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Traditionen, Kunst, Natur und
Mythen |
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Mittsommerfeiern im Herzen
Schwedens |
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Im Zentrum Schwedens
gelegen, verbindet Dalarna auf einzigartige Weise Natur,
Kultur und Geschichte und gilt als eines der
lebendigsten und authentischsten Reiseziele des Landes.
Traditionen spielen hier eine zentrale Rolle:
Volkstänze, Handwerkskunst und vor allem das
Mittsommerfest ziehen Besucher aus aller Welt an. Die
Landschaft lädt zu Outdoor-Aktivitäten ein, von
Wanderungen und Radtouren bis zu Bootstouren auf einem
der schönen Seen.
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Mittsommer-Feier |
Viele der ikonischen Bilder Schwedens
stammen aus der Region Dalarna: rot gestrichene Häuser
an glitzernden Seen, Menschen in farbenfrohen Trachten,
die Mittsommer feiern und das verzierte Dalapferd sind
bekannte Symbole der schwedischen Kultur. Dalarna liegt
in Mittelschweden, nahe der norwegischen Grenze. Die
weite und abwechslungsreiche Landschaft umfasst Berge im
Norden, Wasserfälle und Flüsse, dichte Wälder mit
Waldseen sowie offene, sanfte Agrarlandschaften im
Süden. Diese Kombination aus reicher Kultur und
Geschichte sowie unberührter Natur, die von allen
verantwortungsvoll genutzt werden kann, macht Dalarna
einzigartig.
Erste Eindrücke in Falun
Ein idealer Startpunkt für eine Rundreise ist Falun, wo
Geschichte auf Schritt und Tritt spürbar ist. Ein
kulturelles Highlight findet sich im Carl Larsson-Gården
in Sundborn. Das Wohnhaus des berühmten Malers Carl
Larsson gilt als Ikone skandinavischer Wohnkultur: hell,
freundlich und naturnah. Bei einer geführten Tour durch
das Anwesen Lilla Hyttnäs, das seit Generationen im
Besitz der Familie Larsson ist, eröffnet sich ein
lebendiges Bild des schwedischen Familienlebens und
Designs des frühen 20. Jahrhunderts. Anschließend lohnt
sich ein Besuch im Dalarnas Museum. Hier wird deutlich,
warum Dalarna als „Schweden im Kleinformat“ gilt:
Trachten, Volksmusik und kunstvoll bemalte Möbel
spiegeln die tiefe Verwurzelung von Tradition und
Handwerk wider.
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Styggforsen-Schlucht |
Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis bietet die Falu
Gruva, die einst größte Kupfermine der Welt. In den
kühlen, dunklen Gängen unter Tage wird die
wirtschaftliche Geschichte Schwedens lebendig: Das in
Falun geförderte Kupfer schmückte Münzen,
Kirchturmspitzen und Palastdächer in ganz Europa. Die
Einnahmen der Mine trugen maßgeblich zur Finanzierung
der schwedischen Großmachtzeit bei. Heute zählt die Falu
Gruva zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein
faszinierendes Zeugnis der industriellen Vergangenheit.
Natur und Mythen
Nicht nur Kultur und Geschichte prägen Dalarna, auch die
Natur beeindruckt. Styggforsen, ein 36 Meter hoher
Wasserfall, bietet ein spektakuläres Naturschauspiel.
Eingebettet in dichte Wälder und moosbewachsene Felsen,
stürzt das Wasser in eine tiefe Schlucht und schafft
eine mystische Atmosphäre. Unterhalb des Wasserfalls
liegt ein rund 377 Millionen Jahre alter Vulkankrater,
der Styggforsen auch aus geologischer Sicht einzigartig
macht. Die Eiszeit hat hier einen tiefen Canyon geformt,
und an den steilen Felswänden sind Spuren eines
Meteoriteneinschlags vor etwa 370 Millionen Jahren
sichtbar. Die besondere Umgebung hat zahlreiche
fantasievolle Legenden hervorgebracht – sie wirkt
geradezu verzaubert. So sollen in der Höhle unter dem
Wasserfall Trolle und Diebe gelebt haben, während Riesen
die Wälder beherrschten. Wer achtsam unterwegs ist,
entdeckt vielleicht sogar Wesen wie die „Mörksugga“. Die
kleinen, schelmischen Waldgeister der schwedischen
Folklore symbolisieren die Geheimnisse der Natur: Sie
sollen Wanderer mahnen, respektvoll mit dem Wald
umzugehen, und gleichzeitig für ein kleines
Gruselerlebnis sorgen. Auf geführten Touren erzählen
Guides oft Geschichten über Mörksugga, während die Gäste
durch schattige Pfade und an rauschenden Bächen
entlangwandern. So wird ein Spaziergang in Dalarna zu
einer Mischung aus Naturerlebnis und lebendiger
Folklore.
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Siljansee |
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Tällberg und der Zauber des Siljansees
Weiter geht es zum Siljansee, Der größte See in Dalarna
prägt die Landschaft der Region mit seinen sanft
geschwungenen Ufern, kleinen Buchten und glitzernden
Wasserflächen. Rund um den See erstrecken sich charmante
Dörfer, und besonders Tällberg sticht als malerisches
Highlight hervor. Das Dorf ist bekannt für seine
traditionellen Holzhäuser, viele davon in warmen, roten
Farbtönen, und die liebevoll gepflegten Gärten, die
einen idyllischen Kontrast zum tiefblauen Wasser bilden.
In Tällberg herrscht eine fast zeitlose Atmosphäre:
Ruhe, Naturverbundenheit und ein Hauch von Luxus in
kleinen Boutique-Hotels und Cafés verschmelzen hier zu
einem besonderen Erlebnis. Wanderwege entlang des
Siljansees, Panoramablicke auf die umgebenden Wälder und
abendliche Sonnenuntergänge spiegeln das entspannte,
fast meditative Lebensgefühl wider, das die Region so
einzigartig macht. Ob bei einem Spaziergang am Seeufer,
beim Erkunden der lokalen Kunsthandwerksläden oder beim
Genießen regionaler Spezialitäten – Tällberg und der
Siljansee verkörpern den Reiz Dalarnas auf besonders
malerische Weise.
Gastfreundschaft und Zimtschnecken
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Zimtschnecken |
Im traditionsreichen Green Hotel in Tällberg trifft
Geschichte auf Gastfreundschaft. Ursprünglich als
Privathause gebaut, dient es seit 1947 als Hotel und
konnte seinen besonderen, persönlichen Charme bewahren.
Viele bekannte Persönlichkeiten haben sich im Gästebuch
im Green-Salon verewigt. In der hauseigenen gemütlichen
Bäckerei die in einem kleinen Holzhaus untergebracht
ist, hat man die Gelegenheit, selbst unter Anleitung
Zimtschnecken zu backen. Man rollt gemeinsam den Teig
aus und backt im holzbefeuerten Ofen wie vor hundert
Jahren. Zimtschnecken – auf Schwedisch Kanelbulle -
haben eine besondere kulturelle und soziale Bedeutung,
die weit über ihr kulinarisches Vergnügen hinausgeht.
Die Zimtschnecke ist untrennbar mit der schwedischen
Tradition der Fika verbunden, einer gemütlichen
Kaffeepause, bei der man innehält, sich mit Freunden
oder Kollegen unterhält und den Alltag entschleunigt.
Zimtschnecken sind quasi „das perfekte Fika-Gebäck“.
Seit den 1920er Jahren ist das Backen von Zimtschnecken
in Schweden populär geworden, und 1999 wurde der 4.
Oktober offiziell zum „Kanelbullens dag“ erklärt. An
diesem Tag feiern Schweden das Gebäck landesweit.
Zimtschnecken werden häufig hausgemacht, mit lokalen
Zutaten wie Butter, Zucker, Zimt und Kardamom, was die
schwedische Vorliebe für Qualität und traditionelle
Rezepte unterstreicht.
Mittsommer - ein Fest voller Traditionen
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Maibaum |
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Mittsommer ist eines der größten und lebendigsten Feste
in Schweden, besonders in Dalarna, wo Traditionen noch
tief verwurzelt sind. Es wird rund um die
Sommersonnenwende im Juni gefeiert, wenn die Tage am,
längsten und die Nächte am hellsten sind und die Natur
in voller Blüte steht. Hohe Maibäume werden mit Blättern
und Blumen geschmückt und aufgestellt, um die
Feierlichkeiten zu eröffnen. Ein weiteres Highlight sind
die Blumenkränze, die Frauen und Kinder liebevoll
flechten. Frische Wildblumen aus den Wiesen von Dalarna
schmücken die Köpfe und symbolisieren Naturverbundenheit
und Lebensfreude. Musiker spielen auf und traditionelle
Tänze rund um den Maibaum zeigen die Lebensfreude der
Schweden. Auf den Tischen stehen frische Kartoffeln,
Hering, Dillsoße und Erdbeeren. Besonders beliebt ist
das „Smörgåsbord“, ein Buffet, das die Vielfalt der
schwedischen Küche zeigt. Es ist ein Fest für Augen,
Gaumen und Herz. Die Stimmung ist entspannt,
naturverbunden und sehr gesellig – oft wird bis spät in
die helle Nacht gefeiert.
Die größten Feste finden rund um den Siljansee statt.
Ein Sprung in den kühlen See rundet für manche das Fest
ab. Bei über 100.000 Seen im Land ist das „wilde Baden“
nicht nur erlaubt, sondern Teil der Kultur. Mittsommer
ist ein Ausdruck von Gemeinschaft, Lebensfreude und der
tiefen Verbindung zwischen Mensch und Natur. Die
Schweden glauben, dass Mittsommer magische Kräfte hat:
Wer die Nacht draußen verbringt, soll Liebe und Glück
finden.
Dalapferde und Nationalmaler
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Zorn-Gården |
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Nusnäs ist weltberühmt als Heimat der handgefertigten
Dalapferde, die zu den bekanntesten Symbolen Schwedens
gehören. Die kleinen Holzpferde haben ihre Ursprünge im
18. Jahrhundert, als Waldarbeiter sie in langen
Winternächten als Geschenke für ihre Kinder schnitzten.
In den 1830er Jahren erhielten die Pferde ihre
charakteristische, farbenfrohe Bemalung, die bis heute
jedes einzelnen Dalapferd zu einem einzigartigen
Kunstwerk macht. Jedes Stück wird nach wie vor
vollständig von Hand gefertigt. Bei einer geführten Tour
in der Dalapferd-Fabrik von Nils Olsson in Nusnäs wird
sichtbar, wie tief Handwerk und Tradition hier
verwurzelt sind.
Für Kunst- und Kulturinteressierte lohnt ein Besuch im
Zorn-Gården in Mora, das ehemalige Heim des berühmten
Malers Anders Zorn und seiner Frau Emma. Das Anwesen
zeigt nicht nur Zorns Werke, sondern auch sein Leben und
Schaffen inmitten der Natur. Die prächtigen Gemälde,
seine Sammlung von Skulpturen und die Architektur des
Hauses vermitteln einen tiefen Einblick in die
künstlerische Blütezeit des frühen 20. Jahrhunderts.
Zorn-Gården verbindet somit auf einzigartige Weise
Kunst, Geschichte und die idyllische Landschaft.
Solgårdskrogen – Schwedische Küche inmitten der Natur
Ein kulinarisches Highlight in Dalarna ist
Solgårdskrogen, ein charmantes Restaurant, das regionale
Spezialitäten in gemütlicher, traditioneller Atmosphäre
serviert. Am Rande der Wälder gelegen, kombiniert
Solgårdskrogen rustikales Flair mit moderner Küche. Es
ist ein Erlebnis für alle Sinne. Besonders bemerkenswert
ist das Gewächshaus, in dem ein Teil der Gäste speist:
Umgeben von üppigem Grün, Blumen und Kräutern genießt
man die helle, luftige Atmosphäre, die ein Gefühl von
Nähe zur Natur vermittelt. Die Küche setzt konsequent
auf regionale, saisonale Zutaten: frischer Lachs aus den
Seen, Wild aus den umliegenden Wäldern, Beeren und Pilze
aus heimischen Wäldern sowie saisonales Gemüse aus dem
eigenen Garten. Gäste genießen hier nicht nur
exzellentes Essen, sondern auch die ruhige, naturnahe
Lage – ein Ort, der das authentische Dalarna-Erlebnis
kulinarisch abrundet.
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Stationshaus
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Ein Kaleidoskop aus Kultur, Natur und Tradition
Dalarna ist eine Region voller Kontraste und Highlights:
Von der Geschichte in Falun über die künstlerischen
Einblicke in Carl Larsson-Gården und Zorn-Gården bis zu
den magischen Naturschauplätzen wie Styggforsen und dem
Siljansee. Handwerk und Folklore prägen das Leben, sei
es durch die Dalapferde in Nusnäs, die geheimnisvollen
Geschichten von Mörksugga, die duftenden Zimtschnecken
zur Fika, oder die fröhlichen Traditionen rund um
Mittsommer. Wer diese Region besucht, taucht ein in eine
Welt, in der Geschichte, Kunst, Natur und Lebensfreude
harmonisch verschmelzen. Text und Fotos: Barbara
Altherr
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