Die
Ausstellung „Die Stadt ist der Sport – Städte in
Bewegung“ zeigt zwölf Projekte aus Europa, die
sportliche Aktivität und Bewegung auf neuartige Weise in
den städtischen Raum einbinden. Das fängt beim
Fußballfeld in bester Innenstadtlage an und geht über
Flussuferparks mit sportlichen Anlagen bis hin zu
Schulhöfen, die sich mit ihren Spiel- und
Sportmöglichkeiten dem angrenzenden Viertel nach außen
hin zu öffnen versuchen. Die in den letzten 15 Jahren
umgesetzten Projekte umfassen ein Spektrum von
ambitionierten Neugestaltungen, über Umnutzungen und
Umprogrammierungen, bis hin zu minimalen gestalterischen
Eingriffen in den bestehenden Bestand.
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The Urban
Sport Zone „Sportheldenbuurt",
Foto: Skate-on |
The Urban
Sport Zone „Sportheldenbuurt" Amsterdam,
Niederlande, 2020. Landschaftsarchitektur: Iris
van der Helm, Landschaftsarchitektin, Gemeinde
Amsterdam, Stadtplanung und Nachhaltigkeit.
Kooperationspartner: Glyffberg Lykke/Dänemark (Skatepark),
Arno Coenen und Iris Roskam (Fliesendesign)
Das „Sportheldenbuurt“
- Sportheldenviertel ist das erste Wohngebiet auf
Zeeburgereiland, einer Insel im Osten von Amsterdam, das
gegründet wurde - Das Zeeburgereiland ist eine
dreieckige Insel im Osten von Amsterdam in der
niederländischen Provinz Nordholland. Sie liegt zwischen
den Oranjeschleusen und dem Diemerzeedijk und wird im
Osten vom IJ begrenzt. Die ehemals als Industriegebiet
genutzte Insel wird im Rahmen des neuen Stadtviertels
IJburg neu entwickelt. Sie wird von der Autobahn A10
sowie – seit 2005 – von der IJ-Tram-Linie des
Amsterdamer Straßenbahnnetzes durchquert.
Die Urban
Sport Zone bietet Fitnessparcours, Spielplätzen,
Sportplätzen und der größten Skateanlage der Niederlande
und bildet dort das Herz des gesamten Viertels, das
2.500 Wohnungen und drei Schulen beherbergt. Der Name
beinhaltet: Dieser Skatepark ist für alle Sportler
geeignet, sei es Skater, BMXer, Scooterfahrer sowie
Inline- und Rollerskater. Das geht bei Anfängern des
Sports los und reicht bis zu den Qualitäten eines
Fortgeschrittenen. Die Umgebung der Anlage wurde so
gestaltet, dass von jedem Punkt im Park aus sowohl der
Skatepark als auch die angrenzenden Grünflächen zu sehen
sind. Dabei hat das niederländische Bürgerengagement
wesentlich zur Entstehung des Parks beigetragen. Hierbei
wurde die Einbindung der Anlage in eine Umgebung mit
grüner Lunge als wichtigste Voraussetzung gesehen.
Die
Ausstellung im DAM begrenzt sich bei der
Präsentation der Beispiele aus dem europäischen
Ausland überwiegend auf Schautafeln, die
natürlich in der Ausruckskraft als vorbildlich
zu werten sind in Bezug zu dem, was in deutschen
Städten auf diesem Gebiet geschieht. In Bezug
auf Frankfurt werden die Linien wahrscheinlich nochmals
etwas enger gezogen werden müssen, allein schon aufgrund
des latenten Platzmangels, der im Innenstadtbereich vor
sich geht. Deshalb wachsen die Häuser auch sehr in die
Höhe, um den Mangel an Fläche zu kompensieren. Doch eine
Sportarena in einem Hochhaus unterzubringen, wäre nur
schwer vorstellbar. Wie soll das gehen, wenn große
Massen nach oben streben, um sich auf beengtem zur
Verfügung stehendem Raum, sportlich betätigen würden?
Superkilen, Kopenhagen, Dänemark, 2012
Landschaftsarchitektur: Topotek 1, Berlin/ Paris
Kooperationspartner: BIG – Bjarke Ingels Group
und Superflex, Kopenhagen
Der Stadtteil Nørrebro in Kopenhagen ist multikulturell
geprägt. Besonders das Viertel Mimersgade galt als ein
Ort mit sozialen Herausforderungen. Mit dem Projekt
Superkilen - Superkeil - wurden eine Bahnbrache und ein
stillgelegtes Eisenbahnwerk zu einem Kulturzentrum und
einer Freiraum-Achse umgestaltet: Merkmal ist eine
doppelte Fahrradspur, die einen für Sport, Musik und
Gastronomie genutzten Platz verbindet mit den
Begegnungsbereichen der für Ballsport und Picknicks zur
Verfügung steht. Neben einem Basketballfeld, einem
original Thai-Boxring, einer Quarterpipe, Turn- und
Spielgeräten möblieren über 100 weitere Objekte den
Superkilen – etwa ein marokkanischer Mosaikbrunnen, ein
armenisches Picknickfeld oder diverse Neonsigns aus den
unterschiedlichsten Kontexten der Kulturen.
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Gemeinsamer
Presserundgang am 19. Februar durch die
DAM-Ausstellung „Die
Stadt ist der Sport", Foto (c) Kulturexpress |
Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreis
Frankfurt, sagt „Sport verbindet Menschen über Alters-,
Leistungs- und Herkunftsgrenzen hinweg. Sport ist das
Rückgrat unserer Gesellschaft. Sport schafft Integration
und vermittelt Werte wie Respekt, Fairness und
Teamgeist. Die Ausstellung im Deutschen
Architekturmuseum bietet mit den Bewegungsstationen
Angebote für alle.“
Andrea Jürges, stellvertretende Direktorin,
ergänzt: „Unsere Kooperation mit dem Sportkreis – die im
öffentlichen Stadtraum schon seit mehreren Jahren
besteht – bereichert nun auch die Ausstellung im Museum
mit Veranstaltungen unterschiedlicher Sportarten. Wir
freuen uns auf unser Auditorium als Sportarena.“
Israel Plads, Kopenhagen, Dänemark, 2014
Architektur: Cobe, Kopenhagen
Kooperationspartner: Sweco Architects, Niras,
Professor Morten Stræde, Barslund
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Israel Plads, Foto: Rasmus
Hjortshøj - COAST |
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Bis 2014 war der südliche Abschnitt eine trostlose,
als Parkfläche genutzte Asphaltfläche, auf der
gelegentlich Flohmärkte stattfanden. Ein 2008
veranstalteter Wettbewerb zur Gestaltung dieser
Teilfläche wurde vom Architekturbüro Cobe gewonnen. Das
Projektteam setzte sich aus Sweco-Architekten, Birk
Nielsens Landschaftsarchitekten, dem Bildhauer Morten
Straede und dem Ingenieurbüro Niras zusammen.
Autos werden auf dem Israel Plads einfach versteckt.
Seit der Neugestaltung verschwinden die zahlreichen
Fahrzeuge somit unter dem Platz. Auf diese Weise
entstand ein aktives und abwechslungsreiches Areal für
Sport und Freizeit. Ob formell oder informell, Bewegung
und Sport werden gefördert. Auf den Bänken unter den
Bäumen kann man das Treiben auf dem Platz beobachten.
Die Idee des Designs ist die eines fliegenden
Teppichs. Die helle Granitoberfläche erhebt sich zur
Straße hin über deren Niveau und senkt sich anschließend
wieder ab. In diesen Zonen werden tribünenartige
Sitzmöglichkeiten angeboten, um die darunterliegende
Tiefgarage zu verbergen. Der Platz bietet öffentliche
Flächen zum Skateboarden sowie einen Streetballkäfig.
Auch Fußball und Basketball können dort gespielt werden,
und er dient als Pausen- und Freifläche für drei
angrenzende Schulen. Mit Bäumen und einem künstlichen
Wasserlauf wird eine gestalterische Verbindung zum
benachbarten Park geschaffen.
Ein zeitgemäßer urbaner Platz hat zahlreiche
zusätzliche Aufgaben. Eine davon ist die Handhabung von
Regenwasser bei extremen Wetterereignissen. Bei starken
Regenfällen wird das Wasser in einen angelegten Bach
geleitet, der in ein großes Wasserbecken im benachbarten
Park führt. Zu allen anderen Zeiten fungiert der Bach
einfach als Wasserspiel. Der Platz und der angrenzende
Park werden nicht nur durch das Wasser verbunden;
kreisförmige Baum-Cluster greifen die Parkgestaltung auf
und schaffen einen Übergang. Israel Plads fungiert
tagsüber als Schulhof, nachmittags als öffentlicher
Basketballplatz und abends als Speisesaal. Unter der
Woche ist er ein Skatepark und am Wochenende ein
Flohmarkt – dies führt zu einer verdichteten,
intelligenten Nutzung rund um die Uhr.
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Impulsvortrag von Bernd
Schnabel am 06. Mai
auf der BAK und
AHK Regionalkonferenz in Hattersheim
zum Thema: Barrierefreie
Freiluftanlagen, Bildungs- und Sportcampus
Bürstadt,
Foto (c) Kulturexpress |
Auf der
Regionalkonferenz in der Hattersheimer Stadthalle, am
06. Mai 2026, zu der die Bundesarchitektenkammer und der AK
Hessen eingeladen hatten, ganz unabhängig von der
Ausstellung die gerade im DAM läuft, wurden mehrere Impulsreferate
zum Thema: Inklusiv gestalten - Infrastrukturen im
Bestand und das bürgerliche Recht auf den Grundsatz der
Barrierefreiheit im städtebaulichen Kontext vorgetragen.
Der Referent Bernd Schnabel von LS2
Landschaftsarchitekten sprach über barrierefrei
gestaltete Freianlagen auf dem Sport- und Bildungscampus
Bürstadt zur ganzheitlichen Bildungs-, Bewegungs- und
Gesundheitsförderung für alle Generationen, wie es hieß.
Einer sorgfältig durchdacht gestalteten Sportanlage ohne
jegliche Zäune um das Gelände, wie der Referent betonte,
sondern frei zugänglich und zur sportlichen Betätigung
für die gesamte Bevölkerung gedacht.
Quais de Seine, Rouen, Frankreich, 2017
Landschaftsarchitektur: IN SITU Paysages +
urbanisme, Lyon
Kooperationspartner: FHY Architekten, ARTELIA +
SOL PAYSAGE (Pflanzenbauingenieure), Les Eclaireurs
(Beleuchtungskonzept), BMF (Wirtschaftsingenieure)
In den vergangenen Jahren wurden die Quais de Seine
an den Ufern der Seine in Rouen umfangreich neu
gestaltet. Heute bieten sie eine beliebte, begrünte
Flaniermeile direkt am Wasser an. Sie gliedert sich in
zwei ganz unterschiedliche Uferseiten und eignet sich
hervorragend für Spaziergänge, Radtouren, Sport oder zum
Verweilen.
Rouens Altstadt befindet sich direkt gegenüber der
Seine und dem ehemaligen Hafen. Das Hafengebiet wurde
jedoch in den vergangenen Jahrzehnten nur als Parkplatz
und einmal jährlich als Kirmesplatz genutzt. Daher wurde
das Areal, das sich 1,2 km lang zwischen zwei Brücken
befand, in einen Uferpark umgewandelt. Ein Netzwerk von
Ruhe-, Sport- und Spielzonen wurde als grüner
Erholungsort in unmittelbarer Nähe des Flusses
geschaffen, in das auch eine historische
Eisenbahnstrecke integriert wurde. Eine ausgedehnte
Liege- und Ballspielwiese öffnet sich stromaufwärts zum
Fluss, wobei die malerische Aussicht auf die Kathedrale
von Rouen wiederhergestellt wird. Stromabwärts befinden
sich Spielplätze, Pétanque-Spielfelder und Fitnesszonen
in zweiter Reihe, die Grasstreifen und Staudenbeeten
verbinden. Volleyball-, Basketball- und Fußballfelder
gruppieren sich weiter flussabwärts; Bodenlinien
schaffen auch ein Fahrrad- und Rollerblade-Parcours auf
einer Asphaltfläche. Dabei ermöglichen die Promenade und
ihre Seitenwege, die parallel zum Fluss verlaufen, ein
Wechselspiel der Blickperspektiven zwischen Zuschauern
und Sportlern. Außerdem laden Spielgeräte wie Schaukeln
und Riesenrutschen zum spielerischen Bewegen ein, die an
die vorhandenen baulichen Strukturen der Brücken
andocken. So entsteht zwischen Park und Ort eine enge
Verbindung. R.M.
Siehe auch:
Die Stadt ist der Sport - Teil 1 – kulturexpress.info
Siehe auch: Sportliche
Aktivität und Bewegung auf neuartige Weise in den
städtischen Raum bringen – Teil 3 – kulturexpress.info