"Wir
fordern die Bundesregierung auf, die Immobilienkreditrichtlinie
genau so zu ändern, wie die EU-Richtlinie das vorsieht: dass
nämlich die verschärften Regelungen nicht bei Kreditverträgen
gelten sollen, die zum Bau oder zur Renovierung der
Wohnimmobilie dienen. Diesen Halbsatz hat die Bundesregierung
bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht
unterschlagen und die jetzige Situation ausgelöst. Unsere
Nachbarn in Österreich waren schlauer. Sie haben genau diesen
Satz übernommen."
"Unsere Unternehmen berichten uns vermehrt von Fällen, in denen
Baumaßnahmen geplatzt sind, weil Banken die Kredite nicht
gewährten. Das passt überhaupt nicht zu den Zielen der
Energiewende, denn es muss ja mehr saniert werden und nicht
weniger. Und wir brauchen mehr Wohnungsneubau und nicht
weniger." So Pakleppa. "Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband
stößt in ein ähnliches Horn: Demnach sind die Kreditzusagen für
private Wohnimmobilienkredite im 1. Halbjahr 2016 im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um knapp neun Prozent zurückgegangen."
Ziel der Richtlinie ist es, dass die Finanzierer darauf achten,
dass der Kunde den Kredit über die gesamte Laufzeit zurückzahlen
können muss, wird insbesondere für junge Familien zum Problem,
deren Lebensplanung noch nicht abgeschlossen ist. Sie haben
damit geringere Chancen, Wohneigentum zu bilden, was angesichts
der zu erwartenden niedrigen Renten unhaltbar ist. Gerade
Wohneigentum beugt Altersarmut vor. Aber auch für ältere
Menschen wird es schwerer, Kredite z.B. für Sanierungsmaßnahmen
am eigenen Haus zu bekommen.
"Junge Familien und ältere Menschen werden vermehrt von Krediten
ausgeschlossen; die einen haben damit keine Chance Wohneigentum
zu bilden, die anderen können ihre Eigenheime nicht sanieren.
Das kann die Politik ernsthaft nicht wollen. Hier besteht
dringender Handlungsbedarf."
Diese Forderung erhob Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des
Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes im Hinblick auf
Gespräche die zwischen Bundesregierung und Vertretern der
Kreditwirtschaft und Verbraucherschützern im September
stattfanden.
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