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Der Roman hat das
abgeschiedene Wohnhaus der
Architektin Marie-Yolande Rabaut zur
Handlung. Ein Zeitzeugnis der
Architekturgeschichte wie es heißt,
das jedoch samt seiner Erbauerin
weitestgehend in Vergessenheit
geraten ist und seither seiner
Wiederentdeckung erwartungsvoll
entgegensieht. Das gesamte Anwesen
steht nicht weit vom Ufer auf einer
Insel innerhalb einer Inselgruppe
mitten auf dem Neuenburger See.
Diese kann mit
einem Boot angefahren werden.
Insgesamt ist das jedoch ein eher ungewöhnlicher
Ort für ein so großes Haus, da
Inseln in den Seen der Schweiz im
allgemeinen nicht bebaut werden.
Erzähler und Hauptperson des Romans
ist ein Architekturjournalist, der
im Auftrag einer Berner Zeitung
einen Artikel über Architektin und
Wohnhaus veröffentlichen will.
Hierzu stellt er als Verfasser und Reisejournalist umfangreiche Recherchen an und
deckt Widersprüchlichkeiten auf, die
in Zusammenhang mit der Person Marie-Yolande Rabaut und ihrer
Bauweise stehen. Notizen und
Bemerkungen die meist am Rande der
Erzählung über den
umtriebigen Tagesablauf eines Journalisten bei
einer Zeitung berichten. Hinzu kommt
die eigenwillige Form des y-förmigen Gebäudes, was eine
Besichtigung der stilvollen Innenräume nicht
erleichtert. Der Journalist begibt
sich in Begleitung seiner zwei
großen Hunde auf Exkursion durch das
auf abenteuerliche Weise angelegte 'Les Espoirs',
in dem mehr als nur einige Überraschungen
auf ihn warten. Entstanden ist ein Architektenroman,
der Umschau bietet über den Einfluss
einer in Vergessenheit geratenen
Baukultur.
Von der Herangehensweise im Spiegel zwischen Architektur und
großem Zeitungsverlag erinnert das
"Haus der Architektin" auch an das Sinnbild Ayn Rand und
ihr legendär gewordner Roman "Fountainhead"
aus dem Jahre 1943, zumal Rückblicke
auf die Bauhausgeschichte der 1920er
Jahre geworfen werden. Allerdings
ist Mirko Beetschens Roman vielmehr
Hommage an eine Architektin und
deren Bauwerke, als dass sich
Vermischungen zwischen Medienkonzern
und Großunternehmer einerseits und
den konträr widersprüchlichen
Charakteren unterschiedlicher
Architektentypen daraus ableiten
ließen. "Das Haus der Architektin"
bleibt im beschaulich Merkwürdigen,
was ihm die notwendigen Erlebnisse
und Überraschungen im Romanverlauf
schon sicher einbringt.
Über Mirko Beetschen
Geb. in Interlaken, Studium
Englische und Amerikanische
Literatur, Medienwissenschaften,
Englische Sprachwissenschaften sowie
Germanistik in Bern, freischaffender
Journalist, Mitinhaber der Agentur
Bergdorf. 'Das Haus der Architektin'
ist nach 'Bel Veder' (2018) sein
zweiter Roman bei Zytglogge.
Ebenfalls im Verlag erschienen ist
der 'Bern – Insider Guide' (2019,
gemeinsam mit Stéphane Houlmann).
Das Haus der
Architektin
Roman von Mirko Beetschen
Zytglogge Verlag, Bern
1. Auflage, 2023
gebundene Ausgabe, 232 Seiten
Format: 21.4 x 13.9 cm
ISBN: 978-3-7296-5124-1
Siehe auch: Bel
Veder – Annäherung an ein
leerstehendes Hotel in den Bergen -
Gothic Novel
Siehe auch: Bern
Insider Guide aus dem Zytglogge
Verlag