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ABG kauft Grundstück am
Kaiserlei und plant neues Stadtquartier |
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Die
Frankfurter
Wohnungsbaugesellschaft
ABG Holding
Frankfurt
plant die
Bebauung des
früheren
KWU-Areals
am Kaiserlei
in Offenbach
am Main. Am
24. Oktober
hatte Frank
Junker,
Vorsitzender
der
ABG-Geschäftsführung,
im
Offenbacher
Rathaus die
Planungen
für das
Großprojekt
mit knapp
1200
Mietwohnungen,
einer
Bruttogeschossfläche
von rund
122.000
Quadratmetern
und einer
Investitionssumme
von mehr als
500
Millionen
Euro
vorgestellt.
Im Rahmen
des für
November
angekündigten
Notartermins
haben die
ABG und die
Adler Group
den Verkauf
des
Grundstücks
am Montag,
10.
November,
notariell
beurkundet.
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KWU-Gerippe
am Kaiserlei,
November
2025, Foto
(c)
Kulturexpress |
„Mit dem
erfolgreichen Ankauf des so
lange brachliegenden Grundstücks
am Kaiserlei in Offenbach
schaffen wir die Grundlage für
ein lebenswertes Wohnquartier
mit sozialer und gewerblicher
Infrastruktur“, sagt
ABG-Geschäftsführer Junker und
ergänzt: „Wir danken der Adler
Group für die sehr fairen und
sehr kollegialen Verhandlungen
und den Stadtverordneten in
Offenbach für Ihre Zustimmung
zur Entwicklung des Projekts ‚Kaiserviertel‘.“
Die Stadtverordneten der Stadt
Offenbach hatte den Plänen in
der Vorwoche zugestimmt.
Die Türme auf dem
KWU-Areal wurden 1973 errichtet.
KWU war ein Tochterunternehmen
von Siemens und AEG. Bis zum
Jahr 2004 waren die Hochhäuser
Sitz der Kraftwerke Union (KWU).
Danach standen die Türme leer.
Die ABG bereitet
nach ihrem Erwerb den
Abbruch der 20- und 24stöckigen
Baugerippe für das Frühjahr 2026 vor.
Bezugsfertig wird das Neubau-Projekt
voraussichtlich ab dem Jahr 2029
sein.
KWU-Türme weichen neuem
Kaiserviertel mit Wohnen und
Arbeiten
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Nach intensiven Verhandlungen
zwischen der Frankfurter
Wohnungsbaugesellschaft ABG und
der Stadt Offenbach gibt es eine
Einigung über eine neue Nutzung
des früheren KWU-Areals am
Kaiserlei in Offenbach. Das
Areal hat durch seine weithin
als „Gerippe“ sichtbaren Türme
am westlichen Offenbacher und
östlichen Frankfurter
Stadteingang große
Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Die ABG und die Stadt Offenbach
haben einen Letter of Intent (LoI)
vereinbart, den der Magistrat
der Stadt Offenbach am Mittwoch
beschlossen hat und ihn jetzt
der Stadtverordnetenversammlung
zur finalen Beschlussfassung
vorlegt.
„Die Türme gehören nicht der
Stadt Offenbach und deshalb war
es eine äußerst komplizierte
Herausforderung, die richtigen
Akteure für ein gutes Projekt
zusammenzubringen“, erinnert
Offenbachs Oberbürgermeister
Felix Schwenke daran, dass
die Handlungsmöglichkeiten der
Stadt in den vergangenen Jahren
eng waren. „Jetzt ist es
gelungen, ein für Offenbach und
für die Region durch und durch
nützliches Vorhaben zu
verabreden: von Wohnen bis
Arbeitsplätze ist im zukünftigen
„Kaiserviertel“ alles dabei, was
dringend gebraucht wird. Das ist
ein guter Tag für Offenbach und
für die Region. Ich danke
ausdrücklich und sehr ernsthaft
allen bei der ABG und in
Offenbach auf politischer und
fachlicher Ebene, die
mitgeholfen haben, diese Lösung
zu ermöglichen.“
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Der Frankfurter
Oberbürgermeister und
Aufsichtsratsvorsitzende der ABG,
Mike Josef sagt: „Eine gute
Kooperation mit der Region ist
mir wichtig. Von einer solchen
Zusammenarbeit sollen alle
profitieren. In der ganzen
Region, aber insbesondere in
Frankfurt, benötigen wir
Wohnungen für Studierende und
mehr bezahlbaren Wohnraum für
alle. Deshalb war es mir
wichtig, dass die ABG einen
Vorschlag macht, wie ein
vernünftiges Projekt
funktionieren kann.“
Ines Fröhlich,
Staatssekretärin im Hessischen
Ministerium für Wirtschaft,
Energie, Verkehr, Wohnen und
ländlichen Raum sagt: „Kein
Talent in Hessen soll sich
darüber sorgen müssen, wie und
ob sie oder er eine bezahlbare
Wohnung findet. Als
Wirtschaftsministerium haben wir
deshalb bereits frühzeitig
unsere Unterstützung zu diesem
wichtigen Projekt zugesagt,
immer unter der Voraussetzung,
dass dabei ein Studentenwohnheim
nennenswerter Größe entsteht. Im
Zusammenspiel aller Beteiligten
ist das gelungen, und wir stehen
zu unserem Wort. An der Stelle
der früheren KWU-Türme sollen
354 Wohnheimplätze für
Studierende entstehen. Wir
fördern so mit einem weiteren
Projekt den Bau bezahlbarer
Unterkünfte für Studierende und
treiben den Wohnraumbau voran.
Ein maßgeblicher Erfolgsfaktor,
dass Hessen als Bildungsstandort
attraktiv bleibt und zukünftigen
Fachkräften ein zu Hause
bietet.“
ABG-Geschäftsführer Frank
Junker erklärt: „Wohnen ist
eine Aufgabe der Region und
macht nicht an der Stadtgrenze
halt. Wir planen auf dem
früheren KWU-Areal in Offenbach
einen positiven städtebaulichen
Beitrag zum Gesamtkonzept
Kaiserlei zu leisten und
dringend benötigten Wohnraum zu
realisieren. Das, wofür die ABG
steht, werden wir auch an diesem
Standort umsetzen: Neubau mit
hoher Wohnqualität, hohem
Energieeffizienzstandard,
soziale Durchmischung und einer
sinnvollen Infrastruktur. Bei
der Entwicklung des
Hafenquartiers und des
Senefelder Quartiers haben wir
uns bereits erfolgreich für neue
Wohnungen und Quartiere in
Offenbach engagiert. Wir freuen
uns, dies bald auch auf dem
bereits lange brachliegenden
Areal am Eingang zur Stadt zu
tun.“
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Visualisierung:
ABG / AS+P
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Frank Junker ergänzt:
„Wesentlicher Eckpfeiler des
Kaiserviertel-Projektes werden
die 1.179 Mietwohnungen sein.
Das ist unser Kerngeschäft.
Deshalb machen wir das Projekt
sehr gerne möglich und bedanken
uns bei allen Beteiligten, dass
es nun konkrete Form annehmen
kann.“ Im Vorhaben sollen 30
Prozent der Zahl der Wohnungen
als öffentlich gefördertes
Studierendenwohnheim mit Platz
für 354 Studentinnen und
Studenten gebaut werden. „Das
Land Hessen beabsichtigt die
Errichtung des
Studierendenwohnheims zunächst
durch den Erwerb der
betreffenden Teilfläche zu
ermöglichen. Sobald sich die
Pläne konkretisiert haben und
Förderanträge für die Umsetzung
eingegangen sind, werden wir
diese nach Möglichkeiten
unterstützen. Unser
Landesförderprogramm
„Studentisches Wohnen“ setzt
genau dort an“, so Fröhlich.
„Zusätzlich werden 10 Prozent
der Fläche zur Wohnnutzung als
öffentlich geförderte Wohnungen
gebaut – damit es auch ein
Angebot gibt für alle, die hart
arbeiten, aber nur ein geringes
Einkommen haben“, so Schwenke.
Dies werden je nach final
realisiertem Wohnungsmix circa
97 Wohnungen sein. Insgesamt
gehören damit 23,2 Prozent der
Bruttogeschossfläche Wohnen zum
öffentlich geförderten Wohnraum.
„Die Stadt und die ABG haben
sich zudem darauf verständigt,
dass entlang der Strahlenberger
Straße ausschließlich Gewerbe
und ein Parkhaus entstehen
werden. Damit sichern wir die
gewerbliche Entwicklung des
Kaiserleis ab und schaffen Raum
für Arbeitsplätze. Sehr
erfreulich und wichtig für uns:
Hier wird die ABG in jedem Fall
mindestens 4.200 Quadratmeter
konventioneller Büroflächen
erstellen“, so Offenbachs OB
Schwenke. Das Bestandshotel wird
ebenfalls entlang der
Strahlenberger Straße neu
gebaut.
Neben diesen Eckpfeilern sind
weitere Punkte für die Wirkung
des Projektes wichtig. „Auch
diese sind so ausgestaltet, dass
es sich um ein in sich stimmiges
Gesamtprojekt handelt“, betont
Offenbachs Bürgermeisterin
Sabine Groß, die ebenso wie
Offenbachs Baudezernent
Paul-Gerhard Weiß gemeinsam
mit OB Schwenke für Offenbach
die Verhandlungen mit der ABG
geführt hat.
„Die Baumasse wird geringfügig
unter dem bisherigen Baurecht
liegen und 121.788 BGF betragen.
Wir haben darauf geachtet, dass
die Freiflächen und die
Verdichtung dem entsprechend,
was bisher in Offenbach zulässig
war. Beispielsweise werden Teile
der Dächer als Freiflächen für
die Einwohnerinnen und Einwohner
hergerichtet“, so Stadtrat Weiß.
Die Zahl der Autostellplätze
soll 0,6 pro Mietwohnung
betragen. Für das
Studierendenwohnen wird, da
Studentinnen und Studenten
weniger Autos besitzen, ein
geringerer Schlüssel festlegt.
Der Wert liegt damit oberhalb
der aus Entwicklersicht oft
geforderten 0,5 Autostellplätze.
„Außerdem ist festgehalten, dass
dieser Wert auch tatsächlich
gebaut wird. In anderen Vorhaben
ist es üblich, durch ein
Mobilitätskonzept oder durch
Fahrradabstellplätze die
tatsächlich zu bauende Zahl der
Stellplätze noch zu reduzieren,
so dass die Stellplatzzahl
lediglich rechnerisch erreicht
wird“, so OB Schwenke. Das
ABG-Vorhaben am Kaiserlei wird
stattdessen zusätzlich ein
Mobilitätskonzept und zusätzlich
Fahrradabstellplätze
realisieren. Insgesamt sind 737
Autoabstellplätze geplant,
mindestens aber 707. „Damit ist
eine gute Grundlage geschaffen,
dass das Vorhaben den
rechtlichen Vorgaben entspricht
und zugleich dem entstehenden
Parkdruck möglichst angemessen
gerecht wird. Die
Fahrradabstellplätze werden in
Innenräumen geplant“, sagt
Baudezernent Weiß.
„Im Vorhaben wird eine Kita
realisiert. Damit ist
sichergestellt, dass unsere
großen Fortschritte bei der
Abdeckung der Stadt mit genügend
Kita-Plätzen bestehen bleiben.
Wie in Offenbach üblich, müssen
die vom Bauvorhaben verursachten
Kitaplätze von der ABG selbst
bezahlt werden. Außerdem ist wie
in allen vorhabenbezogenen
Baurechtsschaffungen in
Offenbach zudem auch ein
Energiekonzept vereinbart, dass
die Einhaltung der wichtigen
Ziele des Klimaschutzkonzeptes
2035 der Stadt Offenbach
ermöglicht und das
Schwammstadtprinzip wird durch
so viele versickerungsfähige
Flächen und begrünte Dächer wie
möglich umgesetzt“, betont
Bürgermeisterin Groß.
„Dank größtem Engagement aller
beteiligten Leitungsebenen und
Fachleute der städtischen
Dezernate, Ämter und
Gesellschaften sowie aller
Handelnden auf Seiten der ABG
ist uns es gelungen, hier
gemeinsam mit der ABG und GBO
eine städtebaulich auch
langfristig passende Lösung für
das gesamte Quartier zu finden“,
hebt Baudezernent Weiß hervor.
„Für die öffentlich geförderten
Wohnungen haben wir zudem eine
Option vereinbart. Unsere
Offenbacher
Wohnungsbaugesellschaft GBO wird
die Möglichkeit bekommen, die
öffentlich geförderten Wohnungen
zu kaufen und zu betreiben. Die
Entscheidung darüber fällt, wenn
die tatsächlichen Preise zum Bau
durch die ABG genannt werden
können. Dies wird
voraussichtlich im Laufe des
Jahres 2027 der Fall sein“, so
der Aufsichtsratsvorsitzende der
GBO Martin Wilhelm.
„Ein solch bedeutsames Projekt
wirkt in Sachen Wohnen und
Arbeitsplätze positiv für die
gesamte Entwicklung des
Kaiserleis und der
Nachbarschaft. Daher ist es ein
Vorteil, dies im Konsens mit
wesentlichen politischen Kräften
unabhängig von Opposition,
Regierung und Wahlperioden zu
realisieren“, betont OB
Schwenke. „Die positive
Begleitung des Projektes durch
Union und Linke finde ich
deshalb ein starkes Signal für
die konstruktive politische
Kultur in Offenbach“, dankt
Schwenke.
Gerade im Kaiserlei-Gebiet
besteht ein hoher Parkdruck. Die
CDU hat auf ausreichend
PKW-Stellplätze Wert gelegt,
welche bei dem Projekt
erfreulicherweise realisiert
werden. Ebenso begrüßt die Union
die Berücksichtigung von
Gewerbeflächen. „Der ausgewogene
Mix von Wohnen und Gewerbe ist
wichtig für die wirtschaftliche
Entwicklung und für
Arbeitsplätze in der Stadt“, so
CDU-Chef Andreas Bruszysnki.
Weiter: „Durch die Entwicklung
von Wohnraum für Studenten
entspannt sich der Wohnungsmarkt
hoffentlich derart, dass auch
Auszubildende leichter eine
Wohnung finden.“
Offenbachs
Linken-Fraktionschefin Gizem
Erinc-Ciftci begrüßt im
Namen der Linken, dass nach über
zehn Jahren Stillstand und
Bodenspekulation am Kaiserlei
nunmehr eine tragfähige Lösung
gefunden werden konnte. Zwar
seien zehn Prozent geförderter
Wohnraum neben
Studentenwohnungen angesichts
der angespannten Lage auf dem
Offenbacher Wohnungsmarkt nicht
ausreichend, und die Linke hätte
sich einen deutlich höheren
Anteil an Sozialwohnungen
gewünscht. „Dennoch erkennen wir
an, dass die jetzige Lösung
unter den gegebenen Bedingungen
die tragfähigste Option war –
besser jedenfalls, als das
Gelände weiter brachliegen zu
lassen oder in privater Hand
erneut der Spekulation zu
überlassen“, so Erinc-Ciftci.
Meldungen: Presseinfo der Stadt Frankfurt am Main (pia)
und ABG Frankfurt Holding GmbH
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