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Tradition
und
Entdeckungsfreude:
Ein
besonderer
Konzertabend
im Schloss
Bad Homburg |
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Die Kirche im
Bad Homburger Schloss ist weit mehr als nur ein
architektonischer Bestandteil der historischen Anlage –
sie ist ein atmosphärisch dichter Konzertort mit
besonderer Ausstrahlung. Eingebettet in die Mauern der
ehemaligen landgräflichen Residenz, verbindet sie
sakrale Schlichtheit mit höfischer Eleganz. Der helle
Innenraum mit seiner klaren Linienführung schafft eine
Nähe zwischen den Musikern und dem Publikum, während die
ausgewogene Akustik selbst feine dynamische Abstufungen
transparent zur Geltung bringt. Gerade für Kammer- und
Orchesterkonzerte bietet sie damit einen Rahmen, der
Musik nicht nur erklingen, sondern wirken lässt. Seit
der Gründung der Reihe „Bad Homburger Schlosskonzerte“
durch Karl-Werner Joerg im Jahr 2000 wurden hier bereits
mehr als 200 Orchesterkonzerte, Kammerkonzerte,
Klavierabende, Opernaufführungen und Meisterkurse
veranstaltet. 
Am
vergangenen
Freitag
gastierte
das
Kammerorchester
Frankfurter
Solisten
unter der
Leitung von
Vladislav
Brunner. Es
präsentierte
ein
Programm,
das drei
Jahrhunderte
Musikgeschichte
umspannte –
von der
Empfindsamkeit
bis zur
expressiven
Moderne. Die
Frankfurter
Solisten
wurden 2001
von
Mitgliedern
des
Frankfurter
Opern- und
Museumsorchesters
gegründet.
Seither hat
sich das
Kammerorchester
als feste
Größe im
hessischen
Musikleben
etabliert.
Es widmet
sich einem
Repertoire,
das von der
Barockmusik
bis in die
Gegenwart
reicht.
Charakteristisch
sind dabei
nicht nur
seine
stilistische
Bandbreite,
sondern auch
die
konsequente
Pflege
unbekannter
Werke
weniger
bekannter
Komponisten.
Als
Solistinnen
bereicherte
das Liv
Quartet, ein
international
besetztes
Klarinettenquartett
mit
ausgeprägtem
kammermusikalischem
Profil, den
Abend. Die
vier
Musikerinnen
– Naama
Caspo
Goldstein,
Laia Haro
Catalan,
Daniela
Pinho und
Gaia
Gaibazzi –
verbanden
technische
Präzision
mit feinem
Gespür für
Klangbalance
und
stilistische
Differenzierung.
Ihr
Repertoire
reicht von
Originalwerken
für diese
seltene
Besetzung
bis hin zu
speziellen
Bearbeitungen,
die neue
klangliche
Perspektiven
eröffnen.
Geprägt
durch die
Zusammenarbeit
mit
renommierten
Mentoren und
ausgezeichnet
bei mehreren
nationalen
und
internationalen
Wettbewerben,
steht das
Ensemble für
eine junge,
neugierige
und zugleich
hochprofessionelle
Generation
von
Kammermusikerinnen,
die mit
Leidenschaft
und
gestalterischer
Klarheit
überzeugt.
Ein Programm
zwischen
Empfindsamkeit
und
Expression
Der
Konzertabend
begann mit
der Sinfonie
e-Moll Wq.
177 von Carl
Philipp
Emanuel Bach
– ein Werk
voller
überraschender
Wendungen,
dynamischer
Kontraste
und
empfindsamer
Ausdruckskraft.
Es folgte
Antonio
Vivaldis
Concerto
G-Dur RV 575
für zwei
Violinen und
zwei Celli,
das in
diesem Fall
auf Anregung
von
Karl-Werner
Joerg für
die vier
Klarinetten
des Liv
Quartets
arrangiert
worden war.
Es
überzeugte
mit
rhythmischer
Energie und
barocker
Virtuosität
und war für
viele
Zuhörer eine
gelungene
Überraschung.
Mit der
Serenade KV
525 von
Wolfgang
Amadeus
Mozart –
besser
bekannt als
„Eine kleine
Nachtmusik“
– entfaltete
sich
anschließend
heitere
Eleganz, die
im
Kirchenraum
transparent
und lebendig
wirkte.
Einen
Kontrast
dazu setzte
Introduktion
und Allegro
op. 47 von
Edward
Elgar:
spätromantische
Klangfülle,
dramatische
Steigerungen
und
kammermusikalische
Passagen
wechselten
einander ab.
Auch hier
kam das Liv
Quartet zum
Einsatz. Das
Werk wurde
eigentlich
für
Streichquartett
und
Orchester
komponiert,
doch durch
die ganz
eigene
Klangfarbe
der
Klarinettenfamilie
in den
Solopartien
gelang eine
neue
Wirkung. Das
Publikum war
begeistert
und bekam
als Zugabe
die vier
Klarinetten
pur zu
hören. Die
Musikerinnen
spielten ein
speziell für
die
Blasinstrumente
bearbeitetes
kurzes Stück
aus der Oper
Carmen von
Georges
Bizet. Den
Konzertabend
rundete
schließlich
die Suite
für
Streichorchester
von Leos
Janáček ab,
deren
markante
Rhythmik und
herbe
Klangfarben
einen
expressiven
Schlusspunkt
setzten.
Die
besondere
Akustik der
Schlosskirche
verlieh dem
Konzert eine
intime,
zugleich
festliche
Atmosphäre.
Das Konzert
war ein
eindrucksvoller
Beleg für
die
künstlerische
Vitalität
der
Frankfurter
Solisten und
des Liv
Quartets. Es
vereinte
musikalische
Tradition
und
spielerische
Entdeckungsfreude
in einem
wunderschönen
historischen
Rahmen.
Text und
Fotos:
Barbara
Altherr
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