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Chance in Randlagen: Wie Homeoffice,
Wirtschaftsflaute und KI den Münchner
Büromarkt verändern |
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Die Zeiten
für die
Vermarktung
von
Büroimmobilien
sind
schwierig.
Homeoffice
und
wirtschaftliche
Unsicherheit
setzen viele
potenzielle
Mieter – und
damit auch
die
Eigentümer
und
Vermarkter –
unter Druck.
Auch in
A-Städten
nehmen die
Leerstände
zu.
Gleichzeitig
steigen die
Ansprüche
von
Unternehmen
an ihre
Arbeitswelten.
Ganz oben
auf der
Wunschliste
vieler
Mieter in
Metropolregionen
steht: ein
Büro in
möglichst
innerstädtischer
Lage. Haben
Immobilien
am Stadtrand
damit
überhaupt
noch eine
Chance?
Alexander
Meyer,
Niederlassungsleiter
und
Teamleiter
Office
Agency bei
Savills in
München,
spricht im
Interview
über die
Neusortierung
des Marktes
in der
bayerischen
Landeshauptstadt,
aktuelle
Vermarktungstrends
und warum
das Projekt
HAMMERSCHMIDT
in
Aschheim-Dornach
auch in
dieser
Situation
gute
Zukunftsperspektiven
hat.
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Luftbild
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„Ich befürchte, das ist noch nicht die Spitze.“
Herr Meyer, die
Leerstandsquoten der Büromärkte in den deutschen
Metropolregionen steigen seit rund fünf Jahren
kontinuierlich. Das gilt auch für München. Trotzdem
ziehen hier die Spitzenmieten an. Wie passt das
zusammen?
Alexander Meyer:
München hat aktuell so viel Leerstand
wie noch nie. Die Leerstandsquote für den Großraum
bewegt sich Richtung 10 Prozent. Und ich befürchte, das
ist noch nicht die Spitze. Denn viele Firmen befinden
sich derzeit in einem Anpassungsprozess. Das liegt an
zwei Entwicklungen, die zeitlich zusammenfallen.
Einerseits gibt es die strukturelle Flächenreduktion
durch hybride Arbeitsmodelle: Durch den Homeoffice-Trend
benötigen viele Unternehmen schlicht weniger Platz.
Andererseits gibt es eine wirtschaftliche Zurückhaltung:
Expansionen bleiben aus, viele Unternehmen geben Flächen
zurück, verschieben geplante Umzüge oder ziehen in
kleinere Einheiten als bisher.
Das führt zu einer
Marktspaltung. In manchen Teilmärkten wie beispielsweise
der Parkstadt Schwabing gibt es heute in fast jedem
größeren Haus verfügbare Flächen – das gab es früher
nie. Gleichzeitig zieht das Interesse an hochwertigen
Neubauten in zentralen Lagen beziehungsweise mit guter
Erreichbarkeit nach wie vor an. Die Nachfrage
konzentriert sich also auf gut angebundene, moderne
Objekte mit klarer Identität sowie hohen Ausbau- und
Technikstandards.
Was bedeutet das für die Vermarktung?
Alexander Meyer: Es reicht nicht mehr, nur „Fläche“
anzubieten. Flexibilität, Identitätsstiftung und
technische Exzellenz sind für ein neues Bürogebäude
heute Pflicht. Die Nutzer wollen moderne Arbeitswelten,
die Wahlfreiheit ermöglichen. Sie wollen
Rückzugsmöglichkeiten, Kollaborationsräume, Outdoor-Zonen und eine Service-Infrastruktur, die sofort
funktioniert.
„Für viele zählen moderate Kosten, Erreichbarkeit und
Gebäudeidentität mehr als die maximale Citylage.“
Mit HAMMERSCHMIDT
vermarkten Sie für den Asset Manager Real-Treuhand
Immobilien Bayern ein Objekt am Münchner Stadtrand.
Dornach, ein kleiner Ortsteil der Münchner
Nachbargemeinde Aschheim, war seit Mitte der 1980er
Jahre the place to be für namhafte globale Player aus IT
und Mode. Dann kam Corona. Und dann kam die Wirtschafts-
und Immobilienkrise. Mittlerweile gilt die Lage als
schwierig. Warum glauben Sie, dass sich für diesen
Standort noch Mieter finden lassen?
Alexander Meyer: Es gibt auch Nutzer, für die der
Speckgürtel gesetzt ist. Denn nicht alle wollen sich die
hohen Mieten in der Innenstadt leisten. Und in Dornach
sind diese nun einmal rund 50 bis 60 Prozent niedriger
als in der City. Zudem bietet der Ort einen
Gewerbesteuerhebesatz von 310 Prozent. In München liegt
er bei 490 Prozent.
Darüber hinaus ist Dornach ein gewachsener Tech-Cluster
mit sehr guter Autobahn- und ÖPNV-Anbindung. Was das
HAMMERSCHMIDT betrifft, so halten die S-Bahn und der Bus
nur wenige Schritte vom Objekt entfernt. Für viele
Zielgruppen zählen moderate Kosten, gute Erreichbarkeit,
starke Gebäudeidentität und hohe Flächenflexibilität
mehr als die maximale Citylage.
Was meinen Sie mit starker Gebäudeidentität?
Alexander Meyer: Die Architektur von HAMMERSCHMIDT ist
stark identitätsstiftend. Das 130 Meter lange Gebäude
besteht aus Sichtbeton und riesigen Glasflächen. Eine
außenliegende Kaskadentreppe entlang der Nordfassade
dient als soziale Achse. Entlang der Südfassade gibt es
zudem auf allen Ebenen durchgängige Balkone. Jeder
Mitarbeitende kann diese mit einem Schritt aus dem Büro
erreichen, um an der frischen Luft zu telefonieren, in
Ruhe zu denken, zu arbeiten oder Pause zu machen. Hinzu
kommen eine 550 Quadratmeter große Dachterrasse und ein
1.400 Quadratmeter großes Skydeck mit Alpenblick. Eine
solche Ausstattung ist in München kaum zu finden – schon
gar nicht mit dieser Konsequenz. Das spricht vor allem
architekturaffine Mieter an, die ihren Mitarbeitenden
einen Arbeitsplatz bieten wollen, der sie inspiriert,
verbindet und ihnen Energie gibt.
„Entscheidend ist weniger die Branche, sondern die
Unternehmenskultur und Arbeitsweise.“
Welche Branchen
mieten derzeit überhaupt noch signifikant Flächen an –
und welche nicht mehr?
Alexander Meyer: Im HAMMERSCHMIDT sind rund 4.000 der
circa 16.000 Quadratmeter Bürofläche an die beiden Tech-Unternehmen NetApp Deutschland und Verifone
Payments vermietet. Generell ist München aber kein
Ein-Branchen-Standort. Wir profitieren hier von einer
einzigartigen Mischung aus namhaften US-Tech-Playern wie
Apple, Google, Meta und OpenAI, Engineering- und
Defense-Tech-Unternehmen, starken Mittelständlern und
innovativen Start-ups. Dazu kommen acht Dax-Unternehmen,
die mit ihren Headquartern im Großraum München ansässig
sind – so viele wie in keiner andere Metropole.
Sie alle werden
genährt von den Münchner Elite-Universitäten, die an die
Exzellenzstrategie des Bundes und des Freistaates Bayern
angeschlossen sind, sowie von einem Ökosystem, das von
Bits & Pretzels bis zu Corporate Labs reicht. Deshalb
würde ich für die Vermietung im HAMMERSCHMIDT auch keine
Branche pauschal ausschließen.
Allerdings sehen wir
am Stadtrand vor allem Nachfrage von Tech- und
vertriebsgetriebenen Firmen mit viel Außendienst. Diese
gewichten eine schnelle Autobahnanbindung, gute
Erreichbarkeit und ein attraktives
Kosten-Nutzen-Verhältnis höher als die absolute
Innenstadtlage. Entscheidend sind jedoch weniger die
Branche als vielmehr die Unternehmenskultur und
Arbeitsweise.
„Der Vermieter stellt die Hülle und zunehmend auch
Dienstleistungen."
Sie haben gesagt, dass sich
viele Firmen heute mit Anmietungen zurückhalten. In
Zeiten von Remote Work und Wirtschaftsflaute: Wie
überzeugen Sie Unternehmen aktuell, neue Büroflächen zu
mieten?
Alexander Meyer: Indem wir etwas bieten, das Homeoffice
nie leisten kann: vielfältige und gut gestaltete
Arbeitswelten. Im HAMMERSCHMIDT heißt das Wahlfreiheit
vom Fokusraum bis zur Workshop-Area plus ruhige
Outdoor-Arbeitsplätze, die jeder einzelne Mitarbeitende
nutzen kann und nicht nur eine Handvoll Teams. Dazu
kommt eine starke digitale Infrastruktur. Kurz gesagt:
Wir bieten eine bessere Aufenthaltsqualität, bessere
Technik und bessere Kollaboration als jedes Homeoffice –
und all das bei planbaren Betriebskosten.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei HAMMERSCHMIDT?
Alexander Meyer: HAMMERSCHMIDT ist nachhaltig, aber ohne
Show-Technik. Wir kühlen über Grundwasser, setzen auf
robuste, langlebige Materialien und vermeiden
Übertechnisierung, die später aufwändig gewartet werden
müsste. Das in Summe hält die Nebenkosten dauerhaft
niedrig. Die digitale Konnektivität ist durch das
Zertifikat WiredScore „Platinum“ zukunftssicher belegt,
und die ganzheitliche Bauweise wurde mit „sehr gut“ nach
BREEAM zertifiziert. Nachhaltigkeit ist im HAMMERSCHMIDT
also Standard, aber kein Selbstzweck. Das Gebäude bietet
die richtige Balance aus Nachhaltigkeit,
Betriebssicherheit und Nutzbarkeit.
Vermieter müssen heute also weitaus mehr bieten als
nur eine schicke Bürofläche?
Alexander Meyer: Ja, Vermieter stellen die Hülle bereit,
die technischen Voraussetzungen und nachhaltige
Rahmbedingungen. Zudem bieten sie zunehmend auch
Dienstleistungen an. Aber: Die Kultur und die Nutzung
kommen von den Mietern. Sie sind dafür verantwortlich,
dass ihre Mitarbeitenden im Büro anwesend sind und so
die Dienstleistungsangebote auch nutzen können.
Ein tragfähiges Workplace-Konzept
mit echter Mitarbeiterakzeptanz ist deshalb
entscheidend. Unsere Planungs- und Consulting-Teams
unterstützen Unternehmen dabei, damit die Flächen nicht
nur funktionieren, sondern von den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern auch gerne genutzt werden.
„KI verändert weniger die Notwendigkeit von Büros,
sondern deren Qualität.“
Sie haben eingangs
von einem Anpassungsprozess der Unternehmen gesprochen.
Wie lange wird dieser noch andauern?
Alexander Meyer:
Wir sind mittendrin – und der Prozess
wird uns noch einige Jahre begleiten. Viele Unternehmen
haben ihre Flächenstrategie noch nicht final definiert.
Sie probieren aus: Wie viel Homeoffice ist produktiv,
wie viel Präsenz ist notwendig?
In dieser
Übergangsphase beobachten wir eine starke Polarisierung:
Moderne, flexible Gebäude mit Identität und
Aufenthaltsqualität funktionieren – egal, ob sie sich in
der Stadt oder am Stadtrand befinden.
Durchschnittsflächen haben es dagegen schwer. Sobald
diese Konsolidierungswelle abgeschlossen ist, wird sich
der Markt auf einem neuen, nachhaltigeren Niveau
einpendeln. Dann wird es weniger Fläche pro Kopf geben,
dafür aber deutlich höhere Anforderungen an Qualität und
Atmosphäre.
Allerdings verändert künstliche Intelligenz viele
Branchen derzeit rasant. Wird KI den Büromarkt
nachhaltig beeinflussen?
Alexander Meyer:
Ganz sicher wird sie das – aber nicht
so, dass plötzlich niemand mehr Büros braucht. KI wird
Prozesse verschlanken und Routinearbeiten ersetzen.
Gleichzeitig entstehen jedoch neue Tätigkeiten und
Berufsbilder, die die physische Zusammenarbeit sogar
wieder wichtiger machen.
Viele Unternehmen
leben von interdisziplinärer Zusammenarbeit und kurzen
Entscheidungswegen. Dafür braucht es Räume, die
Kommunikation fördern. Künstliche Intelligenz verändert
also weniger die Notwendigkeit von Büros, sondern deren
Qualität: weniger Schreibtische, mehr Räume für
Austausch, Co-Creation und Innovation. Wer dies
architektonisch und organisatorisch umsetzt, hat auf dem
Büromarkt der Zukunft die Nase vorn.
Zum Schluss noch eine Frage: Wenn Sie einen Elevator
Pitch für HAMMERSCHMIDT hätten – welche
Vermietungsargumente wären Ihnen am wichtigsten?
Alexander Meyer: Ich würde sagen: „HAMMERSCHMIDT ist DIE
Landmark am Münchner Stadtrand: architektonisch
prägnant, hochflexibel, digital top ausgestattet und mit
einzigartigen Outdoor-Arbeitswelten vom Balkon bis zum
Skydeck. Das Ergebnis sind Identität, Produktivität und
Wohlbefinden zu einem sehr attraktiven
Kosten-Nutzen-Verhältnis. Ideal für Unternehmen, die
Innovation, Nachhaltigkeit, Kollaboration und
Mitarbeiterzufriedenheit wirklich ernst meinen.“
Meldung: ANSCHÜTZ + Company, München
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