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Preisverleihung
2026 zum
fünfzigsten
Mal
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Die
ungewollte
Produktkopie
sowie
Diebstahl
der
kompletten
Webidentität
im Fokus der
„Plagiarius“-Verleihung
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Am 6.
Februar 2026
feierte die
Aktion
Plagiarius
das 50. Mal
den
gefürchteten
Negativpreis
„Plagiarius“
für
Hersteller
und Händler
besonders
dreister
Plagiate und
Fälschungen.
Die
Veranstaltung
fand in
feierlichem
Rahmen vor
versammeltem
Publikum
während der
diesjährigen
Ambiente im
Parterre der
Halle 4 im
Europa Saal
auf dem
Frankfurter
Messegelände
statt. Die
Plagiarius-Initiatoren
und der
Laudator
waren auf
dem Podium
anwesend und
begrüßten,
nein, nicht
die
Preisträger,
sondern die
betroffenen
Firmen,
deren
Produkte
kopiert
wurden.
Produkt- und
Markenpiraterie
stellt ein
gewinnbringendes
Geschäft im
Milliardenbereich
dar, an dem
verschiedene
Profiteure
beteiligt
sind: Vom
ideenlosen
Kopisten,
über
Anbieter mit
niedrigen
Preisen und
Plattformbetreiber
aus
Drittstaaten,
bis zu
globalen
kriminellen
Netzwerken.
Die
Unterscheidung
ist
fließend,
weshalb dem
Treiben kaum
Einhalt geboten
werden kann. Sie
unterminieren
den legalen
Handel und
überschwemmen
den
europäischen
Markt mit
oft
ungeprüften,
falsch
deklarierten
und nicht
EU-konformen
Billigprodukten
und
Fälschungen.
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Auf dem
Podium der „Plagiarius"
Negativ-Preisverleihung
am 06.
Februar auf
der Ambiente
2026 in
Halle 4.0 im Eurpoa Saal,
v.l.n.r.:
Aliki Busse,
Christine
Lacroix,
Hans-Jürgen
Völz und
Marc von
Bandemer
Foto (c)
Kulturexpress |
Um die Industrie und die
Verbraucher zu schützen,
verlangen europäische
Wirtschafts- und Handelsverbände
von der Politik, dass
bestehendes Recht sofort und
konsequent umgesetzt wird.
Stärkere Haftung und
Präventionsmaßnahmen von Seiten
der Plattformbetreiber,
intensivere Ahndung bei
Verstößen sowie ein gesetzlich
verankertes Stay-Down-Gebot für
entfernte Fälschungen.
Für effektivere Kontrollen benötigen Zoll- und
Marktüberwachungsbehörden mehr Personal sowie modernste
IT-Technologien. Billigprodukte verdanken ihren Erfolg
auch der Akzeptanz und einer hohen Nachfrage, somit ist
Aufklärung von entscheidender Bedeutung. Ohne Nachfrage
besteht kein Anlass die gefälschten Produkte zu
erwerben.
Auch der
diesjährige Laudator, Dr. Hans-Jürgen Völz,
BVMW-Bundesgeschäftsleiter, betonte in seiner Rede:
„Innovationen sind praktisch die einzige harte Währung,
mit der sich der deutsche Mittelstand im globalen
Wettbewerb noch behaupten kann. Wer sich seines
geistigen Eigentums unbefugt bemächtigt, untergräbt
nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg innovativer
Unternehmen, sondern schädigt systematisch die
Investitionsbereitschaft am Standort Deutschland. Der
Plagiarius dokumentiert die Dreistigkeit dieser
Diebstähle in einer wohltuenden Weise im Licht der
Öffentlichkeit.“
Ein Pro und
Kontra
Zum Verständnis sollte erklärt werden, dass im
künstlerischen Bereich Kopieren oftmals ausdrücklich
erwünscht ist, während pures Fälschen ein Delikt
darstellt. In der Produktwelt jedoch, die von vornherein
darauf ausgelegt ist, kommerzielle Erfolge zu erzielen,
ändert sich der Standpunkt zugunsten einer Manifestation
des Originalproduktes, das den Status quo inne hat an
dem nicht gerüttelt werden kann. Im Augenblick
entscheidet eine sich ändernde Gruppe an Juroren
darüber, was Plagiat ist und was nicht. Natürlich wird
eine Gebühr erhoben, um an der Auswertung teilzunehmen,
um im Rahmen der Plagiarius-Preisverleihung Erwähnung zu finden.
Das ist vielleicht ein Hinderungsgrund, so dass ein
verfälschtes Bild über Plagiate ganz allgemein entsteht, die sich
gerade in Umlauf befinden. Ein Aspekt ist auch wie
aktuell und neu ein Produkt ist, das auf dem Markt
gelangt, um
prompt darauf gefälscht zu werden. Was zu Anfang gleich Einnahmeneinbußen
bedeutet, somit nicht im Sinne des Erfinders eines
Originalproduktes sein
kann.
Verstärkt sollte eingesetzte KI eine zukunftsweisende
Rolle bei der Ahndung spielen. Die Übergänge sind
auch hier fließend und sollten eine neue
Herangehensweise zum Ziel haben. Tradierte Volkskunst
beispielsweise sollte geschützt bleiben, wie das schon
bei mit dem Song „El Condor Pasa" (If I
Could) der Fall war, der
1970 von Simon & Garfunkel kopiert und
vermarktet wurde. Immerhin entstand eine Diskussion und
Jahrzehnte dauernde Streitigkeiten um den Song, um
Rechte an den Melodien zu erwerben, die für den Song verwendet
wurden. Heutzutage besteht die Musik zum Glück nicht
mehr so stark aus lästigen Schnulzen und Ohrwürmern, die
sich im Gehör einnisten und nicht mehr verschwinden
wollen auch nach Jahrzehnten nicht, wenn sie zum
Evergreen geworden sind. Die Geschmäcker haben sich
geändert, das Geschäftsmodell mit der Musik ist zum
Glück ein anderes geworden. Die Tatsache lenkt nicht
vom Urheberrecht ab, das innerhalb der Volksmusik
bestehen sollte. Denken wir an Johann Sebastian Bach oder einen
anderen Komponisten, die für ihre Sinfonien die Melodien
gängiger Volkslieder verwendeten und sie kurzerhand in
ihr Werk einbauten und dafür auch noch gelobt wurden.
Was wären sie ohne diese Melodien aus den Volksliedern?
Nicht mehr als eine Wiederholung bereits gekannter Töne
desselben Komponisten. Die künstlerisch bestimmte
Wiederholung stellt somit eine Ausnahme dar, die nicht
einfach mit dem Plagiatsvorwurf geahndet werden darf.
KI
öffnet eine Tür bei der Aufdeckung von Fälschungen
Das Identifizieren und Entfernen von
Online-Fälschungen durch KI funktioniert in der Regel.
Es ist schwierig, zeitaufwendig und kostenintensiv, die
Verantwortlichen zu identifizieren und die komplexen
Strukturen hinter den arbeitsteiligen Produktions- und
Distributionsnetzwerken aufzudecken.
Neu bei der Verleihung des Negtivpreises ist die
Einbeziehung von Plattformbetreibern, verliehen wurde
der Sonderpreis „Fake-Shop".
Website: www.germens.shop
Links Original-Shop: GERMENS artfashion Markeking GmbH,
Chemnitz, Deutschland, Inhaber René König
Rechts Fake-Shop: www.jeffkelleher.shop /
www.noemibishop.shop
Betreiber: Nicht zu ermitteln - Shops nach monatelangem
Betrieb gelöscht
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Ein „Fake-Shop“ stellt einen vollends nachgemachten
Online-Shop dar. Die Betreiber ziehen Kunden mit
günstigen Angeboten an, nehmen Geld ein, liefern jedoch
keine Ware. Immer öfter fallen Verbraucher*innen dieser
Betrugstrick zum Opfer. Die Shops weisen ein
professionelles Design auf und wirken äußerst
realistisch. Kürzlich betroffen: Der Germens-Shop. Die
GERMENS-Hemden zeichnen sich durch hochwertige
Materialien und außergewöhnliche Designs aus, die von
Künstlern entworfen wurden. Zwischen Juli und November
2025 traten zwei Fake-Shops unter dem Namen „GERMENS“
auf. Ihr Logo, die Texte und Produktfotos wurden
nachgeahmt. Die Produkte wurden zu Dumpingpreisen
angeboten, die unter den Herstellungskosten lagen. Ein
Impressum fehlte, die Widerrufsbedingungen waren
rechtswidrig. Typisch: Es stehen zwar oft verschiedene
Zahlungsmethoden zur Auswahl, aber am Ende der
Bestellung ist nur Vorkasse möglich. Gütesiegel sind mit
dem Siegel-Betreiber zu verlinken. Verbraucher*innen
können unter „verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder“
verdächtige Shops überprüfen und erhalten Tipps zum
Erkennen von Fake-Shops.
„Plattformbetreiber müssen für das haften, was sie
verkaufen und vermitteln", sagte Dr. Hans-Jürgen Völz,
BVMW Bundesgeschäftsleiter für den Mittelstand, der
diesjährige Laudator während der Plagiarius-Verleihung. Die Methoden der Fälscher haben sich in den letzten
50 Jahren gewandelt. Früher kopierte man ein Produkt,
heutzutage kopiert man ganze Identitäten.
Vergeben
wurde zudem ein Sonderpreis, der den Namen „Plagiats-Tsunami“
trägt. Eine Flutwelle von Billigkopien überschwemmt den
Markt, gesteuert über Plattformen wie Alibaba.
Besteck-Sets
„KLIKK“ und „KLIKK POCKET“
Vorne Originale: koziol »ideas for friends GmbH,
Erbach, Deutschland
Plagiate (in Welle): Vertrieb über alibaba.com
Betreiber: ALIBABA.com Singapore E-Commerce
Private Limited, Singapur
Anbieter: Unzählige chinesische Hersteller und
Händler
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Ein
Besteck-Set
der Marke
Koziol ist
vom
Plagiatsvorwurf
betroffen.
Firmeninhaber
Stephan
Koziol
war bei der
Veranstaltung
am 06.
Februar
persönlich
anwesend, um
dabei zu
sein und
gleich
mehrere
Produkte aus
seinem Hause
und
Plagiatsvorwürfe
nachgemachter
Produkte
vorzustellen.
Die Marke
Koziol ist
häufiger
Gast auf den
großen
Konsumgütermessen
wie der
Ambiente mit
einem
immensen
Angebot an
Produkten
und
Produktvielfalt.
Die Produkte
Innovation
in
Zusammenhang
mit den
Plagiatsvorwürfen
besteht in
der
Zusammensteckbarkeit
der
einzelnen
Teile aus
Löffel,
Messer und
Gabel zu
einem Set.
Das Produkt
wurde in
infamer
Weise
kopiert. An
diesem
Beispiel
wird
deutlich,
wie
schwierig es
ist,
Fälschung
und
Weiterentwicklung
zu
unterscheiden.
Was soll
noch erlaubt
sein? Zu
schmal ist
der Grad der
Kommerzialisierung,
der es den
Firmen
erlaubt
erweiterte
Zugeständnisse
an eine
Kopie zu
machen. Wenn
es nur um
das Geschäft
und um
Profite
geht, kann
eine
Kalkulation
scharf
bemessen
sein. Es
entsteht
häufig ein
Moment der
Redundanz,
gerade bei
Waren die
aus China
kommen.
Gebrauchsgegenstände
werden zum
überflüssigen
Utensil.
Wenn dann
auch noch
die
Wegwerfmentalität
zum Zuge
kommt, ist
eine
Schwelle
überschritten.
Wie ich
finde, eine
Form der
Verweichlichung
die
stattfindet
und auf uns
zurollt und
wofür noch
kein
passendes
Gegenmittel
gefunden
wurde, außer
vielleicht
Verzicht
üben. Doch
wer will das
schon in
einer
Konsumgesellschaft?
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Billigplagiate überschwemmen die
erfolgreichen Koziol
Besteck-Sets „KLIKK“ und „KLIKK
Pocket“ wie eine Tsunamiwelle.
Die Originalprodukte sind
kompakt, robust und werden von
Koziol in Erbach im Odenwald
gefertigt. Das Material kann in
der Spülmaschine gereinigt
werden, es ist lebensmittelecht
und vollständig recycelbar. Seit
ihrer Einführung auf dem Markt
wurden die Bestecke vielfach
kopiert und zahlreiche Nachahmer
sowie Onlinehändler abgemahnt.
Vor allem uneinsichtig: Der
Betreiber der Plattform
Alibaba.com: Angebote, die gegen
das Recht verstoßen, werden zwar
nach dem Hinweis auf den
EU-Designschutz entfernt, jedoch
nicht aktiv und automatisch
durch KI verhindert. Trotz des
wöchentlichen „Notice-and-Take-Down“-Verfahrens
zur Entfernung unzähliger
Plagiate durch Koziol können
Händler problemlos immer wieder
dieselben Plagiate mit
identischen Werbetexten und
-fotos hochladen. Dies
verdeutlicht das geringe
Interesse und die fehlende
Bereitschaft zur Prävention
seitens Alibaba. Die instabilen
Billigplagiate kosten 80 bis 95
Prozent weniger als das
Original. Ob sie in Bezug auf
Material und Sicherheit den
europäischen Vorschriften
entsprechen, ist fragwürdig.
Die Jury wird
jedes Jahr neu zusammengestellt aus Vertretern der
unterschiedlichsten Bereiche. Die Jury des
Plagiarius-Wettbewerbs 2026 setzte sich wie folgt
zusammen:
Zoë Brehmer, Director
Trademarks and Operations / Global Intellectual
Property, KARL STORZ SE & Co. KG, Tuttlingen ,
Ute Drescher ,
Chefredakteurin
konstruktionspraxis / elektrotechnikAUTOMATISIERUNG,
Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Würzburg,
Dietmar
Kellner, Senior Manager
Intellectual Property, ZF Friedrichshafen AG,
Friedrichshafen,
Dr. Ralf Kotitschke,
German Patent Attorney /
European Patent Attorney / Partner, Maiwald GmbH,
München,
Michael Reuter, Unternehmer /
Geschäftsführer a.D. diverse
Premium-Konsumgüterhersteller,
Nadine Vicentini,
Geschäftsführerin bayern
design, Nürnberg,
Dr. Achim Wohnhaas,
Geschäftsführer NewTec GmbH,
Pfaffenhofen,
Die juristische
Beratung übernahm Dr. Aliki Busse,
Fachanwältin für Gewerblichen
Rechtsschutz und Partnerin bei Kanzlei Maiwald GmbH,
München.
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