Obwohl diese als „Sonatinen“ bezeichnet werden, nannte
Schubert sie „Sonaten für Klavier mit Begleitung einer
Violine“. Sie sind im Stil der Wiener Klassik ähnlich
wie die Musik Mozarts gehalten. Doch ist dieses Werk
außerordentlich von Schubert'scher Melodik geprägt, soll
heißen, große Leichtigkeit und Heiterkeit wohnt ihr
inne. Bei dieser ersten der Doppel-CD handelt es sich um
die Stücke: op. 137/1 (D 384): Sonate D-Durop. 137/2 (D
385): Sonate a-Moll und op. 137/3 (D 408): Sonate
g-Moll.
;
Der Gattung Sonatine haftet im Allgemeinen ein
Beigeschmack der musikalischen Unterhaltung an, um nicht
zu sagen der Geschmack des Schülerhaften. Doch handelt
es sich in diesem Fall bei Franz Schubert eher um eine
Missdeutung. Denn Schuberts frühes Werk ist in seiner
Komplexität schon sehr ausgereift und weist Züge der
vollwertigen Sonate auf.
Eine anderes Werk Schuberts, das zeitgleich entstand,
ist die 5. Sinfonie. Diese ist für kleineres Orchester
komponiert, ohne Pauken und Trompeten, aber nicht
Bestandteil dieser Aufnahme. Franz Schubert brachte auch
dieses Werk schon in seinen Jugendjahren im Jahre 1816
zu Papier. Die Bezeichnung Op. 137 bezieht sich bei
Schubert nur auf Kammermusik für Violine und Klavier
(D384-408).
Das Wunder der Musik leuchtet in den sechs Werken für
Violine und Klavier dieser Doppel-CD von Ingolf Turban
und Tomoko Sawallisch unmissverständlich auf, einem
Doppelpack das anfügend mit - sämtliche Werke für
Violine und Klavier - untertitelt wurde. Das zeigt, wie
wenig nur und doch unvergleichliches Franz Schubert in
seinem Leben trotz seiner jungen Jahre zu Wege gebracht
hat.
Die drei
„Sonatinen" wurden im
März und April 1816 von dem damals 19-jährigen
komponiert. Im Booklet der CD wird der Schriftsteller
und Dichter Erich Fried mit seinem Gedicht von
der Liebe zitiert, was mittelbar seine Übertragung auf
die Kompositionen Franz Schuberts findet:
„Ist nur was es ist".
Sie kennt kein Außen. Sie bedient nichts. Sie verweigert
jede Art von
„Trivialität der
Darstellung". Im Booklet heißt es weiter: Diese Musik
ist wie Sphärenmusik ohne Kollision mit der
musikalischen Tradition und Konvention seiner Zeit. Ich
werte dies als Indiz der Frühromantik.
Im Abstand von zehn Jahren zu op. 137 entsteht das
„Rondeau brillant" in
h-Moll (1826) und die Phantasie in C-Dur (1827). Beide
sind dem jungen Geiger Josef Slawjk gewidmet,
dessen Virtuosität Franz Schubert zur schöpferischen
Durchdringung des Brillanten anregt. Beide Stücke sind
auf der Doppel-CD zu hören. Hierbei handelt es
sich um eine Neuveröffentlichung aus dem Frühjahr 2026.
Im Booklet heißt
es außerdem, die Musikforschung habe sich mit vier
Sonaten näher beschäftigt, dabei ist zu Tage gekommen,
dass Schubert, was schon längst bekannt ist, ein großer
Mozart-Bewunderer war, mit der Konsequenz, dass er ab
1816 mit dem Komponieren von Sonaten begann, indem er
Einzelstücke, meist übergangslos, in Sphärenmusik
übereinander zu schieben begann.
Rondos und Phantasien zählen
bei alledem schon wieder zu Schuberts Spätwerk, ihre
vordergründige Aufgabe ist es, virtuose Brillanz zu
vermitteln. Wobei Rondo und Phantasie in C-Dur durch ihr
zyklisches Ganzes gar nicht so unähnlich wirken.
Schuberts Verleger bezeichnete in späteren Jahren die
großangelegte Sonate D 574 in A-Dur aus dem Jahr 1817
mit „Grand Duo", vermutlich nur um sie ebenfalls
brillanter erscheinen zu lassen.
R.M.
Tomoko Sawallisch ist
Japanerin und absolvierte die Meisterklasse bei Gerhard
Oppitz in München. Sawallisch konzertiert regelmäßig in
Europa und Japan. Ihre Zusammenarbeit mit dem Geiger
Ingolf Turban ist dabei von besonderer Prägung für
sie gewesen. Sein umfangreiches Repertoire ist
mittlerweile auf über 40 Musik-CD Produktionen
dokumentiert. 2006 folgte er dem Ruf an die Hochschule
für Musik und Theater nach München. 2021 erhielt er den
ICMA - International Classical Music Award.
Kostenlose Hörbeispiele dieses
neuen Doppel-CD-Albums!
Doppel-CD-Programm
Franz Schubert (1797–1828)
Sämtliche Werke für Violine und Klavier
CD 1
Sonata (Sonatina) in D major, D 384, Op. 137 No. 1
01 I. Allegro molto 04:24
02 II. Andante 04:00
03 III. Allegro vivace 04:21
Sonata (Sonatina) in A minor, D 385, Op. 137 No. 2
04 I. Allegro moderato 09:29
05 II. Andante 06:26
06 III. Menuetto: Allegro 02:13
07 IV. Allegro 04:53
Sonata (Sonatina) in G minor, D 408, Op. 137 No. 3
08 I. Allegro giusto 05:06
09 II. Andante 05:42
10 III. Menuetto 02:36
11 IV. Allegro moderato 04:06
CD 2
Grand Duo in A major, D 574, Op. posth. 162
01 I. Allegro moderato 08:33
02 II. Scherzo: Presto 04:00
03 III. Andantino 03:50
04 IV. Allegro vivace 05:33
Rondo in B minor, D 895, Op. 70 “Rondeau brillant”
05 Andante 02:48
06 Allegro 11:38
Fantasy in C major, D 934, Op. posth. 159
07 Andante molto 03:20
08 Allegretto 05:40
09 Andantino 09:49
10 Tempo I 01:08
11 Allegro vivace – Allegretto – Presto 04:47
2 Audio-CDs, Digipack 8-seitig, inkl.
Booklet 3-sprachig (24 Seiten).
Eine Hi-Res-Audio-Aufnahme in 24 Bit.
» Ausführliche Informationen, Texte, Photos etc. im
Booklet
» Gesamtspielzeit: ca. 115 Min. | Booklet-Text: DE, EN,
JP
» Format: 2 Audio-CDs | Reihe "Classics" | VÖ: ab
02/2026 ff.
» Bestell-Nr.: TXA26215 | GTIN (EAN): 4250702802150 |
ISRC
» 2-CD direkt erhältlich bei TYXart oder im Handel