Yorck Förster wurde am 17. Mai 1964 in Hannover geboren,
gest. am 17. März 2026 in Frankfurt am Main. Er
verbrachte seine Kindheit in Kornwestheim, die
Jugendjahre in Hanau. Zum Zivildienst zog er nach
Frankfurt. Er studierte an der Goethe-Universität
Philosophie, Soziologie und Kunstpädagogik.
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Yorck Förster kuratiert
anlässlich DAM-Preis am 30. Januar 2026 im
Deutschen Architekturmuseum, Foto (c)
Kulturexpress
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Seit Anfang der 1990er Jahre führte er regelmäßig jeden
Samstag und Sonntag durch die Ausstellungen des
Deutschen Architekturmuseums (DAM). Und nur er führte,
es gab keine Führungsteams von jungen Studierenden, wie
in anderen Museen üblich. Das Publikum war begeistert
und er machte sich unzählige Fans, die seinen
kenntnisreichen Ausführungen, in sonorer Stimme
verständlich vorgetragen, andächtig lauschten. „Der
Architekturmärchenerzähler“
(Zitat Martina Metzner) veranstaltete somit eine Art
kostenlosen Volkshochschul-Kurs der Architektur,
jahrzehntelang, jedes Wochenende. Und darüber hinaus in
vielen weiteren Führungen, Stadttouren und Exkursionen –
im DAM wie auch extern.
Seit 2005 kuratierte er auch Architekturausstellungen im
DAM, in hohem Tempo, zu vielfältigen Themen und mit
unterschiedlichsten Partnern. Anfangs
Einzelausstellungen mit Peter Kulka, dem Künstler Claus
Bury und den Holländern UNstudio. Gefolgt von „Gaudi
Unseen“ und im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld
2007/2008 mit aufsehenerregenden Vor-Ort-Analysen zum
Thema „Gewahrsam“.
Gemeinsam mit DAM-Direktor Peter Cachola Schmal
arbeitete er an „Heterotopia“ über Outsider Artists. Er
organisierte dann Übernahmen wie „Die Weiße Stadt Tel
Aviv“, „Richard Neutra in Europa“ und „Studio Mumbai“,
gefolgt von Einzelausstellungen mit Johannes Peter
Hölzinger, Coop Himmelb(l)au und Antonio de Campos.
Schließlich war er Teil der Teams von „Große Oper – viel
Theater?“ (seit 2017) und „Stadt bauen Heute?“ im
letzten Sommer. In dieser umfangreichen kuratorischen
Arbeit konnte er sein enzyklopädisches Wissen, seine
Neugier, sein zugewandtes Wesen und seine „außergewöhnliche
Sensibilität und Tiefe“
(Zitat Antonio de Campos) sehr gut einbringen.
Darüber hinaus recherchierte und organisierte er
zusammen mit Christina Gräwe seit 2010 den DAM Preis,
schrieb die zugehörigen Publikationen und kuratierte die
Ausstellungen. Die neueste Ausführung, Ende Januar 2026,
konnte er noch miteröffnen und zusammen mit den
Preisträgern und Nominierten feiern.
Seine schockierend endgültige Diagnose erhielt er im
November 2025. Vier Monate später hatte ihn der Krebs
schon besiegt. „Das
Deutsche Architekturmuseum verliert einen großartigen
Mitarbeiter und Architekturexperten, eine wichtige
Stütze und einen liebenswerten Mitmenschen. Wir werden
ihn sehr vermissen.“
(Peter Cachola Schmal im Namen des Teams des DAM)
Die für das DAM zuständigen bzw. relevanten Dezernenten
der Stadt Frankfurt am Main kondolierten beide umgehend:
Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und
Wissenschaft:
„Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Yorck Förster hat
mich tief getroffen. Er war eine beeindruckende
Persönlichkeit. Als kompetenter und wunderbarer Kollege
war er im Deutschen Architekturmuseum sehr geschätzt. Er
ist viel zu früh verstorben, sein Tod stimmt mich sehr
traurig. Er wird sehr fehlen.“
Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und
Wohnen:
„Yorck Förster hat sich leidenschaftlich für gute
Architektur und lebenswerte Städte eingesetzt. Es war
ihm ein großes Anliegen, Zusammenhänge zu erklären und
wichtige Zukunftsfragen einem breiten Publikum zu
vermitteln. Er konnte komplexe Themen auf den Punkt
bringen, Menschen begeistern und uns allen Mut machen,
an der Stadt von morgen zu arbeiten. Er wird uns
fehlen.“
Meldung Deutsches
Architekturmuseum, DAM, Frankfurt am Main
Zielsichere Führungen nicht ohne
Ironie durch unendliche DAM-Ausstellungen brachten immer
neue Erkenntnisse im Umgang mit der Architektur und im
Bauwesen nicht nur im musealen Kontext, sondern waren auch wertvolle Lebensbeigabe eines Wissenden und
Beharrlichen.