DAM Preis 2026 Finalisten

etal. Das robuste Haus. Mehrgenerationenhaus Görzer Straße, München

 

 

Christina Gräwe, freie Kuratorin, stellte das Mehrgenerationenhaus von etal am 30. Januar im  DAM vor, Foto (c) Kulturexpress

 
   
 
   

 

Seit 2007 werden mit dem DAM Preis für Architektur in Deutschland jährlich herausragende Bauten in Deutschland ausgezeichnet. 2026 wird der Preis vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) bereits zum zehnten Mal in enger Zusammenarbeit mit JUNG als Kooperationspartner in einem gestaffelten Juryverfahren vergeben.

 

Neu seit 2017 ist, dass alle Bauten dieser Nominierungsliste, geographisch sortiert, jährlich im Architekturführer Deutschland vorgestellt werden. Die Ausgabe 2026, von DOM publishers verlegt, ist bereits im Handel. Gleichzeitig ist die Longlist auch im Internet unter dam-preis.de einsehbar. Über die Jahre entsteht so zusätzlich ein digitales Archiv bemerkenswerter Gebäude in Deutschland.

 

Eine Expertenjury unter dem Vorsitz der Leipziger Architektin Aline Hielscher bestimmte aus dem Feld der Longlist 21 Projekte für die engere Wahl der Shortlist zum DAM Preis 2026. Eine Auswahl von zwei Bauten deutscher Architekten im Ausland und die Sanierung und Erweiterung der Gründervilla JUNG kommen außer Konkurrenz hinzu.

 

Das Mehrgenerationenhaus mit gemeinschaftlichen Wohnformen soll langfristig bezahlbaren Mietwohnraum sichern. Über ein Konzeptverfahren erhielt die Gruppe Görzer128GmbH 2021 den Zuschlag für ein städtisches Grundstück. Es handelt sich um das erste Neubauprojekt des Mietshäuser Syndikats in München und ist zugleich ein Pilotprojekt der Stadt für die Vergabe von Kleinstgrundstücken für den gemeinschaftsorientierten Wohnungsbau im Erbbaurecht. Der kooperative Planungsprozess wurde von etal. moderiert. Das dreigeschossige Gebäude beherbergt je Geschoss eine Clusterwohnung mit gemeinschaftlichem Wohn- und Essbereich. Im Erdgeschoss gibt es einen Mehrzweckraum, im Untergeschoss eine Werkstatt und einen Waschraum. Alle oberirdischen Geschosse sind in Holzrahmenbauweise, die Aufzugswände und Decken in Brettschichtholz ausgeführt. Das Sparrendach ist in den oberen Wohnräumen als offene Konstruktion sichtbar. Alle Zimmer sind ähnlich groß. Sie sind um die Diele und den Badkern angeordnet. Die Struktur bietet langfristig Raum für verschiedene Lebensentwürfe. Sogenannte Sollbruchstellen ermöglichen das Koppeln von Räumen. Gebrauchselemente wie der hölzerne Sonnenschutz lassen sich selbst umbauen und reparieren. Der partizipative Prozess und das hohe Maß an Selbstbeteiligung haben die Identifikation der Bewohnerschaft mit ihrem Haus gestärkt, so dass das Wissen über die Wandelbarkeit des Gebäudes auch zukünftigen Generationen zugänglich bleibt.

 

Siehe auch: DAM-Preis - Nominierungen - DAM Preis 2026

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 05. Februar 2026