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Meiningen, diese thüringische Perle des Klassizismus mit ihrer reichen Kunst- und Theatertradition, lohnt auch und besonders in der Winterzeit. Meiningen war ab 1680 Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen. International bekannt wurde die Stadt vor allem durch ihr Theater, durch die Theaterreform unter Herzog Georg II. und die Blütezeit der Meininger Hofkapelle unter der Führung von Dirigenten wie Hans von Bülow und Max Reger. Die gotische und neogotische Stadtkirche „Unserer lieben Frauen“, das höchste Denkmal der Stadt, ist der Mittelpunkt der Altstadt. Hier komponierte Reger, Meister der Meininger Hofkapelle, an der Orgel.
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Foto (c)
Peter
Steinwachs/
Meiningen
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Still liegen
die Parks im
englischen
Stil
Die
besondere
Atmosphäre
der Stadt
wird gerade
in der
Weihnachtszeit
spürbar:
Still liegen
die Parks im
englischen
Stil, die an
die Zeit
erinnern,
als
Meiningen zu
einem der
wichtigsten
kulturellen
Zentren
Deutschlands
aufsteigen
konnte, als
kleine
Schwester
Weimars.
Mitten im
Stadtzentrum
liegt der
Englische
Garten – und
zwischen dem
Schloss
Elisabethenburg
und der
Werra der
Schlosspark.
Die Werra
durchfließt
ihn und wird
durch
gusseiserne
Brücken
überspannt –
ganz und gar
romantisch.
Royale
Geschichte
zur
Weihnachtszeit
Und genau
hier, im
Barockschloss
wurde royale
Geschichte
geschrieben,
wie eine
kleine
Ausstellung
in den
südlichen
Eckräumen
der
Mittleren
Galerie
zeigt: Denn
Adelheid
Louise
Theresa
Caroline
Amelia von
Sachsen-Meiningen,
geboren 1792
in Meiningen
als Tochter
des Herzogs
Georg I.
von
Sachsen-Meiningen
und dessen
Gemahlin
Prinzessin
Louise
Eleonore zu
Hohenlohe-Langenburg,
war ab 1830
Königin von
Großbritannien
und Irland
sowie
Königin von
Hannover.
Die
Tradition
des
Weihnachtsbaumes
In diesem
Jahr 1830,
kurz nach
dem
William IV.
König wurde,
veranstaltete
Adelheid ein
großes
Weihnachtsfest
im Palast
von Brighton
und stellte
auch einen
Weihnachtsbaum
auf. Für
jedes Kind
und
Enkelkind im
Palast gab
es
Spielzeuge,
Süßigkeiten
und alles,
was zu einer
Meininger
Bescherung
dazugehört.
Nach dem
Festessen
wurde Musik
gespielt und
es wurde
getanzt.
Königin
Victoria,
ihre
Nachfolgerin
und Nichte,
schrieb,
dass sie
Tante
Adelheid
mehr liebte
und
vertraute
als ihrer
eigenen
Mutter. Und
bei Adelheid
hatte sie
als Kind
einen
geschmückten
Weihnachtsbaum
gesehen –
mit
Süßigkeiten
und
Geschenken,
welche die
Meiningerin
für die
Kinder
bereithielt.
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So kann
aufgrund
dieser
Tagebuchnotiz
der
12jährigen
Victoria
davon
ausgegangen
werden, dass
Adelheid die
Tradition
des
Weihnachtsbaumes
nach
Großbritannien
brachte. Der
Brauch
verbreitete
sich dann
unter dem
Einfluss von
Victorias
Ehemann
Albert von
Sachsen-Coburg
über das
ganze Land.
Doch von
England
zurück ins
winterliche
Meiningen:
Hier lohnt
außer dem
traditionsreichen
Meininger
Staatstheater
auch das
Theatermuseum
„Zauberwelt
der Kulisse“,
wo die
berühmten
illusionistischen
Bühnenbilder
aus der
Coburger
Werkstatt
der Gebrüder
Brückner
präsentiert
werden. Zu
sehen sind
auch
eigenhändige
Bühnenbild-
und
Kostümentwürfe
des
„Theaterherzogs“,
der sich von
den
Historienmalern
Wilhelm
von
Lindenschmitt
d. Ä.,
Wilhelm
Kaulbach
und Peter
von
Cornelius
beeinflussen
ließ. Das
Museumsgebäude
diente einst
als
herzogliche
Reithalle.
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Weiterhin
Teil der
„Meininger
Museen“ ist
das barocke
Schloss
Elisabethenburg.
Eine
Dreiflügelanlage,
die seit
1682
entstanden
ist und bis
1918 die
Residenz der
Herzöge von
Sachsen-Meiningen
war: das
städtebauliche
Wahrzeichen
der Stadt
mit seinen
verschiedenen
Sammlungen
zu Kunst,
Musik und
Theater, dem
hier
untergebrachten
Rathaus und
der
Schlosskirche
mit dem
„Konzertsaal
Johannes
Brahms“.
Meininger Weihnachtszauber
„Meininger Weihnachtszauber“ – so heißt der festliche Weihnachtsmarkt, der vom 24. November bis zum 21. Dezember täglich in der malerischen Innenstadt seine Pforten öffnet. Wie jedes Jahr erstrahlt der Marktplatz vor der imposanten Stadtkirche im Glanz der Adventszeit. Ein besonders romantisches Highlight ist die majestätische Weihnachtspyramide, die in der kalten Winterluft ein warmes, leuchtendes Bild abgibt, sowie die idyllische Echteisbahn. Ob erfahrene Eisläufer oder kleine Anfänger mit der Lauflernhilfe – bei „Meiningen on Ice“ rund um den Heinrichsbrunnen können Groß und Klein ihren winterlichen Spaß haben. Und natürlich sorgen auch in diesem Jahr die festlichen Klänge der Meininger Turmbläser, die vom Turm der Stadtkirche herüber wehen, für eine stimmungsvolle Atmosphäre und lassen den Weihnachtsmarkt noch zauberhafter erscheinen.
Kunsthandwerkermarkt im Schloss Elisabethenburg
Und noch viel mehr bietet das Städtchen im Winter: Der traditionelle Adventskalender der Stadt- und Kreisbibliothek begeistert täglich um 17 Uhr mit Märchen – der Kunsthandwerkermarkt im Schloss Elisabethenburg bietet Traditionelles und Modernes. Als einer der ersten Kunsthandwerkermärkte in der Region startete er 1999 am zweiten Advent. Die jährlich wechselnden Aussteller und Ausstellerinnen bieten eine ausgesuchte Vielfalt an Kunst, Design und Handwerk. Der Eintritt schließt wie immer einen Museumsbesuch und alle Veranstaltungen ein. Kulinarisches, weihnachtliche Floristik und vieles mehr bietet der „Zwickchenmarkt“. Mit weihnachtlichem Angebot erwartet auch das Museumscafé seine Gäste. Und am dritten Adventswochenende lockt der Töpfermarkt mit romantischem Flair und einer Versteigerung der Weihnachtsbäume.
Das Meininger Staatstheater im Winter
Meiningen im Winter, das ist eine Stadt, in der Kunstgeschichte spürbar ist, in der viele kulturelle Veranstaltungen zu einem romantischen Wochenendbesuch einladen, ganz nah, in der Mitte Deutschlands. Im nächsten Jahr wird die Stadt erneut im Fokus stehen, denn 2026 feiert man den 200. Geburtstag des Theaterherzogs. Die gesamte Spielzeit 2025/26 des Staatstheaters steht im Zeichen des Herzogs.
Der Prolog zum Georgjahr 2026 startete bereits zur Spielzeiteröffnung mit Inszenierungen und Projekten zur Meininger Theatergeschichte. Und einen ganz besonderen vorweihnachtlichen Tipp: Am 9. Dezember wird das Galakonzert „A special night before Christmas” mit den Solisten Markus Engelstädter, Steffi Denk und Lisa Wahlandt im Großen Haus zu erleben sein. Das musikalische Spektrum reicht von rockigen Christmas-Songs über Klassiker aus dem „Great American Songbook“ bis hin zu Balladen.
Ein Weihnachtsmärchen für Kinder ab 6 Jahren ist das Stück „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, zu sehen in der Fassung von Gabriela Gillert. Das Werk, vor 181 Jahren geschrieben, berührt noch immer. Denn Dickens’ Botschaft ist noch eindrucksvoll lebendig: Was wir geben, kann Leben verändern – und niemand ist zu alt, um einen neuen Anfang zu machen. All das – und noch einiges mehr – bietet Meiningen im Winter. Autor: Marc Peschke
www.meiningen.de
www.meiningermuseen.de
www.georgjahr2026.de
www.meiningenonice.de
www.staatstheater-meiningen.de
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