Das ist
unweit des
Kasernen-Areals,
in dessen
einstiger
Klosterkirche
sind
zahlreiche
Künstlerateliers
und der
Ausstellungsraum
Klingental
untergebracht,
wovon Peter
Baer über
viele Jahre
hinweg eines
sein eigen
nannte. Die
meisten
seiner
Ausstellungen
fanden
innerhalb
von Basel
und in
Basel-Land
statt. Der
Stadt fühlte
er sich
verbunden.
Basel ist
eine
weltoffene,
multisensible
Großstadt in
der viele
Religionen
zu Hause
sind, vor
allem die
drei großen
monotheistischen
Strömungen,
wobei starke
reformatorische
Bewegungen
ihren
Ursprung in
Basel haben,
die
ursächlich
für eine
eigene
Schweizer
Identität
sind.
Peter Baer
hatte Aufenthalte in den USA und reiste häufig nach
Spanien, nicht zuletzt um den Motiven in seiner Malerei
nachzugehen. Seine Verbundenheit mit dem eigenen Land
hielten ihn davon ab, Ausstellungsangebote aus dem
deutschen Ausland anzunehmen, obwohl er dem Nachbarland
Deutschland wohl gesonnen war, so dass vor allem
Lokalkolorit in Bezug auf seine Identität als Schweizer
Künstler zutrifft. Er schätzte die klassische Kunst,
mehr als dass er sich neuesten Einflüssen der Moderne
hingab. Die Präsentation seiner Bilder mit und ohne
Rahmen war entsprechend geprägt, oft verbunden mit
öffentlichen Happenings zu den Ausstellungseröffnungen
wie im Ausstellungsraum Klingental, wo er ausstellte.
Die Basler
Zeitung berichtete mehrmals in einer Reportage über ihn
in der Beilage. Seine Bildformate konnten hochkant und
großformatig sein, andere waren quadratisch und klein
oder folgten einem länglichen Tafelformat. Er schuf eine
große Anzahl an Triptychen, bei deren Aufhängung vor der
endgültigen Fassung ich ihn einige Mal im Atelier in
Basel besuchte. Einmal luden er und seine Frau mich
anlässlich einer Ausstellungseröffnung nach Vevey an den
Genfer See ein. Dort bewohnten wir ein Haus in der
Altstadt, das kurz vor Fertigstellung seiner
Gesamtrenovierung stand, wobei die Architekten Wert
darauf legten, bauliche Veränderungen als Bestandteil
des Interieurs erkennbar offen sichtbar zu belassen, was
ein authentisches Bild über den Zustand des sanierten
Gebäudes vermittelte.
Peter Baer
malte Portraits, häufig war seine Frau und
Lebenspartnerin Susi das Motiv, er übernahm häufig auch
Auftragsarbeiten wie aus seiner Vita hervorgeht. Seine
Bildmotive außerhalb der Portraits sind meist durch die
Anwesenheit eines Stiers geprägt, dessen männlich
betonter Habitus durchzieht seine Bilder leitmotivisch.
Oftmals vor expressiver Kraft strotzend in Zusammenhang
mit dem Stierkämpfer, den er Masshalter nennt,
Widersacher und Gegenüber, um animalischen Trieben des
Stiers paroli zu bieten. In ausgebreiteter Haltung
positioniert sich der Stierkämpfer vor dem Herannahen,
ohne den Stier in seiner Auseinandersetzung zum
Blutopfer werden zu lassen. Es geht um den Habitus einer
bestimmten Ästhetik während des Malens und um Haltung,
die der Kämpfer im Moment seiner Begegnung mit dem Stier
einnimmt. Manchmal ist das wie das Heranrollen einer
Lawine bei der es um das Kräftemessen geht, wie eines Herkules der Kunst.
Viele Kunstsachverständige haben sich mit dem Werk Peter
Baers auseinandergesetzt und Texte dazu geschrieben. Zu
ihnen zählt Jean-Christophe Ammann, damals Direktor der
Kunsthalle Basel, der sich intensiv für freischaffende
Künstler einsetzte, obwohl unterschiedliche
Herangehensweisen deren Werdegang prägte. Ammann
befürwortete den radikalen Zugang zu aktuellen
Strömungen in der modernen Kunst und förderte das was
ihm Nahe stand. Peter Baer wollte das klassische Gemälde
in der Kunst haben und stellte dies über die Aufschreie
der Moderne. Vor Jahren erschien eine Publikation im
Basler Friedrich Rheinhardt Verlag über Peter Baer und
sein künstlerisches Werk. Darin enthalten zahlreiche
Beiträge von unterschiedlichen Autoren über ihn oder der
Schweizer Schriftsteller René Regenass, den ich einmal
erleben konnte anlässlich einer Ausstellungseröffnung.
Er gehört zu denjenigen mit denen der Künstler
freundschaftlich verbunden war.
Manche Leinwände Peter Baers wirken leicht, fast
schwebend, durch den hohen Weißanteil im Bild.
Herausragend sind seine Kugelschreiber-Zeichnungen,
publiziert im Buch: Ferienrapport, herausgegeben von
Dieter Koepplin, die mit expressiver Ausdruckskraft die
Handschrift des Architekten tragen, der
dabei ist, seinen Entwurf in einer ersten Skizze
umzusetzen. Ein Nachruf von Kulturexpress
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