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Juridicum, Februar 2026, Foto
(c) Kulturexpress |
Angesichts der in Frankfurt am Main und
darüber hinaus breit geführten Diskussion über Abriss,
Teilerhalt, Umbau und zukünftige Nutzung des Gebäudes
verweisen die sechs im Zukunftslabor engagierten Expert*innen
auf den noch laufenden Prozess und plädieren in einer
Stellungnahme für eine ausschließlich offene,
datenbasierte Debatte, die mögliche Entscheidungen nicht
vorwegnimmt.
Beispielhaftes Verfahren
über den Einzelfall hinaus
Mit dem „Zukunftslabor Juridicum“ hat der Magistrat der
Stadt Frankfurt am Main einen ergebnisoffenen,
interdisziplinären Prozess auf den Weg gebracht, der die
Weiterentwicklung des Juridicums vor dem Hintergrund
einer veränderten Baukultur und einer wachsenden
Sensibilität für Ressourcen, Energieeinsatz und den Wert
des baulichen Bestands fachlich begleitet und eine
ganzheitliche Entscheidungsgrundlage für Politik und die
Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding GmbH als
zukünftige Eigentümerin des Gebäudes erarbeitet.
Ziel des Zukunftslabors ist es, am Beispiel des
Juridicums grundlegende Fragen zum Umgang mit dem
Gebäudebestand zu klären und ein beispielhaftes
Verfahren zu entwickeln, das auch über den Einzelfall
hinaus Orientierungswissen für vergleichbare Planungs-
und Entscheidungsprozesse bereitstellt. Hierfür
erarbeitet ein interdisziplinär besetztes Gremium aus
sechs Expert*innen eine Empfehlung für den Umgang mit
dem Gebäude.
Erste Erkenntnisse
Aus den ersten Sitzungen liegen bereits Erkenntnisse
vor. Dazu gehört die Einschätzung, dass Juridicum und
Tiefgarage als eigenständige Baukörper getrennt
voneinander betrachtet werden müssen. In diesem
Zusammenhang ist zu untersuchen, welche Auswirkungen die
Grundwasserstände u.a. auf die Abdichtung des Juridicums
haben.
Ebenso wurde festgestellt, dass die Tragstruktur des
Juridicums insgesamt in einem guten Zustand ist und für
unterschiedliche Nutzungsoptionen Potenziale bietet.
Hervorgehoben wurden zudem die Umnutzbarkeit des
Bestands und die vorhandenen Lastreserven. Diese
Feststellung ist im Gutachten des Ingenieurbüros bauart
ausführlich untermauert.1
Untersuchung der Fassade notwendig
Zugleich wurde deutlich, dass einzelne Bauteile –
insbesondere die bestehende Fassade – den Anforderungen
zukünftiger Nutzungen nicht entsprechen, aber ihr
Potenzial zur Wiederverwendung als Materialressourcen
geprüft werden muss. Auch funktionale und
stadtklimatische Fragen, etwa zur Rolle des Gebäudes als
Lärmschutz und als Frischluftbarriere, erfordern eine
weitere Prüfung.
Sachliche Prüfung unterschiedlicher Szenarien
„Aus wissenschaftlicher Perspektive ist es eine zentrale
Aufgabe des Zukunftslabors, den Ist-Zustand des Gebäudes
faktenbasiert und transparent darzustellen. Damit legen
wir die Grundlage für den von uns moderierten
ergebnisoffenen Prozess, der unterschiedliche Szenarien
sachlich prüft und Empfehlungen zur weiteren Entwicklung
des Juridicums nachvollziehbar macht”, sagt Dr. Stefan
Staehle von der Frankfurt UAS, Projektmitarbeiter des
Zukunftslabors Juridicum.
Ergebnisse werden im September 2026 vorgestellt
Ziel des Zukunftslabors bleibt es, ökologische, soziale,
funktionale und wirtschaftliche Aspekte so
zusammenzuführen, dass eine tragfähige
Entscheidungsgrundlage für die Zukunft dieses
städtebaulich prominenten Ortes entstehen kann.
Im vierten Workshop am 7. Mai 2026 richtet sich der
Blick nach vorn: Ausgehend von den bisherigen
Erkenntnissen des Zukunftslabors Juridicum soll
diskutiert werden, wie ein tragfähiger Prozess hin zu
einer baulichen Lösung aussehen kann. Die erarbeiteten
Inhalte bilden die Grundlage für die anschließende
Arbeitsphase, in der die Diskussionsergebnisse zu
Empfehlungen an die Stadt Frankfurt und die ABG als
zukünftige Eigentümerin des Gebäudes verdichtet werden.
Die Ergebnisse aus dem Prozess „Zukunftslabor Juridicum”
werden im September 2026 im Rahmen einer öffentlichen
Abschlussveranstaltung vorgestellt.
www.stvv.frankfurt.de/parlisobj/B_231_2025_AN1_technische_Bewertung.pdf