An der Schnittstelle
zwischen Stadt und Natur,
verkehrstechnisch ideal angebunden
auch an das nah gelegene Zürich,
wird in Bülach das ehemalige
Industrieareal der Gießerei
Bülachguss in ein gemischtes
Wohnquartier verwandelt. Das in 8
Baubereiche mit je eigenem Charakter
gegliederte Gesamtprojekt sorgt in
Bülach-Nord für neue Urbanität. Max
Dudlers figürliches Ensemble, der
Langenhof, bildet den nördlichen
Auftakt drei aufeinanderfolgender
Wohnhöfe und bietet künftig 113
Mietwohnungen. Am 21.10.2019 wurde
das Quartier im Beisein von Max
Dudler offiziell eröffnet.
Als nördlicher Auftakt der
Gussstraße schafft das Ensemble aus
drei Baukörpern die klare Struktur
einer Blockrandbebauung und öffnet
seinen Hof großzügig zur umliegenden
Stadt. Dabei vermittelt es zwischen
den verschiedenen Baufeldern des
neuen Viertels mit ihren
unterschiedlichen Nutzungen und
Atmosphären: Gewerbe und Büro, Miet-
und Eigentumswohnungen. Die
Zeitlosigkeit des Entwurfs von Max
Dudler entsteht aus einer
Gestaltung, die ihre Wirkung aus
einfachen, klar lesbaren Elementen
zieht. Typologisch eindeutig
entwickelt sind sie so eingesetzt,
dass sich innere Organisation und
äußeres Erscheinungsbild gegenseitig
bedingen.
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Modular konzipiert setzt sich das
städtebauliche Ensemble aus der
Wiederholung eines einfachen
zeilenförmigen Baukörpers zusammen.
Durch punktsymmetrische Spiegelung
und Drehung des kubischen Volumens
entsteht ein von windmühlenartig
angeordneten Baukörpern gerahmter
Platz. Die Elemente sind dabei so
transformiert, dass die Bebauung
sinnvoll auf den städtebaulichen
Kontext reagiert. Der langgezogene
L-förmige Baukörper im Norden
schirmt die Wohnbebauung von der
Fangletenstraße ab. Der Innenhof
öffnet sich in alle anderen
Himmelsrichtungen, sorgt für Licht
in den Wohnungen und vernetzt den
Ort mit dem Quartierspark und den
Wegen, Höfen und Plätzen der
Wohnfelder im Osten und Süden. So
wird die Stadt Bülach an dieser
Stelle bedacht weitergebaut. Es
entsteht nicht nur ein Quartier,
sondern ein sozial gedachtes,
funktionierendes Stück Stadt.
Durch bewusst gesetzte Knicke in den
Gebäude-Volumen entstehen
eindrückliche, skulpturale
Baufiguren. Es ergeben sich
spannungsvolle Perspektiven, in
denen die Linien der Baukörper
aufeinander verweisen und die
Gebäude zu einem einheitlichen
Ensemble gefügt werden. Die Knicke
weiten den Raum und sorgen für
einladende Gesten, 2/15 durch die
der Außenraum ins Innere des
Ensembles fließt, von wo die
Wohnungen erschlossen werden. Der
starke Bezug zum Außenraum am
Übergang von Stadt und Landschaft
wird auch in den Wohnungen deutlich.
Mit ihren über die gesamte
Fassadenlänge angelegten Loggien
bieten sie den Bewohnern großzügige,
am Sonnenstand ausgerichtete
Außenflächen. Die Loggien wurden als
filigrane, klar gegliederte
Raumgitter aus Sichtbeton in die
monolithischen Baukörper eigeschoben.
Die klare kubische Form der Gebäude
findet ihre Entsprechung in der
Reduktion der ausgewählten
Materialien und Farbtöne. Der
Entwurf setzt die Qualitäten der
Werkstoffe in Szene, ihre Haptik und
Atmosphäre. In Materialität und
Detaillierung nimmt er Bezug auf den
denkmalgeschützten Backsteinbau der
Bülachguss, der dem Quartier seinen
historischen Anknüpfungspunkt
verleiht. Aus ihren präzisen Details
entwickelt sich die Fassade als
subtiles Relief und verstärkt so die
skulpturale Wirkung der Gebäude. Die
rauen, im Grauton changierenden
Klinker verleihen den Fassaden
Lebendigkeit und werden kombiniert
mit filigranen, scharfkantigen
Betonfertigteilen in heller
Tonalität. Kontrastierend sind
Fensterrahmen, Staketengeländer und
sämtliche weiteren Metallteile in
anthrazitfarbenem Eisenglimmer
gehalten.
Meldung:
Max Dudler Presse