Von Max Dudler
geplantes Empfangsgebäude für das
Eisenbahnmuseum Bochum wird
eröffnet. Mit seinem skulpturalen
Eingang wird das Museum Teil des
Netzes industriekultureller
Denkmäler der Region, das mit seinen
Zechen, Gasometern und
Eisenbahnanlagen an die Geschichte
von Bergbau und Industrie erinnert.
In unmittelbarer Nähe des
Eisenbahnmuseums befinden sich das
Deutsche Bergbau-Museum Bochum und
die Zeche Zollverein, die seit 2001
zum UNESCO-Welterbe zählt. Zugleich
versteht sich der Neubau als Labor
für die Zukunftstechnik Eisenbahn.
Als neue Landmarke zeigt ein
markanter Ziegelturm den Eingang zum
Museum an.
Der Neubau des
Empfangsgebäudes ist Teil einer
Neukonzeption des Museums, das
Angebot und die
Präsentationsmöglichkeiten
attraktiver zu gestalten. Das neu
geordnete Museum wird zu einem Ort,
der Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft verbindet. Max Dudler
versteht ihn als auf die Zukunft
gerichtetes Labor, das mit seiner
Vielzahl an Exponaten ein
Verständnis der Erfolgsgeschichte
der Eisenbahn wie auch der
historischen Identität der Region
bietet. Das neue Empfangsgebäude
wird dabei zum architektonischen
Manifest für ein neues, nachhaltiges
Zeitalter der Bahn.
Der
eingeschossige Ziegelbau, der
künftig die Besucher willkommen
heißt, fügt sich mit einer turmartig
emporragenden Eingangsfront als
skulpturaler Körper in das
Museumsgelände ein. Aus dem
fließenden Übergang zum
vorgelagerten Museumsbahnsteig
entsteht eine Figur, die in ihrer
Dynamik den Schwung der umgebenden
Gleisanlagen nachzeichnet. Die
Präsenz der Architektur wird dabei
durch die Einheitlichkeit des
Materials gestärkt. Beton, Stahl und
Klinker als die typischen
Materialien historischer
Industriearchitektur nehmen das Echo
der alten Eisenbahngebäude und des
von Schwerindustrie geprägten
Ruhrgebiets auf und schreiben es in
zeitgenössischer Architektur fort.
Der
monolithisch wirkende Turm hat weit
ausstrahlende Signalfunktion und
dient dem Museum gleichzeitig als
Foyer. Er eröffnet den Blick in den
schmalen, langgestreckten
Museumsraum, der sich durch ein
großes Fenster am Ende des Gangs zu
den Gleisen hin öffnet. Das Lineare
und scheinbar Unendliche von
Bahngleisen wird hier räumlich in
Szene gesetzt. Im Turm spiegelt sich
die horizontale Achse in die
Vertikale: Der vollkommen leere,
nach oben offene Raum lenkt den
Blick des Besuchers in die Höhe.
Auf dem Weg zum
Eingang auf das Museumsareal
durchschreitet der Besucher den
langgestreckten Raum des Neubaus,
der als Galerie erste
Ausstellungsstücke präsentiert. Der
industrielle Charakter des
Innenraums wird geprägt durch rohe
Sichtbetonwände und offen verlegte
Technik, die den linearen Raumfluss
betont. Die eigens für den Raum
entworfenen Möbel aus Eichenholz
bilden einen spannungsreichen
Kontrast zum kühl wirkenden Beton
und verweisen dabei auf die
Materialität alter Bahnschwellen.
Das
Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen
wurde 1977 gegründet und ist eines
der größten Museen seiner Art in
Deutschland. Auf einem Areal von
rund 46.000m² illustrieren über 120
Exponate von 1853 bis heute die
Entwicklung des Eisenbahnwesens. Mit
seinen historischen
Schienenfahrzeugen und
denkmalgeschützten Gebäude, wie dem
Ringlokschuppen mit Drehscheibe und
dem Wasserturm, dokumentiert das
Museum den technischen Fortschritt
und weist dabei gleichzeitig in die
Zukunft. ??????
Name
des Bauwerks:
Empfangsgebäude Eisenbahnmuseum
Bochum
Standort:
Dr.-C.-Otto-Straße 191, D-44879
Bochum
Bauherr/Bauherrenvertretung:
Stadt Bochum
Nutzer:
Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum
Bauvolumen:
NF
526,85 m² BRI 4.170 m³
Fertigstellung:
2019
Architekt:
Max Dudler
Projektleiter:
Simone
Boldrin, Roberto Aruta
Mitarbeiter:
Kilian Teckemeier, Katharina Laekamp,
Guido Porta
Bauleitung:
Vervoorts & Schindler Architekten
BDA
Tragwerksplaner: ZPP
Ingenieure AG, Bochum
TGA:
ISW Ingenieur GmbH Schmidt & Willmes,
Bochum
Elektroplanung: ISW
Ingenieur GmbH Schmidt & Willmes,
Bochum
Bauphysik/Akustik: ZPP
Ingenieure AG, Bochum
Brandschutz: Hagen
Ingenieurgesellschaft mbH, Essen

Meldung: Max Dudler Presse