainingsbereich aus Nike Grind umgebaut werden, einem
Granulat aus zermahlenen Schuhsohlen, das mit
Expoxidharz überzogen ist. Gleichzeitig wurde ein
Blickfang und eine Toolbox mit einem spiegelnden Kubus
eingebaut. Heutzutage gibt es auf der Sportfläche
regelmäßig Sportveranstaltungen wie zum Beispiel
Workouts. Es gibt verschiedene Stahl- und
Natursteinsitzflächen, die es auch den Zuschauern
ermöglichen, daran teilzunehmen. Sie können aber auch in
das sportliche Training integriert werden.
Eichenholzschwellen bieten dort Sitzgelegenheiten zum
Entspannen und einen dichten Wald aus skulpturalen und
zugleich robusten Felsenbirnen, der den früheren
Baumbestand ergänzt.
Bauprojekt unter dem
Sportplatz an der Reinfelder Schule in Berlin
|
|
 |
|
|
Aufgrund der erhobenen
seismischen Daten entstehen in der
Modellierung dreidimensionale Modelle des
Untergrundes bis in mehrere Kilometer Tiefe,
die Geothermie-relevante geologische
Strukturen identifizieren und eine genaue
Bohrpfadplanung ermöglichen.
Foto: DMT GROUP |
Nicht Thema
der Ausstellung im DAM aber ebenso interessant ist, dass
in Deutschland der Anteil der Gebäudeenergie am
Endenergieverbrauch bei 35 bis 40 Prozent und an den CO2-Emissionen
bei etwa 30 Prozent liegt. Eine der grundlegendsten
Herausforderungen unserer Zeit ist die Inanspruchnahme
nachhaltiger Energiegewinnung. Erdwärme ist ein
bedeutender Bestandteil.
Im Auftrag
des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf wird hiermit auf
einen Schlag die Energie für vier öffentliche Gebäude
gewonnen. Über ein kaltes Nahwärmenetz und Wärmepumpen
werden 8.800 Erdwärmekollektoren drei bestehenden
Schulen sowie einer Turnhalle erneuerbare, CO2-freie
Wärme bereitgestellt. Die Fertigstellung ist für Ende
2026 geplant, was nur 14 Monate nach Beginn der
Bauarbeiten ist. Das Projekt ist eine Blaupause für
Tausende weitere Sport-, Fußball- und Kunstrasenplätze
in allen Kommunen Deutschlands, darauf wiesen
Fachberater, Ralf Janssen von der bauleitenden
Consulting Janssen GmbH, Volkmar Frotscher, Fachberater
für erneuerbare Energiesysteme und Michael Roos vom
Berliner Planungsbüro Techno Care anlässlich eines
Vor-Ort-Besuchs an der Baustelle dieser deutschlandweit
einzigartigen Erdwärme-Anlage unter einem Sportplatz am
20. Februar 2026 hin. R.M.
Siehe auch:
Die Stadt ist der Sport - Teil 1 – kulturexpress.info
Siehe auch:
Städte in Bewegung: Beispiele aus ganz Europa – Teil 2 –
kulturexpress.info