Doris
Kleilein übernimmt ein – national wie international –
ausgezeichnet etabliertes Haus. Das Architekturzentrum
Wien gehört zu den einflussreichsten Architekturmuseen
weltweit. Im Mittelpunkt stand stets die
gesellschaftliche Dimension von Architektur und zuletzt
verstärkt ökologische und feministische Perspektiven.
Mit internationalen Themenausstellungen und
Vermittlungsformaten von Exkursionen bis zu Film-,
Workshop- und Veranstaltungsprogrammen für alle
Generationen versteht sich das Az W als Brücke zwischen
Fachwelt und Alltagsexpertinnen sowie zwischen lokalen
und globalen Fragen. Es verfügt über die bedeutendste
und umfassendste Sammlung zur österreichischen
Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts. Mit seiner
Schausammlung, der öffentlichen Bibliothek, dem Research
Center im Sammlungsdepot sowie Onlineangeboten bietet
das Az W ein umfangreiches Service für Forscherinnen und
alle Architektur- und Baukulturinteressierten.
„Ich bin überzeugt, dass Doris Kleilein in Fortsetzung
der Arbeit von Dietmar Steiner und von Angelika Fitz –
und des gesamten Az W-Teams – die Architektur nicht nur
in ihrer Auswirkung auf die bauliche Umwelt, sondern
auch auf das gesellschaftliche Zusammenleben darstellen
und thematisieren wird. Damit ist garantiert, dass das
Az W weiterhin einen besonders spannenden Beitrag zur
nationalen, aber auch internationalen
Architekturdiskussion liefern wird!“ sagt: Hannes
Swoboda, Präsident des Vorstandes Architekturzentrum
Wien.
„Ich danke Angelika Fitz für die vielfältigen Akzente,
die sie mit Blick auf die Weltarchitektur in der
Architekturszene Wiens gesetzt hat. Mit ihr verliert
Wien eine enthusiastische Kämpferin für Architektur. Sie
hat brennende Fragestellungen der städtischen
Architektur im Architekturzentrum Wien zur Debatte
gestellt, Wien mit Pionier*innen der Architektur
vernetzt und so das Bewusstsein für ökologische und
soziale Belange in der Architekturszene Wiens gestärkt.
Daneben hat sie sich für Architekturjuwele wie die Villa
Beer eingesetzt und sich für den Erhalt sowie den
öffentlichen Zugang der Schütte-Lihotzky-Wohnung
engagiert. Für ihren neuen Lebensabschnitt wünsche ich
ihr alles Gute,“ so Kulturstadträtin Veronica
Kaup-Hasler.
„Ich begrüße
Doris Kleilein als neue Direktorin des
Architekturzentrum Wien und freue mich auf spannende und
anregende Programmsetzungen mit Schwerpunkt auf
Architekturvermittlung. Mit ihrer langjährigen Erfahrung
als Architektin und ihrem weitreichenden Netzwerk bringt
sie vielfältige Perspektiven und fachliche Expertise
ein. Das Architekturzentrum ist eine wertvolle Plattform
für die Auseinandersetzung zwischen Architektur und
gesellschaftlichen sowie politischen Fragestellungen –
ich bin überzeugt, dass Doris Kleilein das Haus in Wien
und darüber hinaus sichtbar positionieren und als Ort
der Begegnung und Debatte für ein noch breiteres
Publikum etablieren wird.“
Veronica
Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft
sagt: „Ich freue mich, dass mit Doris Kleilein eine
internationale Expertin mit einem besonderen Fokus auf
Fragen des Wohnens und des gesellschaftlichen
Zusammenhalts als zukünftige Direktorin für das
Architekturzentrum Wien gewonnen werden konnte.
Mit ihrer facettenreichen, fachlichen Expertise bringt
sie beste Voraussetzungen mit, um das Architekturzentrum
zusammen mit dem Team, als lebendigen Ort des Austauschs
zur Vermittlung aktueller baukultureller Themen und des
architekturhistorischen Erbes weiter zu entwickeln.
Mein besonderer Dank gilt der bisherigen Direktorin des
Az W Angelika Fitz, für ihre langjährige, engagierte
Arbeit, mit der sie das Architekturzentrum Wien
maßgeblich geprägt und international sichtbar gemacht
hat.“
Andreas Babler, Bundesminister für Wohnen, Kunst,
Kultur, Medien und Sport
Doris Kleilein wird das Haus gemeinsam mit dem Team
programmatisch weiterentwickeln und positionieren: „Ich
freue mich sehr, das Az W ab 2027 leiten zu dürfen und
25 Jahre Erfahrung als Architektin,
Architekturkritikerin und Verlegerin in einem neuen
Umfeld einbringen zu können. Das Az W sehe ich als
ideale Plattform, um Architekturvermittlung noch stärker
mit gesellschaftlichen Debatten zu verbinden – von der
Wohnungsfrage über klimagerechtes Bauen bis zur
Migration. Dabei möchte ich an die Stärken des Hauses
anknüpfen: die Verbindung von Ausstellung, Archiv und
Diskurs, die internationale Sichtbarkeit und die
Verankerung in Wien sowie die wertvollen Kooperationen
im Bereich der Forschung und Lehre.
Gleichzeitig sehe ich Potenzial in der Entwicklung neuer
Formate – digital wie analog – um eine noch breitere
Öffentlichkeit zu erreichen. In einer Zeit, in der das
Vertrauen in die Demokratie schwindet, werden Orte der
analogen Zusammenkunft wieder wichtiger – und parallel
dazu ist der digitale Zugang der Schlüssel zur
Sichtbarkeit.
Aus meiner
Wahlheimat Berlin bringe ich den Blick von außen mit:
auf die Wiener Vorreiterrolle im sozialen Wohnbau, in
der Stadterneuerung, im Bau von Nachbarschaften; aber
auch auf das hohe Niveau der österreichischen Baukultur,
die lebendige Architekturszene und das architektonische
Erbe.“
Das Architekturzentrum Wien freut sich, mit Doris
Kleilein eine hervorragende Architekturexpertin und
Architekturvermittlerin als Direktorin gewonnen zu
haben, die im gesamten deutschsprachigen Raum große
Reputation genießt. Ihr internationales Netzwerk und
ihre langjährige publizistische Verbindung mit der
österreichischen Architekturszene wird sie in ihre
Arbeit im Architekturzentrum Wien einfließen lassen und
der Institution neue Impulse geben.
Kurz_CV
Doris Kleilein (*1970 in Kronach) ist eine deutsche
Architektin, Architekturkritikerin und Buchverlegerin.
Nach dem Architekturstudium an der Technischen
Universität Berlin und der University of Manitoba
(Winnipeg, Kanada) war sie Co-Gründerin des
Architekturbüros bromsky (Berlin/Hamburg), das sich auf
Bauen im Bestand spezialisiert hat. Als langjährige
Redakteurin der Bauwelt und Stadtbauwelt (2005–2018) hat
sie einen breiten Überblick über die Architekturszene
und aktuelle Diskurse. Von 2019–2026 leitete sie den
Architekturbuchverlag JOVIS in Berlin, der mit
preisgekrönten Publikationen zu einer internationalen
Plattform für Transformationsthemen der Architektur
avancierte. Sie ist als Vortragende, Moderatorin,
Beirätin und Jurymitglied tätig und schreibt seit 1996
als freie Journalistin über Architektur und Urbanismus,
u. a. für Baunetz, Bauwelt, Archithese, Arch+,
Hochparterre, taz, Deutschlandradio und rbb. 2020 und
2022 forschte sie am Thomas Mann House in Los Angeles zu
Orten der Teilhabe.