In Schirmeck wurde die ´Mauer der Namen´
als bedeutender Teil der Erinnerungskultur der Region
eingeweiht. Das Grand Est, eine von den großen
Konflikten des Ersten und Zweiten Weltkriegs geprägte
Region, setzt sein Engagement für eine lebendige
Weitergabe der Erinnerung fort und fördert dabei
Emotion, Austausch und Dialog zwischen den Generationen.
In diesem Jahr tragen drei große Projekte zu dieser
Dynamik bei und laden die Besucherinnen und Besucher
ein, mit einem neuen, von Menschlichkeit geprägten Blick
auf die Vergangenheit zu schauen.
 |
|
|
Mur des Noms Schirmeck © C.
Manquillet RGE |
|
´Mur des
Noms´: Hinter jedem Namen ein Schicksal, eine Geschichte
Vor nur wenigen Tagen in Schirmeck am Fuß des Mémorial
Alsace-Moselle eingeweiht, macht der Mur des Noms das
Ausmaß einer Geschichte sichtbar, die lange nur schwer
zu erzählen war. Dieses Erinnerungsprojekt, unterstützt
und getragen von der Region Grand Est und gemeinsam mit
Historikern, Vereinen, Familien und Akteuren der
Erinnerungskultur entstanden, geht auf ein langes Warten
zurück: Es macht rund 44 000 Schicksale von Elsässern
und Mosel-Lothringern sichtbar, die infolge des Zweiten
Weltkriegs ums Leben kamen. Dieser in Europa
einzigartige Ort ist wandelbar und partizipativ und lädt
ebenso zu Emotion wie zu historischem Verständnis ein.
Digital und immersiv, erweist dieses Denkmal ihnen
Respekt, unabhängig von ihrem Lebensweg:
Zwangseingezogene, Widerstandskämpfer, zivile Opfer,
Juden, Sinti und Roma sowie weitere vom NS-Regime
Verfolgte. Dank monumentaler Projektionen,
Archivmaterial, Lebensgeschichten und Zeugnissen von
Nachkommen gelangen die Besucherinnen und Besucher vom
Namen zur persönlichen Geschichte.
Der Mur des Noms gibt ihnen zurück, was Statistiken
mitunter auslöschen: eine Identität. Darin liegt wohl
seine größte Stärke. Die Geschichte findet hier
Vornamen, Gesichter und Familien wieder.
 |
 |
 |
|
Fort de Vaux © Mémorial de
Verdun - Anaïs Cheny
|
Verdun –
Fort de Vaux: eindrucksvolles Eintauchen in den Alltag
der Soldaten
Seit diesem Sommer und nach dreijährigen Bauarbeiten
zeigt das Fort de Vaux eine völlig neu konzipierte
Szenografie, die den Besuch in ein immersives Erlebnis
verwandelt. Klänge, Licht, Zeugnisse von Soldaten und
Projektionsbildschirme versetzen die Besucherinnen und
Besucher mitten in die Belagerung vom Juni 1916. Der
neue Rundgang, „auf Augenhöhe mit den Soldaten“ gedacht,
lässt den Alltag der Männer lebendig werden und erzählt
die Geschichte des Forts, wobei seine außergewöhnliche
Authentizität vollständig erhalten bleibt. Ein starkes
Erinnerungserlebnis, das einen neuen Blick auf eines der
einprägsamsten Kapitel der Schlacht um Verdun eröffnet.
 |
 |
 |
|
Musée de la Reddition du 7 Mai
1945 © Musees de Reims
|
Reims
1945: ein Museum der Kapitulation im neuen Gewand
Nach einem Jahr Bauarbeiten zeigt das Musée de la
Reddition du 7 mai 1945 einen völlig neu konzipierten
Rundgang. Rund um den legendären Kartenraum, in dem die
deutsche Kapitulation unterzeichnet wurde, wird der
Besuch dank einer modernisierten Szenografie, Videos,
Zeitzeugnissen und zahlreicher bislang nie gezeigter
Objekte immersiver. Über das historische Ereignis hinaus
erzählt das Museum auch vom Alltag der Bewohnerinnen und
Bewohner von Reims während des Krieges. Mehr als 130
Objekte, Archivdokumente, Uniformen und Zeugnisse werden
präsentiert, von denen ein Großteil noch nie öffentlich
ausgestellt war.
Das Museum legt zudem den Schwerpunkt auf Vermittlung
und Erleben. Die Themen Widerstand, Kollaboration,
Deportation und Befreiung werden anhand lebendiger
Erzählungen und authentischer Objekte behandelt, die der
Geschichte eine zeitgenössische Resonanz verleihen.
Meldung: Atout France - Agentur zur
Förderung des französischen Tourismus