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Ehemalige Neue Börse in
Frankfurt wird zum
Bildungscampus |
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Das ehemalige Bürogebäude Lateral Towers
wurde vollständig für eine schulische Nutzung umgebaut
und dient seit diesem Schuljahr als Standort für drei
Schulen. Neben den beiden jüngsten Frankfurter Gymnasien
– dem Stadtgymnasium Frankfurt und dem
Margot-Friedländer-Gymnasium – ist dort inzwischen auch
die Julius-Leber-Schule eingezogen. Während einer
umfassenden Sanierung musste die berufliche Schule
ausgelagert werden.
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Eingangsbereich des neuen
Schulgebäudes © Stadt Frankfurt am Main
Foto: Maik Reuß |
„Es ist hier
ein besonderer Bildungsort entstanden, an dem aktuell
drei Schulen unter einem Dach arbeiten. Der Umbau des
Bürogebäudes konnte fristgerecht abgeschlossen werden.
Das ermöglicht nun den beiden neuen Gymnasien, dort in
einem guten Umfeld aufzuwachsen. Damit konnten wir
zeigen, dass wir Schulen sehr gut in ehemaligen
Bürogebäuden unterbringen können. Die Flächen und
Lernlandschaften folgen unserem ‚Planungsrahmen für
Weiterführende Schulen‘ und sind mit modernem Mobiliar
ausgestattet. Zudem konnten wir für die
Julius-Leber-Schule, die aufgrund von Sanierungsarbeiten
ausgelagert werden musste, eine passende Übergangslösung
finden. Eine ganze Schule auszulagern, stellt uns immer
vor große Herausforderungen. Umso erfreulicher ist es,
dass in den Lateral Towers noch ausreichend Platz für
eine dritte Schule war. Auch wirtschaftlich gesehen ist
es sinnvoll, das Gebäude voll auszulasten“, sagte
Bildungsdezernentin Sylvia Weber. „Perspektivisch werden
wir daher im Rahmen unserer Schulbauoffensive in allen
Bildungsregionen dauerhafte Auslagerungsstandorte
schaffen, die dann von mehreren Schulen genutzt werden
können.“
„Mit dem Umbau hat das Amt für Bauen und Immobilien
zusammen mit dem Eigentümer Cells eine logistische und
bauliche Meisterleistung hingelegt: Während die Schulen
ihren Betrieb auf dem Gelände aufgenommen haben, wurde
parallel ein zeitgemäßer, funktionaler und freundlich
gestalteter Bildungscampus entwickelt und umgesetzt.
Dass das Großprojekt in nur zweieinhalb Jahren
realisiert werden konnte, ist deshalb gelungen, weil das
Amt für Bauen und Immobilien, das Stadtschulamt und die
Bauaufsicht, Vermieter, Planungs- und Bauunternehmen
sehr eng zusammengearbeitet, Probleme gemeinsam gelöst
und Entscheidungen schnell getroffen haben. Dafür danke
ich allen Beteiligten“, sagte Wolfgang Siefert,
Dezernent für Bauen, Liegenschaften und Kliniken. „Die
Lateral Towers zeigen zudem, wohin Schulbau in einer
Stadt mit enormer Flächenkonkurrenz gehen muss: Wir
müssen den Bestand viel konsequenter und kreativer
nutzen. Dieser Ansatz wird auch im Rahmen eine
nachhaltigen, ressourcenschonenden Stadtentwicklung
immer wichtiger, denn ein großer Teil der Bausubstanz
und damit der gebundenen grauen Energie bleibt erhalten.
Nachhaltigkeit bedeutet nicht weniger zu bauen oder auf
Qualität zu verzichten, sondern klug mit den vorhandenen
Ressourcen umzugehen.“
Logistisch komplex: Vom Bürostandort zum nachhaltigen
Schulgebäude
Bis zum Jahr 2001 diente der Standort als Sitz der
Deutschen Börse. Die Stadt hat das Gebäude vom
Immobilienunternehmen Cells angemietet, das das
Bürogebäude im Auftrag des Eigentümers zu einem
Schulstandort umgebaut hat. Es handelt sich dabei um ein
Projekt der ersten Staffel der Schulbauoffensive.
Norman Schaaf, Chief Development Officer (CDO) bei Cells,
sagte: „Die Lateral Towers zählen zu den größten bislang
realisierten Umnutzungen eines Bürokomplexes zu einem
Schulcampus in Deutschland. Mehr als 40.000 Quadratmeter
Schulfläche innerhalb von rund zweieinhalb Jahren für
mehrere tausend Schülerinnen und Schüler umzubauen, ist
auch im Vergleich mit anderen Transformationsprojekten
eine Besonderheit. Möglich war das vor allem, weil die
Architektur des Bestands sehr gute Voraussetzungen
mitgebracht hat: großzügige Raumhöhen, geeignete
Gebäudetiefen, gute Belichtung, weitgehende
Barrierefreiheit und große Freiflächen. Darauf konnten
wir aufbauen und das Gebäude bei Erschließung,
Brandschutz und Wegeführung konsequent auf die deutlich
höheren Nutzungsdichten und funktionalen Anforderungen
eines modernen Schulbetriebs ausrichten. Das Projekt
zeigt, welches Potenzial hochwertige Bürogebäude für
neue Nutzungen haben können und wie schnell im Bestand
dringend benötigte Bildungsinfrastruktur entstehen
kann.“
Bereits zum Schuljahr 2024/25 wurden hier die ersten
Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das
Stadtgymnasium und das Margot-Friedländer-Gymnasium –
damals noch unter dem Namen Neues Gymnasium Frankfurt –
nahmen in einer Containeranlage auf dem Gelände ihre
Arbeit auf. Denn das Bürogebäude war zu dem Zeitpunkt
noch nicht für eine Schulnutzung hergerichtet.
Bereits ein Schuljahr später konnte die Containeranlage
zurückgebaut werden und die Schulen in das umgebaute
Bürogebäude ziehen. Zunächst nutzten sie nur die
Bauteile 7 und 8 – in anderen Bereichen wurde noch am
Umbau gearbeitet. Da die neu gegründeten und somit
aufwachsenden Schulen nur mit jeweils zwei Jahrgängen
einzogen, war das gut umsetzbar. Auch im laufenden
Schuljahr – und inzwischen mit je drei Jahrgängen –
nutzen die Gymnasien nicht alle Räume in den Lateral
Towers. Somit steht ausreichend Platz für die berufliche
Julius-Leber-Schule bereit.
Das Stadtgymnasium Frankfurt und das
Margot-Friedländer-Gymnasium sind sechszügig geplant.
Wenn sie vollständig aufgewachsen sind, werden sie das
gesamte Gebäude benötigen. Bis dahin wird die Sanierung
der Julius-Leber-Schule abgeschlossen sein, sodass die
Schule wieder an ihren Standort zurückziehen kann.
Das Raumkonzept: Offene Lernorte, klares Farbleitsystem
Das Projekt demonstriert, was nachhaltiges Bauen im
Bestand leisten kann. „In dem Projekt mussten wir
Schulbau völlig neu denken, aber wir haben früh erkannt,
dass die Grundstruktur des Gebäudes eine optimale
Grundlage für funktionierende, ganz unterschiedliche
Lehr- und Lernformate bietet“, sagte Laura Kuhnert,
Projektleiterin für die Lateral Towers im Amt für Bauen
und Immobilien.
So hat das Amt für Bauen und Immobilien gemeinsam mit
dem Projektentwickler Cells Property Investors die für
einen Schulbetrieb notwendigen neuen Erschließungs- und
Brandschutzlösungen geschaffen und Lern- sowie
Aufenthaltsbereiche neu organisiert. Um den im
Verhältnis zum Bürobetrieb höheren und stärker
gleichzeitig stattfindenden Verkehrsströmen in Schulen
gerecht zu werden, wurden zwei neue, außen liegende
Treppenhäuser zwischen den Bauteilen errichtet.
Grundrissveränderungen im gesamten Gebäude erforderten
die hellen Klassenräume und die vielen großzügig
gestalteten, etwa 4570 Quadratmeter großen, offenen
Lernbereiche. Zusätzlich gliedert ein neues
Gebäudefarbleitsystem mit acht abgestuften Farben – im
Westflügel mit warmen Rot-Tönen, im Ostflügel mit kühlen
Grüntönen – den langgestreckten Bau mit seinen acht
Bauteilen.
Auch der großzügige Außenbereich mit seinem großen
Baumbestand wurde für Bewegung und Lernen neugestaltet
und mit zwei „Grünen Klassenzimmern“ sowie Hochbeeten
ausgestattet. Es stehen nun neue Sportanlagen, unter
anderem ein Fußball- und Basketballfeld, eine
Hundert-Meter-Laufbahn und eine Weitsprunganlage zur
Verfügung. Auf der Fläche des ehemaligen Büro-Parkhauses
entsteht in den nächsten zwei Jahren eine
zweigeschossige, wettkampftaugliche Sechsfeld-Sporthalle
mit Tribüne, die mit ihrer für den Schulbau beachtlichen
Größe nicht nur dem Campus, sondern auch dem Frankfurter
Vereinssport zusätzliche Kapazitäten bieten wird. Auch
die Mobilität wurde berücksichtigt: Über 980
Fahrradstellplätze stehen neben rund 150
Pkw-Stellplätzen zur Verfügung.
Die langfristige Nutzung ist über einen 30-jährigen
Mietvertrag mit der Stadt gesichert.
Meldung: Presseinfo der Stadt Frankfurt am Main (pia)
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