Aktuelles Konzept der Wohngruppe AdAptiv BauGeno am Campus Bockenheim wirtschaftlich nicht realisierbar

 

 

Im Eckhaus die ehemalige Akademie für Arbeit in Frankfurt-Bockenheim, Januar 2026, Foto (c) Kulturexpress

Trotz intensiver Planung und enger Abstimmung mit den städtischen Fachämtern konnte das Projekt am Standort der ehemaligen Akademie für Arbeit in Bockenheim aufgrund stark gestiegener Bau- und Finanzierungskosten wirtschaftlich nicht mehr realisiert werden. Die Stadt hatte der Wohngruppe aufgrund der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angeboten, die weiteren Fristen zur Umsetzung des Projekts zu verlängern oder zu beenden. Nach weiteren Prüfungen haben AdAptiv und die Stadt gemeinsam beschlossen, die Anhandgabe nicht fortzusetzen. Dabei handelt es sich um die Phase zwischen getroffener Auswahlentscheidung zugunsten eines Bewerbers und dem Abschluss eines Kaufvertrags.

 

 

   

Die Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstag, 11. Dezember, beschlossen, den Standort langfristig für gemeinwohlorientierte Nutzungen zu sichern. Das Grundstück am Rand des künftigen Kulturcampus soll weiterhin für Wohnen und soziale Angebote zur Verfügung stehen.

 

Die Liegenschaft war 2020 im Rahmen eines Konzeptverfahrens für gemeinschaftliche und gemeinwohlorientierte Wohnformen ausgeschrieben worden. Die Wohngruppe AdAptiv BauGeno erhielt damals die Anhandgabe, nachdem sie mit einem innovativen und sozial ausgerichteten Wohnkonzept überzeugt hatte. Geplant war ein barrierearmes, nachhaltiges Gebäude mit Wohnraum für rund 90 Menschen sowie gemeinschaftlich nutzbaren Quartiersräumen.

Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, bedauert, dass das Projekt unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht realisiert werden konnte, betont jedoch die langfristige Perspektive des Standorts: „Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation ist es uns wichtig, dass die ehemalige Akademie der Arbeit für gemeinwohlorientierte Nutzungen erhalten bleibt. Die Übertragung der Liegenschaft in den städtischen Liegenschaftsfonds schafft dafür eine sichere Grundlage. So können die bestehenden Zwischennutzungen, wie etwa die ada_kantine und der Wohnraum für Auszubildende, bis 2030 gesichert werden. Beide Angebote bereichern das Quartier, die ada_kantine leistet hervorragende Arbeit. Langfristig ist uns an diesem Standort weiterhin ein gemeinschaftliches Wohnprojekt mit bezahlbaren Wohnungen und einer breiten Wirkung in die Nachbarschaft wichtig.“

„Uns fällt es nach fünf Jahren intensiver Arbeit und vielen Aufs und Abs natürlich sehr schwer, unsere Vision von der AdA loszulassen“, so der Vorstand der AdAptiv BauGeno. „Gleichzeitig sind wir froh, dass es mit der jetzigen Entscheidung dennoch eine neue und hoffentlich realistischere Perspektive für gemeinschaftliches Wohnen und solidarisches Handeln gibt. Und wir freuen uns, dass die derzeitigen Zwischennutzer nun eine langfristigere Perspektive bekommen.“

Die Stadt sichert zunächst die heutigen Zwischennutzungen bis 2030. In dieser Zeit wird eine neue Ausschreibung vorbereitet, sodass die Liegenschaft im Konzeptverfahren für gemeinschaftliches Wohnen ausgeschrieben werden kann, das den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung trägt. Grundlage hierfür werden auch die baulichen Voruntersuchungen der AdAptiv BauGeno sein, die dem Liegenschaftsfonds zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt werden. Damit werden die Grundlagen dafür geschaffen, dass am Kulturcampus ein innovatives gemeinschaftliches Wohnprojekt entstehen kann.

 

Meldung: Presseinfo der Stadt Frankfurt am Main (pia)

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 14. Dezember 2025