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Foto (c) Christian
Gahl |
gmp wurde für Sanierung und
Umbau mit Konzertsaal mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Die
DAM-Preis Jury würdigte damit die denkmalgerechte Rekonstruktion
eines herausragenden Baus der DDR-Moderne und lobte die
Neukonzeption der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp):
Der Neubau des Konzertsaales ergänzt die Dresdner Philharmonie
im Inneren des Gebäudes, die neue Zentralbibliothek und den Saal
für das Kabarett „Herkuleskeule“. Meinhard von Gerkan und
Stephan Schütz nahmen die Auszeichnung des Deutschen
Architekturmuseums zusammen mit Nicolas Pomränke und Christian
Hellmund bei der feierlichen Preisverleihung am 25. Januar 2019
in Frankfurt entgegen.
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Städtische Bühnen Frankfurt
Foto (c) Kulturexpress |
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Ein Vergleich mit den Städtischen Bühnen in
Frankfurt sei bei der Ansicht in Dresden erlaubt. In Frankfurt
am Main steht der bisher unsanierte Bestandsbau in der
öffentlichen Diskussion. Auch hier kann die grundlegende
Sanierung eine Lösung bieten, womit die gläserne Schaufassade am
Willy-Brandt-Platz ähnlich wie die in Dresden erhalten bliebe.
Auch die zeitliche Entstehung des Gebäudes ließe einen Vergleich
mit dem Kulturpalast in Dresden zu. Andere Stimmen bevorzugen
den Neubau in Frankfurt. Doch woher soll das Geld kommen, um
diesen zu finanzieren? Das soll nicht heißen, eine komplette
Sanierung sei kostengünstig. Es ist die Rede von 900 Mio. Euro.
Die Diskussion ist in Frankfurt jedenfalls entbrannt. Der
Dresdner Kulturpalast ist das Vorbild einer gelungenen
Sanierung. Schon 2018 war im
DAM eine international dotierte Ausstellung zum Thema aufregende
Opern- und Theaterbauten zu bestaunen, welche die Frankfurter
Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig mit einer vieldeutigen Rede
einleitete.
Jurymitglied Wolfgang Pehnt kommentierte
die Modernisierung des Dresdner Baus von 1969 „...dasselbe wie immer,
aber zugleich alles anders. Das hat schon etwas von Zauberwerk
an sich“.
Der nach einem Entwurf von Leopold Wiel und Wolfgang Hänsch
entstandene Kulturpalast wurde 1969 eröffnet. Bei der jetzt mit
dem DAM Preis ausgezeichneten Sanierung und Erneuerung des
Hauses wurde der zentrale Multifunktionssaal durch einen
modernen Konzertsaal im Weinberglayout und einer darunter
angeordneten Theaterbühne ersetzt. Alle anderen Bereiche im
Inneren des Hauses wie auch die Fassade wurden sorgsam und
detailliert restauriert. Nicht zuletzt ist durch den Einzug der
Stadtbibliothek das Haus jetzt auch tagsüber ein zentraler Ort
des öffentlichen Lebens.
Der Umbau und die Sanierung des Gebäudes
in Dresden umfassten den Neubau eines Konzertsaales für 1.800 Besucher im
Kern des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes. Dabei wurde die
originäre Bausubstanz rekonstruiert und in die Neugestaltung
integriert, die Fassaden wurden energetisch saniert. Während der
Bau als herausragendes Beispiel der DDR-Moderne äußerlich
weitgehend entsprechend dem Ursprungszustand von 1969
wiederhergestellt ist, sind im Inneren in der räumlichen
Organisation und der Erschließung neue Akzente gesetzt worden.
Auf die einzigartig zentrale Lage zwischen Altmarkt,
Schlossareal und Neumarkt antwortet der realisierte Entwurf mit
einem allseitig orientierten Haus, das von allen drei
Hauptfassaden direkt zugänglich ist. Das Miteinander von Kultur,
Bildung und Unterhaltung, das für eine durchgehende Belebung des
Hauses durch ganz unterschiedliche Nutzergruppen sorgt,
verdichtet sich räumlich in dem großen zum Altmarkt orientierten
Südfoyer, das als Erschließung aller drei Hauptnutzungen dient
und so zu einem hoch frequentierten und belebten Ort wird. Der
Kabarettsaal „Herkuleskeule“ befindet sich unterhalb des
Konzertsaales, der in den beiden Obergeschossen passgenau wie
ein Futteral von den Räumen der Bibliothek umschlossen wird.
Diese sind in ihrer materiellen Erscheinung mit einer von gmp
eigens konzipierten Möblierung einfach und reduziert gestaltet.
Einen farblichen Akzent setzt hier der aus dem Ursprungsbestand
übernommene Rot-Ton der textilen Oberflächen, der sich als
Leitmotiv in allen Hauptnutzungsbereichen wiederfindet.
Im Kern des Gebäudes ist der Konzertsaal,
der auch für andere Nutzungen konzipiert wurde, in einer Weise
neu entwickelt, die weder auf gestalterische Unterordnung noch
auf gewollten Kontrast, sondern vielmehr auf den respektvollen
und spannungsreichen Dialog mit dem Bestand setzt. Seine
Architektur folgt dem Typus des „Weinbergs“ mit einer in die
Geometrie des hexagonalen Baufensters eingepassten
terrassenartigen Anordnung der Sitzplätze. Im Kontrast zum
warmen Ton der hölzernen Terrassen schieben sich die weißen
Wellen der Wände langsam aus der regelmäßigen Geometrie des
Grundrisses heraus, bis sie sich in der Saaldecke verbinden. Mit
der Neukonzeption des Kulturpalastes verfügt Dresden nun nicht
nur über einen Konzertsaal von internationalem Rang, sondern
auch über ein konzeptionell offenes Haus der Kultur und des
Wissens sowie einen Ort der zwanglosen bürgerschaftlichen
Begegnung und Kommunikation, der an die gelebte Tradition des
Gebäudes anknüpft.
Das DAM präsentiert den Kulturpalast
Dresden im Zentrum der Ausstellung. Eine filmische Inszenierung
nach dem Konzept von gmp lässt die besondere Atmosphäre und das
Zusammenspiel der verschiedenen Nutzungen im Laufe eines Tages
für die Ausstellungsbesucher erlebbar werden.
Projektdaten
Internationaler Wettbewerb 2009 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Nicolas Pomränke
Projektleitung Wettbewerb Clemens Kampermann
Mitarbeit Wettbewerb Verena Coburger
Projektleitung Christian Hellmund
Mitarbeiter Clemens Ahlgrimm, Roman Bender, Stephanie Brendel,
Verena Coburger, Ivanka Perkovic,Annette Löber, Anna Liesicke, Ursula Köper, Tiago Henriques,
Laia Caparo, Julius Hüpeden,
Patrick Machnacki, Giuseppina Orto, Michael Scholz, René
Wiegand, Dörte Groß, Florian Illenberger,
Laura Warskulat (Studentin), Ralitsa Bikova (Studentin), Robin
Lauritzen (Student), Jessika Krebs (Studentin)
Bauleitung gmp Bernd Adolf, in Zusammenarbeit mit phase 8
Tragwerk Professor Pfeifer und Partner PartGmbB, Ingenieurbüro
für Tragwerksplanung, Cottbus
Bauphysik Bau-
und Raumakustik Peutz bv, Mook, Niederlande;
ADA Acoustic Design Ahnert, Prof. Dr.-Ing. habil. W. Ahnert,
Berlin
Brandschutz hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin
Bühnentechnik theapro, theater projekte daberto + kollegen
planungsgesellschaft mbh, München
TGA Planungsgruppe M+M AG, Dresden (bis LPH 3);
ARGE IB Rathenow BPS und Solares Bauen GmbH (ab LPH 5)
Lichtplanung Conceptlicht GmbH, Traunreut
Bauherr KID Kommunales Immobilienmanagement Dresden GmbH & Co KG
Bauzeit 2013–2017
BGF 37.062 m²
Konzertsaal Dresdner Philharmonie 1.750 Sitzplätze, inkl. 18
Rollstuhlplätze
Kabarettsaal »Die Herkuleskeule« 240 Sitzplätze, inkl. 2
Rollstuhlplätze
Zentralbibliothek 5.463 m²
Siehe auch: DAM
Preis 2019 - Teil 1
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