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Bundespräsident
Steinmeier kondoliert zum Tod von Rosa
von Praunheim |
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Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier
kondoliert dem Ehemann von Rosa
von Praunheim. Der
Bundespräsident schreibt: Die
Nachricht vom plötzlichen Tode
Rosa von Praunheims hat mich
sehr traurig gemacht. Ich
spreche Ihnen und allen Freunden
und Angehörigen mein tief
empfundenes Beileid aus. Mit
Rosa von Praunheim verliert
unser Land einen seiner
bekanntesten, wirkungsvollsten
und engagiertesten Künstler.
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Rosa von
Praunheim
vor dem Haus
seiner
Adoptiveltern
in
Teltow-Seehof
am Rande
Berlins, Foto (c)
Rosa von
Praunheim
Film, Berlin |
Rosa von
Praunheim hat mit seinem großen
Fleiß, seinem Können, seiner
Beharrlichkeit, mit seiner Lust
an der Provokation und nicht
zuletzt mit seinem Humor etwas
geschafft, was nicht viele
Künstler von sich sagen können:
Er hat tatsächlich, vor allem
durch seine Filme,
gesellschaftliche Wirklichkeit
verändert. Ohne sein Werk wäre
die Geschichte homosexueller
Emanzipation in Deutschland
anders verlaufen. Und so kann
man sicher sagen: Viele Menschen
haben Rosa von Praunheim viel zu
verdanken – auch wenn sie sein
Werk vielleicht nicht einmal
kannten.
Den Namen Rosa von Praunheim
aber kannten die allermeisten in
Deutschland. Er war ein bewusst
öffentlich lebender, die
Öffentlichkeit auf sehr
vielfältige Weise suchender und
sie immer aufs Neue
interessierender Künstler. Rosa
von Praunheim war
unvergleichlich.
Auch die internationale Wirkung
Rosa von Praunheims ist enorm.
Auf den großen Filmfestivals
weltweit liefen seine Filme,
sorgten auch dort für
Provokation und Irritation - und
für Aufklärung, Toleranz,
gegenseitigen Respekt.
In dieser schweren Zeit wünsche
ich Ihnen Kraft und die
Gemeinschaft mit Menschen, die
Ihnen mit Trost und Hilfe zur
Seite stehen.
Bundespräsidialamt, Berlin
Akademie der Künste trauert um Rosa von
Praunheim
Rosa von Praunheim, geboren 1942 in
einem Rigaer Gefängnis, verstarb am 17. Dezember 2025 in
Berlin. Seit 2009 war er Mitglied der Akademie der
Künste, von 2015 bis 2018 Direktor der Sektion Film- und
Medienkunst. Er war ein Künstler von großer
Produktivität: Als Regisseur und Autor realisierte er in
50 Jahren über 150 Dokumentar- und Spielfilme, war
Maler, schrieb Gedichte, veröffentlichte Bücher, lehrte
als Dozent für Regie an der Hochschule für Film und
Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Zuletzt
arbeitete er zunehmend am Theater. Seine Arbeiten waren
von Anfang an eng mit dem politischen Engagement in der
Schwulen- und Lesbenbewegung verbunden. Als Mitbegründer
und Aktivist setzte er sich für die Abschaffung des
Paragrafen 175, die Emanzipation der Homosexuellen und
für Safer Sex in der AIDS-Pandemie ein. Mit Nicht der
Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der
er lebt (1971) wurde er zur Ikone der Bewegung. In
seinen zahlreichen Porträtfilmen interessierte er sich
für Prominente wie Rex Gildo, Werner Schroeter,
Charlotte von Mahlsdorf, Evelyn Künneke, Goethe und
Hitler genauso wie für Nicht-Prominente. Seine
Provokationen waren nie Selbstzweck, sondern forderten
zur Diskussion auf. Mehrere seiner Filme wurden von
öffentlich-rechtlichen Sendern boykottiert. Rosa von
Praunheim wurde international hochgeschätzt und vielfach
geehrt. In seinem letzten Film Die satanische Sau setzte
er sich provokativ mit dem Thema Tod und Sex
auseinander.
Elfi Mikesch, Mitglied der Akademie der Künste,
würdigt Rosa von Praunheim: „Bis zum letzten Tag hast Du
uns gezeigt, was Kreativität vermag, was Großzügigkeit
und Überraschung bewirken können. Deine radikale Poesie,
das Leben zu lieben, zu inspirieren, mit allen Sinnen
die Wahrheit zu sprechen. Zu handeln. Als Künstler und
Filmschaffender, als engagierter mutiger Mensch. Vor
wenigen Tagen noch die Hochzeit Rosa und Olli. Ein
Höhepunkt – ein strahlender Tag unvergesslich, wie auch
Du. Was Du uns durch Dein Werk geschenkt hast, durch
Deinen Humor, das lebt weiter als ROSAS GARTEN. Dort
begrüßt uns eines Deiner unzähligen Gedichte als
Botschaft für das Jahr 2026 – DENN DU SELBST BIST EIN
GEDICHT. ANFANG / Ich weiß nicht, woher ich komme / wann
ich fliegen lerne / und ob ich je meinen Fuß / leise auf
eine Wolke setzen kann / ohne abzustürzen“
Die Akademie der Künste trauert
um ihr Mitglied.
Manos Tsangaris
Präsident der Akademie der
Künste, Berlin
Der WDR trauert
um Rosa von Praunheim
Der WDR-Programmbereichsleiter
Fiktion Alexander Bickel:
„Die Nachricht vom plötzlichen
Tod von Rosa von Praunheim
bestürzt uns sehr. Der WDR ist
dieser vielseitigen
Künstlerpersönlichkeit seit
vielen Jahren eng verbunden, wir
verdanken ihm eine Reihe sehr
besonderer Filme, in denen er
mit der ihm eigenen Handschrift
in Welten vorgedrungen ist, die
sonst oft unentdeckt bleiben.
Die Außenseiter der
Gesellschaft, Lebenswege und
Biografien im Grenzbereich waren
ihm ein Anliegen, die
Schwulenbewegung und die
AIDS-Kampagne seine zentralen
Themen. Mit Rosa von Praunheim
verliert die Film-, Medien- und
Theaterwelt, aber auch die
LGBTQ-Community einen ihrer
leidenschaftlichsten und
unermüdlichsten Mitstreiter.
Nicht immer hat er sich mit
seinen Aktionen Freunde gemacht,
immer aber waren seine Auftritte
für ihn Teil einer größeren
Idee. Einzigartig seine
Persönlichkeit, seine Art und
Weise, auf Menschen zuzugehen,
seine Leidenschaft, sein
unermüdlicher Tatendrang und
dieses schier unendliche
Füllhorn an Einfällen.“
Titel des WDR mit Rosa von
Praunheim: „Nicht der
Homosexuelle ist pervers,
sondern die Gesellschaft, in der
er lebt“ (1971), „Überleben in
New York“ (1989), „New York
Memories“ (2010), „Praunheim
Memories“ (2014), „Auf der Suche
nach Heilern (2014)“ „Härte“
(2015), „Dreißig Jahre an der
Peitsche“ (2024)
WDR
Kommunikation, Westdeutscher
Rundfunk Köln
Stadt Frankfurt
trauert um Rosa von Praunheim
Er war
Filmemacher, Aktivist und Ikone
der Schwulenbewegung: Am
Dienstag, 17. Dezember, ist Rosa
von Praunheim im Alter von 83
Jahren gestorben. Die Stadt
Frankfurt am Main spricht seiner
Familie, seinen Freunden und all
denjenigen, die ihm nah standen,
ihre Anteilnahme aus.
Rosa von Praunheim wurde 1942 in
Riga als Holger Radke geboren
und wuchs in der DDR auf. 1953
flüchtete er gemeinsam mit
seiner Familie in den Westen und
kam über Umwege nach Frankfurt
am Main. Hier besuchte er die
Wöhlerschule. Der Stadtteil
Praunheim, in dem er seine
Jugend verbrachte, inspirierte
ihn später auch für seinen
Künstlernamen. Seine
künstlerische Laufbahn begann er
an der Werkkunstschule Offenbach
– heute: Hochschule für
Gestaltung. Er war Film- und
Theaterregisseur, Produzent,
Autor, Professor für Regie sowie
Aktivist, Wegbereiter und
Mitbegründer der LGBTQ-Bewegung
in Deutschland. Sein Film „Nicht
der Homosexuelle ist pervers,
sondern die Situation, in der er
lebt“ gilt als Meilenstein der
deutschen Lesben- und
Schwulenbewegung. Das Deutsche
Filmmuseum in Frankfurt ehrte
von Praunheim 2005 mit einer
Ausstellung und Retrospektive
sowie 2022 mit dem Film „Rosas
Theater“.
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner sagt:
„Unsere Stadt darf es als große
Ehre betrachten, dass Rosa von
Praunheim seinen Künstlernamen
nach dem Frankfurter Stadtteil
wählte, in dem er aufgewachsen
war. Rosa von Praunheim war ein
Multitalent als Künstler und ein
unermüdlicher und
erfolgreicherer Streiter für die
Rechte der LGBTQ-Community. Rosa
von Praunheim hat entscheidend
zur Enttabuisierung von
Homosexualität in unserer
Gesellschaft beigetragen, er hat
mit seinen Filmen notwendigen
Debatten angeregt. In den 1980er
Jahren hat er sich früh für
aidskranke Menschen engagiert
und auch hier wieder
gesellschaftlich gearbeitet.“
Oberbürgermeister Mike
Josef sagt: „Mit dem Tod
Rosa von Praunheims verlieren
wir einen außergewöhnlichen
Künstler, der mit seinem Mut,
seiner künstlerischen
Radikalität und seinem
unermüdlichen Einsatz für
Sichtbarkeit und Akzeptanz
gesellschaftliche Debatten
angestoßen hat, die bis heute
nachwirken. Frankfurt verliert
eine Persönlichkeit, die unserer
Stadt mit ihrem Namen immer
verbunden blieb und dessen
Wirken weit über ihre Grenzen
Bedeutung hatte.“
Ina Hartwig, Dezernentin
für Kultur und Wissenschaft,
sagt: „Die Nachricht vom
plötzlichen Tod Rosa von
Praunheims hat mich sehr
getroffen. Er war nicht nur ein
besonderer Mensch, ein
außergewöhnlicher Filmemacher
und eine beeindruckende
Persönlichkeit, sondern auch ein
wichtiger Fürsprecher für die
Gleichstellung aller Menschen
unabhängig von ihrer sexuellen
Orientierung. Er hat sein Leben
lang dafür gekämpft, dass
Homosexualität und queere
Lebensformen selbstverständlich
sein sollten in einer offenen
Gesellschaft. Jetzt ist diese
wichtige und starke Stimme
verstummt. Ich wünsche seinen
Angehörigen, seiner Familie und
seinem Ehemann, den er erst vor
wenigen Tagen geheiratet hat,
viel Kraft und Trost in diesen
schweren Tagen.“
Stadt Frankfurt
am Main (pia)
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