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im Deutschen Architektur Museum bis 1. Mai 2016 | ||
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Kramer-Bauten, das DAM stellt aus
In der Stadt begegnen einem die Gebäude beinahe überall. Kramer-Bauten gehören zum Stadtbild. Teilweise stehen sie so unauffällig, dass einem gar nicht bewusst ist, hier handelt es sich um ein Gebäude desselbigen Architekten. Der Alltag hat ihr Gesicht überdeckt. Langsam werden sie wiedergefunden. Das ist ein fortwährender Prozess der Erhaltung, der diesen Mauern jetzt zu Teil wird. Dabei haben die Gebäude nicht immer einhellig nur Befürworter gefunden. Gar von Abriss ist die Rede. Einerseits fördern die Bauten den Fortschrittsglauben, indem Initiativen sich stark machen und beispielsweise für altersgerechtes Wohnen kämpfen, was sie in einem Kramerbau umsetzen wollen. Entkernt, aufgerüstet und auf den neusten technischen Stand gebracht. Das scheint realistisch zu sein, worüber nachgedacht wird. Aus dem "Philosophicum" in der Gräfstraße ist aus diesem Grund unverhohlen ein Stück Zeitgeschichte geworden. Die Gebäudereihe wurde unter Denkmalschutz gestellt. Foto (c) dam-online
Im ersten Stock angekommen, zog sich ein Flur wie ein Band entlang, rechts die Fensterreihe und links die Türen zu den Räumen, Übungsräume und Sekretariat. Im zweiten Stock war nach der Treppe gleich links eine Glastür, eine Pfosten-Riegel Konstruktion mit Oberlichtern. Dahinter lag das "Institut für Skandinavistik", das nur wenige Räume somit wenig Platz in sich beherbergte. Am anderen Ende des Gangs lag die Bibliothek, ein Raum mit engen Regalen etwas altertümlich anmutend. Die Regale waren überfüllt mit Büchern von denen später viele ausgemistet wurden, weil niemand mehr darin las.
Kramers Bauten verfügen über eine eigene Textualität. Vielleicht eine wie sie im Roman "Der Zeitplan" (L’emploi du temps, 1957) von Michel Butor vorkommt, wo eine englische Industriestadt wahrscheinlich Edinburgh den Ort der Handlung bildet. Der Roman ist wie ein Tagebuch aufgebaut, allerdings werden die Einträge nicht in zeitlicher Abfolge gelesen sondern zeitlich verfremdet, so dass ein völlig neuartiges Bild der Handlung und des Ortes entsteht. Einer neuartigen Verfremdung unterliegen auch die Kramer-Bauten.
Der Katalog ist umfangreicher und erzählt mehr worüber die Ausstellung berichtet. Dort sind neben Wandtafeln auch Modelle von den Gebäuden aufgestellt. Kurator der Ausstellung ist der aus dem DAM scheidende Wolfgang Voigt und die Witwe Kramers, die betagte Lore Kramer. Außerdem sind die Kuratoren Philipp Sturm und Peter Körner beteiligt.
Katalog
Linie Form Funktion - Die Bauten von Ferdinand Kramer gebunden, 152 Seiten
250 Abb.
Siehe auch: Ferdinand Kramers Bauwerke im DAM — ein Vorbericht von Stefan Röttele
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