BDA Hamburg Architektur Preis 2018 für drei gmp-Projekte

Meldung: Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp)

 

 

 

Gebr. Heinemann: Blick von der Shanghaibrücke, Foto © Marcus Bredt

In einem offiziellen Festakt am 6. Dezember 2018 nahm Volkwin Marg mit dem gmp-Team die Auszeichnungen vom Bund Deutscher Architekten und Architektinnen Hamburg für die Erweiterung der Unternehmenszentrale Gebr. Heinemann im ersten Preisrang  entgegen.

Neben einem ersten Preis für das Bürobauprojekt in der Hamburger HafenCity erhielten die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) einen dritten Preis für die Gyula-Trebitsch-Schule in Hamburg-Tonndorf sowie eine Würdigung für den Neubau eines Gartenpavillons für eine Bibliothek. 

Mit dem alle zwei Jahre ausgelobten Preis zeichnet der BDA Hamburg realisierte Bauten im Raum Hamburg aus, die vorbildliche Beispiele für gute Architektur sind, und würdigt damit das gemeinschaftliche Werk von Architekten und Bauherren. Die diesjährige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Andreas Denk, Chefredakteur der Zeitschrift der architekt, prämierte gleich drei Projekte der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp).

Einen von drei gleichrangigen ersten Preisen erhielt gmp für den 2016 fertiggestellten Erweiterungsneubau der Zentrale des Handelsunternehmens Gebr. Heinemann. Die Jury lobte „die Kraft dieser Arbeit im städtebaulichen Auftritt am Kreuzungspunkt Brooktorhafen und Shanghaiallee als auch in der Schaffung eines Gesamtensembles mit den drei Bausteinen Kaispeicher B, Heinemann-Speicher und dem Ergänzungsbau“. 2013 hatte gmp den Wettbewerb gewonnen und ein Jahr später im Hamburger Elbquartier mit dem Bau des Bürokomplexes begonnen, der formal sowie ästhetisch mit seinem Umfeld eine Einheit bildet.

Vor der Kulisse der HafenCity ergänzt der Neubau mit Erd- und Galeriegeschoss, acht Büroetagen sowie zwei Tiefgaragenebenen auf einer Grundstücksfläche von 1.286 Quadratmetern die zwei bereits bestehenden Gebäude aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Als nördlicher Abschluss unmittelbar neben dem Heinemann-Speicher fügt sich der Neubau mit ortstypischem Backstein und vertikalem Fassadenrelief sowie seiner geschossübergreifenden vertikalen Gliederung in den Bestand. Zum westlich an das Unternehmensareal angrenzenden Maritimen Museum im ehemaligen Kaispeicher B aus dem 19. Jahrhundert bildet der neue Baukörper ästhetisch das östliche Pendant aus dem 21. Jahrhundert. Eine gläserne Verbindung schließt den neuen und dennoch eigenständig nutzbaren Trakt an die Unternehmenszentrale an. 

 

Gyula-Trebitsch-Schule: Pausenhof, Foto © Marcus Bredt

 

 

Für die Gyula-Trebitsch-Schule in Hamburg-Tonndorf verliehen die Juroren des BDA Hamburg gmp einen von neun dritten Preisen und hoben die städtebaulich gelungene Vervollständigung der Schule durch die 2017 fertiggestellte Erweiterung hervor: „Die Formulierung als hofbildendes Hufeisen gibt der Schule – und damit auch ihrer Umgebung – in ihrer heterogenen Situation eine klare und feste Form und akzentuiert an den entscheidenden Stellen am Eingang und im Pausenhof die Architektur als raumbildende Konstituente.“ Das neue ein- und zweigeschossige Gebäude ist größtenteils in konventioneller Bauweise errichtet und ergänzt den bestehenden Schulcampus durch drei miteinander verbundene Baukörper. Wie ein Mäander bilden sie außen die neue Adresse und innen einen großzügigen, begrünten Pausenhof. Die einzelnen Elemente formen eine Einheit: Die Backsteinfassade reflektiert die Architektur der Vorgängerbauten und vermittelt zur Nachbarbebauung. Die zurückgesetzten, gerahmten Öffnungen im Erdgeschoss stehen im Dialog mit den umlaufenden Fensterbändern im Obergeschoss. Für eine spielerische Rhythmisierung sorgen vertikale Streckmetallfelder in drei verschiedenen Grüntönen. 

 

 

 

Eremitage für einen Bücherfreund: Außenansicht, Foto © Heiner Leiska

Darüber hinaus entschied die Jury sich für eine Würdigung der „Eremitage für einen Bücherfreund“ von gmp. Die Eremitage entstand anstelle einer Garage im Garten eines Wohnhauses und bietet Raum für die Sammlung von Büchern, Grafiken und Gemälden. Der kleine Baukörper versteckt eine in den Boden versenkte zweigeschossige Stahlgalerie mit gläsernen Umgängen im Garten, umgeben von Bücherregalen, die von oben beleuchtet werden. Der Leseplatz bietet Ausblick auf Haus und Garten.

 

 

Kulturexpress ISSN 1862-1996

vom 02. Januar 2019