Bisher 450 E-Ladepunkte in Frankfurt am Main in Betrieb

Es sollen immer mehr werden, im März beginnt die Stadt Frankfurt am Main, unter der Leitung des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE), die nächste Phase des Ausbaus der E-Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Die gemeinsam mit externen Fachbüros, Fachämtern und Ortsbeiräten ermittelten und vorgeprüften Standorte werden nun veröffentlicht und an interessierte Betreiber vergeben, teilte die Stadt Frankfurt am Main mit. „Ich freue mich, dass wir mit dem Projekt nun in die nächste Phase eintreten. Der E-Ladeinfrastrukturausbau ist in Frankfurt längst überfällig gewesen – mit dem Start des stadtweiten Rollouts für rund 2500 neue E‑Ladepunkte schaffen wir es nun, vor die Welle zu kommen. Frankfurt holt damit im bundesweiten Vergleich deutlich auf und positioniert sich für die Mobilität von morgen“, erklärt Wolfgang Siefert, Dezernent für Mobilität.

 

Ausbau in Frankfurt und ganz Deutschland
 

 

 

E-Ladestation aus dem Frankfurter Stadtgebiet

Foto (c) Kulturexpress

In Frankfurt entwickelt sich die Bereitstellung von E-Ladeinfrastruktur dynamisch. Derzeit verzeichnet die Bundesnetzagentur etwa 2133 im Stadtgebiet öffentlich zugängliche Ladepunkte, darunter 1890 Wechselstrom- (AC bis 22 Kilowatt) und 243 Schnell-Ladepunkte (DC). Von Januar 2023 bis Januar 2026 hat sich die Anzahl der öffentlich zugänglichen AC-Ladepunkte in Frankfurt um mehr als 350 Prozent gesteigert. In Frankfurt machen reine Elektrofahrzeuge derzeit sechs Prozent aus, während Plug-In-Hybride fünf Prozent ausmachen.

 

Ende 2025 lag der Anteil von Neuzulassungen für rein batteriebetriebene Fahrzeuge in Hessen bei 22 Prozent, was nahezu dem Wert für benzingetriebene Fahrzeuge (22,5 Prozent) entsprach. Im Vergleich dazu waren Diesel mit 14 Prozent und Plug-In-Hybride mit 11 Prozent deutlich weniger vertreten. Der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten nimmt zu.

 

Dieser Trend zeichnet sich bundesweit ab:

Laut der Bundesnetzagentur waren zu Beginn des Jahres 2025 in Deutschland über 120.000 öffentliche Ladepunkte in Betrieb – dies stellt einen Anstieg von etwa 35 Prozent innerhalb von zwei Jahren dar. Laut der International Energy Agency ist die globale öffentliche Ladeinfrastruktur im Jahr 2024 um etwa 40 Prozent angewachsen.

Wie das Kraftfahrt-Bundesamt berichtet, betrug der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2025 etwa 18 Prozent, während der Anteil elektrifizierter Antriebe insgesamt (einschließlich Plug-in-Hybride) deutlich höher war.

Die Zahlen zeigen deutlich: Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität.

Frankfurter Open-Market-Modell   

 

 

   

Die Stadt Frankfurt am Main nutzt beim Ausbau der E-Ladeinfrastruktur auf öffentlichen Flächen das sogenannte „Open-Market-Modell“: Dies hat zur Folge, dass die Stadt – basierend auf einem Beschluss der Stadtverordneten – keine eigenen Ladestationen errichtet oder betreibt. Sie verlässt sich auf den Wettbewerb unter privaten Anbietern, übernimmt jedoch die Planung der Standorte und stellt öffentliche Flächen bereit. „Dieser Ansatz gewährleistet, dass Ladepunkte dort entstehen, wo sie dringend benötigt werden. Zusätzlich müssen die Standorte hinsichtlich Verkehr sinnvoll gewählt, städtebaulich verträglich und im gesamten Stadtgebiet flächendeckend verteilt sein. Heiko Nickel, Leiter der Strategischen Verkehrsplanung im Mobilitätsdezernat, erklärt: „Das Modell ermöglicht uns auch eine effiziente Abstimmung zwischen Verwaltung, Netzbetreibern und anderen Akteuren – und damit eine schnellere Umsetzung.“

Eine Analyse des Frankfurter Bedarfs

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde vom Mobilitätsdezernat zusammen mit dem ASE eine wissenschaftliche Bedarfsanalyse veröffentlicht, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur zielgerichtet voranzutreiben. Sie demonstriert, dass die Notwendigkeit von Ladeinfrastruktur zunehmen wird. Sie hebt hervor, dass Ladepunkte auf privaten Flächen, die öffentlich zugänglich sind, an Bedeutung gewinnen, da Menschen ihre Autos während gewöhnlicher Tätigkeiten oft laden. Es wird prognostiziert, dass künftig etwa 15 Prozent der Ladeinfrastruktur auf öffentlichen Flächen und rund 85 Prozent auf privaten Flächen – wie in Wohnanlagen, auf Supermarktstellplätzen oder in Parkhäusern – entstehen werden.
 

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass neben diesen privaten Ladeangeboten in allen Stadtteilen eine verlässliche und bedarfsgerechte Grundversorgung gewährleistet werden muss. Die Stadt Frankfurt richtet diese nun auf öffentlichen Verkehrsflächen ein, angepasst an die spezifische bauliche Struktur des jeweiligen Quartiers.

 

Pilotphase bestätigt die hohe Nachfrage
 

Die Stadt Frankfurt begann gleichzeitig ein Pilotprojekt, das das gesamte Stadtgebiet umfasste. Das Ziel bestand darin, eine Ladeinfrastruktur so schnell wie möglich zu etablieren, obwohl die begrenzten Platzverhältnisse Frankfurt von anderen deutschen Großstädten abheben. In dieser Versuchsphase erhielten 430 AC-Ladepunkte und 24 DC-Schnellladepunkte die Genehmigung und wurden von vier Ladeinfrastrukturunternehmen betrieben.
 

 

   

Dabei stellte sich heraus, dass die neuen Ladepunkte in Frankfurt über dem Bundesdurchschnitt ausgelastet sind: Die Betreiber behaupten, dass die Auslastung in Frankfurt teilweise bis zu 1,5 Mal höher ist als in anderen deutschen Städten – wahrscheinlich aufgrund der großen Anzahl von Pendlern. Außerdem konnte das ASE Erfahrungen mit einer sinnvollen Gestaltung sammeln: Die zukünftigen Ladesäulen werden ohne zusätzliche Schaltkästen auf dem Gehweg geplant, vorzugsweise im Straßenraum und mit barrierefreien Stellflächen.

In gängigen Lade-Apps sowie den Anwendungen der jeweiligen Betreiber sind die bereits vorhandenen Standorte abrufbar. Die Ladeinfrastruktur der städtischen Parkhäuser in der Innenstadt wurde außerdem erheblich verbessert.

 

„Hier zeigt sich das, was aktuelle Studien belegen: Der Bedarf an E-Mobilität wächst kontinuierlich. Die häufig angeführte Reichweitenangst der Deutschen ist unbegründet: Rund 90 Prozent der Personen, die ihr Auto täglich nutzen, legen am Tag weniger als 50 Kilometer zurück; die durchschnittliche Pendeldistanz zum Arbeitsplatz in Deutschland beträgt 18 Kilometer. Nickel fasst zusammen: „Elektromobilität stellt längst eine praktikable und langfristig ökonomische Lösung dar.“ „Der motorisierte Individualverkehr wird weiterhin Bestandteil des urbanen Mobilitätsmixes bleiben. Aus diesem Grund haben wir im Mobilitätsmasterplan eine Teilstrategie für einen nachhaltigen MIV (motorisierten Individualverkehr) ausgearbeitet, in der die Erweiterung der E-Ladeinfrastruktur von zentraler Bedeutung ist.

Beginn der Ausbauetappe I: Vollständige Versorgungsabdeckung bis zum Rand der Stadt
 

Die erste reguläre Ausbauphase für öffentliche Flächen wurde auf der Grundlage der Bedarfsanalyse vorbereitet. Geeignete Standorte im gesamten Stadtgebiet wurden in Zusammenarbeit mit einer externen Beratung ausgewählt, wobei die zuständigen Ämter und Ortsbeiräte einbezogen wurden. Geplant sind etwa 400 AC- und 20 DC-Ladepunkte. Um eine gerechte und gleichmäßige Verteilung der Standorte über das gesamte Stadtgebiet zu gewährleisten, werden sie in stadtteilübergreifende Bündel organisiert. Diese Standort-Kontingente werden danach, unter anderem im Amtsblatt, bekanntgegeben und in einem transparenten Verfahren an Betreiber von Ladeinfrastruktur verlost. Die Veröffentlichung beginnt im März, wobei fünf Pakete mit jeweils 40 AC-Ladesäulen und weitere fünf Pakete mit zwei DC-Ladesäulen bereitgestellt werden.

 

Es kann davon ausgegangen werden, dass der überwiegende Teil der Ladesäulen bereits 2026 in Betrieb sein wird, da die Standorte gut vorqualifiziert sind.

Die Planung und Umsetzung der weiteren Ausbauphasen erfolgt kontinuierlich auf der Grundlage des Bedarfs. Es soll jährlich eine Identifizierung zusätzlicher Standortbündel und deren Verlosung an Betreiber erfolgen. Der Magistrat schätzt, dass bis 2035 bis zu 2500 weitere Ladepunkte im öffentlichen Raum für die Grundversorgung notwendig sein werden.
 

Gleichzeitig plant die Stadt in diesem Jahr, mit privaten Eigentümerinnen und Eigentümern, wie Wohnungsbaugesellschaften, Gespräche zu führen, um zusätzliche öffentlich zugängliche Ladeangebote zu schaffen. Darüber hinaus fördert die Bundesregierung den Aufbau des Deutschlandnetzes mit Schnellladungseinrichtungen an den Autobahnen in der Umgebung von Frankfurt.

 

Beim Aufladen von Elektrofahrzeugen wird zwischen Wechselstrom- (AC) und Gleichstromladen (DC) differenziert: AC-Ladepunkte sind besonders für längere Standzeiten geeignet, wie sie im Wohnumfeld oder am Arbeitsplatz vorkommen. DC-Ladepunkte bieten dagegen eine besonders zügige Ladeoption und sind vor allem für kurze Aufenthalte oder Orte mit hoher Frequentierung von Bedeutung.
 

Ein Ladepunkt ist entweder eine Steckdose oder ein fest installiertes Kabel an einer Ladestation, das zum Laden eines Elektrofahrzeugs dient. Eine Ladeeinrichtung umfasst hingegen die gesamte Infrastruktur, die zum Laden von Elektrofahrzeugen notwendig ist, einschließlich der Ladepunkte, der entsprechenden Technik und dem Gehäuse.

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 25. Februar 2026