Zum
Leitbild und
Wertekanon der
Stadtentwicklung
wurde die Neue
Leipzig Charta
2020
verabschiedet.
Dem Planen und
Bauen kommt
eine
Schlüsselrolle
bei der
Bewältigung
der Themen wie
Klimaschutz,
Ressourcenschonung
und
Nachhaltigkeit,
Energiesicherheit
und
Mobilitätswende,
aber auch die
Gleichwertigkeit
der
Lebensverhältnisse
in Stadt und
Land zu. Die
Sicherung
bezahlbaren
Wohnraums kann
Hinweise
darauf geben,
was mit einer
zukunftsweisenden
Gestaltung der
Umwelt und
Landesentwicklung
gemeint ist.
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Podium
zur
Landtagswahl
auf dem
Sommerfest der
Architektenkammer
Hessen am 18. Juli
2023 in
Wiesbaden
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Um
den weltweiten
Temperaturanstieg
auf 1,5 Grad
Celsius zu
begrenzen, wie
es im Pariser
Klimaabkommen
bereits 2015
fixiert wurde,
muss der
Ausstoß von
Treibhausgasen
massiv
reduziert
werden. Das
Land Hessen
strebt deshalb
Klimaneutralität
bis 2045 an.
Städte und
Kommunen sind
neben der Bau-
und
Immobilienwirtschaft
wesentlicher
Motor.
Auf dem Weg
des
nachhaltigen
Umbaus
bestehender
Gebäude, der
klimaneutralen
Ausrichtung
des Neubaus,
eines
resilienten
Stadtumbaus
und einer
integrierten
Regionalentwicklung
sind
Architekten,
Innenarchitekten,
Landschaftsarchitekten
und
Stadtplaner
wichtige
Partner.
Aufgrund ihres
Selbstverständnisses
und ihrer
Kompetenz als
interdisziplinär
Agierende
sollen sie
gemeinsam mit
dem Handwerk,
der
Bauindustrie,
der
Immobilienwirtschaft
sowie Kommunen
einen
wichtigen
Beitrag zur
klima- und
sozialgerechten
Zukunft
Hessens
leisten.
Die
notwendigen
Rahmenbedingungen
werden aus
Sicht der
Berufsstände
in fünf
Themenfeldern
zusammengefasst.
Ziele wären
einheitliche
Standards
sowie
Förderung der
freien Berufe
durch
verstärkte
Digitalisierung.
Dazu zählen
auch faire
Auftragsbedingungen.
Hessen ist ein
Flächenland,
in dem die
Versiegelung
von Flächen
weiter
zunimmt,
während der
Klimawandel zu
einer Zunahme
an Hitzetagen
führt.
Hitzeinseln in
den
verdichteten
Städten
belasten immer
wieder
vulnerable
Gruppen im
öffentlichen
Raum. Starkregenereignisse
verdeutlichen
die Grenzen
der
Entwässerungssysteme
in ganz Hessen
aufgrund der
steigenden
Versiegelung
und Bebauung.
Ein Umdenken
in der
Verkehrsplanung,
eine
Verringerung
der
Stellplatzschlüssel
in Kombination
mit dem Ausbau
attraktiver
öffentlicher
Verkehrssysteme,
setzen sich
nur langsam
durch,
markieren
jedoch die
ersten
Schritte in
Richtung einer
Mobilitätswende.
Die
Trennung von
Funktionen
innerhalb von
Städten, im
öffentlichen
Raum und in
Gebäuden sowie
das Konzept
der
„autogerechten
Stadt“ prägen
den aktuellen
baulich-räumlichen
Bestand. Dabei
sind neue
Mischungen in
Wohnvierteln
genauso
gefragt wie
der Umbau von
zentrumsnahen
Gewerbegebieten.
Der Rückgang
des
stationären
Einzelhandels
bietet auch
den
Innenstädten
neue Chancen
für eine
vielfältige
Durchmischung.
Produktion in
der Stadt
scheint trotz
ihrer
Bedeutung für
die lokale
Wertschöpfung
ein
unterschätztes
Thema zu sein.
Die Diskussion
ist von
Vorbehalten
und Ängsten
hinsichtlich
Nutzungskonflikten
geprägt. Der
Druck,
bezahlbaren
Wohnraum zu
schaffen,
nimmt zu.
Steigende
Zinsen und
Baupreise
sowie
Lieferkettenengpässe
aufgrund des
Ukrainekonflikts
stellen
Investitionen
vor
Herausforderungen
und erhöhen
die ohnehin
schon hohen
Baukosten,
verursacht
durch
Klimaschutzauflagen,
technische
Standards und
steigende
Grundstückspreise.
Was ist zu
tun?
Sektorenübergreifendes
Denken und
Handeln
gewinnt an
Relevanz, um
die
ambitionierten
Klimaschutzziele
sozialgerecht
und im
Interesse
größter
Wirksamkeit
umzusetzen.
Eine
qualifizierte
Stadt-,
Regional- und
Landesplanung
ist
unerlässlich.
Hierbei liegt
ein besonderes
Potenzial in
der
integrierenden
Betrachtung
von
Siedlungs-,
Freiraum- und
Verkehrsentwicklung.
Neue Parameter
bei der
Grünflächenplanung
liefern im
Hinblick auf
Klimawirksamkeit
und
Biodiversität
eine neue
Werteskala.
Leitbilder und
Narrative
können die
Abwägung
divergierender
Interessen
fördern.
Die
Architektenkammer
Hessen fordert
eine
gemeinsame
Vision für die
Landes- und
Regionalentwicklung
Die
Etablierung
eines
Strukturförderprogramms
zur Stärkung
der
interkommunalen
Zusammenarbeit
und zur
Gleichwertigkeit
der
Lebensverhältnisse.
Die
Umsetzung der
neuen Leipzig
Charta 2020
versteht sich als
Strategie zu einer
gemeinwohlorientierten
als auch
integrierten
und
nachhaltigen
Stadtentwicklung.
Gefordert wird
die Einführung
des
Instruments
der
Landschaftsrahmenplanung
im Hessischen
Naturschutzgesetz
(HeNatG) sowie
die Einführung
eines
Grünflächenfaktors
in die
Planung. Dazu
zählt die
Integration
der
Mobilitäts-
und
Klimaplanung
in die Stadt-
und
Quartiersplanung
(ISEK 2.0).
Die
Entwicklung
von Leitlinien
des Landes für
kommunale
Klimawandel-
und
Klimaanpassungsstrategien
sowie die
Unterstützung
der Kommunen
bei der
Umsetzung
kommunaler
Wärmeplanung.
Vergaben
und
Förderungen
an
Qualitätskriterien
ausrichten
Die
gesellschaftliche
Bedeutung
einer
qualitativ
hochwertig
gebauten
Umwelt ist
unbestreitbar.
Baukultur
wird zu einem
entscheidenden
Standortfaktor.
Exzellente
Gestaltung hat
den Anspruch
auf
Investition
und
rechtfertigt
den Einsatz
von
Fördermitteln.
Unübersehbar
bleibt, dass
die
Anforderungen
des
Klimaschutzes,
der
Ressourcenschonung
und der
Nachhaltigkeit
sowie die
gestiegenen
Auflagen im
Fördermittelrecht,
den
Bauordnungen
und der
Bauplanung die
Komplexität
der Planung
zunehmend
erhöhen. Hinzu
kommen
deutlich
sichtbare
Kostensteigerungen
und
Lieferengpässe
aufgrund des
Ukrainekonflikts.
Neue
Instrumente
wie die
Ökobilanz oder
einer
Kostenbetrachtung
innerhalb des
ganzheitlichen
Lebenszyklus
werden
entscheidend
sein bei den
Investitionsfindungen.
Planung wird
damit zu einem
iterativen
Prozess.
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(c)
Kulturexpress