Musikwettbewerb

Oxalis Quartett bekommt den ersten opera oblita-Preis

Den ersten opera oblita – Isa und Klaus Pöppinghaus-Preis für „vergessene Werke“ wurde dem Oxalis Quartett zuerkannt. Beworben hat sich das Quartett mit dem letzten Streichquartett, der Nr. 36 op. 69 aus dem Jahr 1845, von George Onslow. Die Jury setzte sich aus der Professorin für Kammermusik Angelika Merkle, dem Konzertveranstalter Karl-Werner Joerg und dem Musikwissenschaftler und Komponisten Dr. Anatol Stefan Riemer zusammen. In der Begründung der Entscheidung führte Dr. Riemer aus: „Es ist das große Verdienst des Oxalis Quartetts, den Blick auf ein hierzulande trotz seiner internationalen werkgeschichtlichen Relevanz bis vor kurzem weitgehend unbekanntes Repertoire zu richten. Die Jury hat überzeugt, dass mit Onslows letztem Streichquartett A-Dur op. 69 aus dem Jahr 1845, nicht nur Spezifika der Pariser Quartettproduktion an sich aufgezeigt, sondern auch die dortige Adaption und Rezeption der Werke der Wiener Klassiker exemplarisch erfahrbar gemacht werden können.“
 

Welt-Ersteinspielung bei cpo

 

 

 

Gruppenfoto des Oxalis Quartett, der Jury und der Stifterin © Robert Hill

„Vergessene Werke“, opera oblita, auf die Konzertbühnen zu bringen, ist das Anliegen des Oxalis Quartetts. Stefan Besan und Friederike Kampick an den Violinen, Tim Düllberg an der Viola und Lucija Rupert am Violoncello haben sich mit Weltersteinspielungen von vergessenen Werken, opera oblita, unbekannter Komponisten, einen Namen gemacht. Zunächst haben die Preisträger des Bad Homburger Meisterkurses für Kammermusik 2023 eine CD im Label der Bad Homburger Schlosskonzerte mit Werken von Johann Anton André und George Onslow aufgenommen. Über diese CD kam der Kontakt zur classic production Osnabrück, kurz cpo. cpo veröffentlicht im Herbst 2026 und im Januar 2027 zwei Einspielungen mit dem Oxalis Quartett, auf denen Werke von André und Onslow zu hören sind.
 

Europaweit einmaliger Preis
 

Die Bad Homburger Schlosskonzerte haben den europaweit einmaligen „opera oblita – Isa und Klaus Pöppinghaus-Preis“ 2025 erstmalig ausgeschrieben, um Interpreten zu ermuntern, mehr Musik unbekannter oder wenig bekannter Komponistinnen und Komponisten in ihr Repertoire und ihre Konzertprogramme aufzunehmen. Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Finanzierung wird durch die Stiftung Bad Homburger Schlosskonzerte, die einen Isa und Klaus Pöppinghaus-Fonds eingerichtet hat, gesichert.
 

Für den „opera oblita – Isa und Klaus Pöppinghaus-Preis", der in seinem Beinamen das Stifterehepaar nennt, können sich ausübende Musikerinnen und Musiker, Ensembles und Orchester aller Nationalitäten und ohne Altersbeschränkung ganzjährig bewerben. Der Anmeldeschluss für die Vergabe ist der 31. Januar eines jeden Jahres. Angenommen werden Bewerbungen, die sich mit Kompositionen beschäftigen, die im Zeitraum von 1750 und 1900 komponiert wurden, bzw. deren Autoren diesem Zeitraum mit ihren Lebensdaten berühren. Die wichtigste Voraussetzung aber ist, dass ein Werk oder eine Werkgruppe im Mittelpunkt steht, die im aktuellen Konzertbetrieb keine oder nur sehr geringe Aufmerksamkeit bekommt.
 

Bewerbungen bitte ausschließlich per E-Mail an das Wettbewerbsbüro:

operaoblita@badhomburger-schlosskonzerte.de

 

www.opera-oblita.de

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 06. März 2026