Der Spielplan der Oper Frankfurt - Saison 2024/25 bietet mehr als 500 Veranstaltungen

Davon sind 173 Musiktheatervorstellungen. Auf dem Programm stehen 11 Premieren mit insgesamt 88 Aufführungen, davon finden 8 Neuinszenierungen mit 65 Vorstellungen im Opernhaus sowie 3 Premieren mit 23 Vorstellungen im Bockenheimer Depot statt. Darüber hinaus sind 14 Wiederaufnahmen mit 85 Vorstellungen geplant. Zudem sind 8 Liederabende im Opernhaus und weitere Recitals im Holzfoyer sowie ca. 300 Sonderveranstaltungen angesetzt.

 

 

Im Vorwort der Broschüre zu seiner 23. Frankfurter Spielzeit schreibt Intendant  Bernd Loebe, rechts im Bild: „In den vergangenen Monaten habe ich mir oft Sorgen um unsere  Demokratie gemacht. Wie soll das Zusammenleben funktionieren, wenn wir nicht  mehr bereit sind, einander zuzuhören, miteinander zu streiten und am Ende zu  akzeptieren, dass es Menschen mit anderer Meinung gibt, mit denen man aber trotz  alledem friedlich zusammenleben kann? In diesem Sinne wünsche Ihnen und uns  viele schöne Theatererlebnisse und hoffe, dass das Zuhören, das emotionale  Mitfühlen und die anschließende Debatte ein Modell für unser demokratisches  Zusammenleben und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sein können.“   Generalmusikdirektor Thomas Guggeis, links im Bild, fasst gegen Ende seiner ersten Frankfurter  Spielzeit in derselben Publikation zusammen: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne –  für mich waren das magische erste Monate mit den Zuschauerinnen und Zuschauern  sowie allen Menschen, die auf, vor und hinter der Bühne dieses Opernhauses die Utopie  Musiktheater gemeinsam zum Leben erwecken. Das kollektiv-kreative   Zusammenwirken so vieler unterschiedlicher Stimmen und Kräfte, um den Vorhang  immer wieder aufs Neue für einen spannenden, beglückenden, tröstenden,  aufwühlenden, einzigartigen Opernabend hochgehen zu lassen, mag eine Inspiration für  unsere Gesellschaft sein, die vielen Herausforderungen gemeinsam anzugehen.“ Jahrespressekonferenz am 07. Mai 2024 im Holzfoyer der Oper Frankfurt, Foto Kulturexpress

Als erste Neuproduktion der Spielzeit feiert am 22. September 2024 Hans Werner Henzes Der Prinz von Homburg im Opernhaus Premiere. Die musikalische Leitung übernimmt Studienleiter Takeshi Moriuchi, für die Inszenierung kehrt nach Wagners Lohengrin (2009) und Verdis Les vȇpres siciliennes (2013) Jens Daniel Herzog an die Oper Frankfurt zurück. Seit 2018/19 bekleidet er die Position des Staatsintendanten am Staatstheater Nürnberg. In der Titelpartie ist Ensemblemitglied Domen Križaj zu erleben. Am 3. November 2024 folgt Alban Bergs Lulu, dirigiert von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis. In der Titelpartie gastiert erstmals Vera-Lotte Boecker im Haus am Willy-Brandt-Platz. Regie führt Nadja Loschky, die in der aktuellen Saison mit Händels Giulio Cesare in Egitto ihr umjubeltes Frankfurt-Debüt gab.

Im Bockenheimer Depot kommt am 10. November 2024 die Frankfurter Erstaufführung von Georg Friedrich Händels Partenope heraus. Am Pult steht George Petrou, die Inszenierung stammt von Julia Burbach; beide arbeiten erstmals an der Oper Frankfurt. Während er seit 2021/22 Künstlerischer Leiter der Internationalen Händel Festspiele ist, arbeitete sie regelmäßig am Royal Opera House Covent Garden in London, wo sie von 2015 bis 2021 Resident Staff Director war.

Im Opernhaus dirigiert GMD Thomas Guggeis ab 1. Dezember 2024 Verdis Macbeth und präsentiert damit eine weitere Facette seines vielschichtigen Repertoires. Der amerikanische Regisseur R.B. Schlather legte 2019 im Bockenheimer Depot seine Sicht auf Händels Tamerlano vor, 2021 gefolgt von Cimarosas L’italiana in Londra im Opernhaus. Die Titelpartie der Verdi-Oper übernimmt Ensemblemitglied Nicholas Brownlee.

Eine weitere Frankfurter Erstaufführung feiert am 2. Februar 2025 Premiere im Opernhaus: Guercœur von Albéric Magnard. Ihr Debüt am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters holt die französische Dirigentin Marie Jacquot krankheitshalber nach – in einer Inszenierung von David Hermann, der zu den regelmäßigen Gästen der Oper Frankfurt gehört. Die Titelpartie verkörpert Domen Križaj, an seiner Seite – ebenfalls aus dem Ensemble – Claudia Mahnke in der Partie der Giselle. Adolphe Adams Le Postillon de Lonjumeau steht am 2. März 2025 als Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl auf dem Frankfurter Spielplan. Das Dirigat übernimmt – wie bereits in Erl, wo er als Kapellmeister fungierte – der südkoreanische Dirigent Beomseok Yi. Die Inszenierung stammt vom Frankfurter Spielleiter Hans Walter Richter, die Titelpartie übernimmt wie in Erl der italienische Tenor Francesco Demuro, an seiner Seite auch in Frankfurt Ensemblemitglied Monika Buczkowska als Madeleine.

Weiter geht es am 8. März 2025 im Bockenheimer Depot mit der Premiere von Carl Ditters von Dittersdorfs Doktor und Apotheker. Es dirigiert Kapellmeister Alden Gatt, und die Inszenierung stammt von der ehemaligen Frankfurter Spielleiterin Ute M. Engelhardt. Für ihre Frankfurter Inszenierung von Janáčeks Das schlaue Füchslein 2016 an der Oper Frankfurt wurde sie mit dem renommierten Götz Friedrich-Preis ausgezeichnet. Mit L’invisible (Musikalische Leitung: Titus Engel; Inszenierung: Daniela Löffner) am 30. März 2025 im Opernhaus und Melusine (Musikalische Leitung: Karsten Januschke; Inszenierung: Aileen Schneider) am 6. Juni 2025 im Bockenheimer Depot stehen zwei Frankfurter Erstaufführungen des am 13. März 2024 verstorbenen Aribert Reimann auf dem Spielplan, einem der renommiertesten Komponisten der Gegenwart.

Eine Neuproduktion von Richard Wagners Parsifal feiert am 18. Mai 2025 Premiere im Opernhaus. Die Besetzung ist vielversprechend: die musikalische Leitung hat GMD Thomas Guggeis, die Inszenierung erarbeitet Brigitte Fassbaender. Die letzte Premiere der Spielzeit 2024/25 ist die Frankfurter Erstaufführung von Händels Alcina im Opernhaus. Die musikalische Leitung liegt bei Julia Jones, für die Regie wurde Johannes Erath engagiert. Beide Künstler gehören zu den regelmäßigen Gästen der Oper Frankfurt.

14 Produktionen werden im Opernhaus wiederaufgenommen, darunter am 8. September 2024 Händels Hercules in der Sicht Barrie Koskys, zudem die vom Fachmagazin Opernwelt als „Aufführung des Jahres 2021/22“ ausgezeichnete Nacht vor Weihnachten von Nikolai A. Rimski-Korsakow in der Inszenierung von Christof Loy (6. Dezember 2024) sowie die gefeierten Produktionen von Peter I. Tschaikowskis Die Zauberin (Regie: Vasily Barkhatov; 7. Februar 2025) und Richard Strauss’ Der Rosenkavalier (Regie: Claus Guth; 11. April 2025).

Die Liederabend-Reihe vereint erneut Namen etablierter Sänger*innen mit denen vielversprechender Nachwuchskünstler*innen: Mezzosopranistin Bianca Andrew (10. September 2024); Bariton Konstantin Krimmel / Sprecherin Brigitte Fassbaender (29. Oktober 2024); Sopranistin Clara Kim / Sopranistin Nombulelo Yende / Countertenor Iurii Iushkevich (17. Dezember 2024); Sopranistin Louise Alder / Tenor Mauro Peter (25. Februar 2025); Tenor Matthew Polenzani (18. März 2025); Tenor Francesco Meli (8. April 2025); Bass Georg Zeppenfeld (12. Mai 2025); Sopran Asmik Grigorian (3. Juni 2025). Hinzu kommen Liederabende in der Reihe Lieder im Holzfoyer.

Selbstverständlich werden auch in der Spielzeit 2024/25 wieder zahlreiche Sonderveranstaltungen zum Programm der Oper Frankfurt gehören, fast 300 sind es in der kommenden Saison. So hat sich unter dem Titel JETZT! das erfolgreiche Vermittlungsprogramm für Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem vergleichsweise hohen Anteil von ca. 230 Terminen an der Gesamtzahl der Sonderveranstaltungen weiterhin stark etabliert.

In seiner zweiten Spielzeit als Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt ist Thomas Guggeis auch andernorts zu Gast: Konzert Staatskapelle Berlin (12/2024); Konzert Bayerisches Staatsorchester (01/2025); Konzert Bergen Philharmonic (01/2025); Konzert Wiener Philharmoniker (01/2025); Konzert Cleveland Orchestra (02/2025); Konzert Philharmonisches Staatsorchester Hamburg (02/2025); Konzert London Philharmonic (03/2025); Konzert Orchestra dell‘Accademia di Santa Cecilia Roma (03/2025); Konzert Staatsphilharmonie Nürnberg (05/2025); Konzert Gürzenich Orchester Köln (06/2025)

Die Auslastung der Oper Frankfurt in der laufenden Saison 2023/24 liegt mit Stand April 2024 bei 82 Prozent. Die Zahlen der Abonnements belaufen sich 2023/24 auf 9.499. Zu den Veränderungen im Ensemble: Sopranistin Kateryna Kasper nimmt ein Sabbatjahr, bleibt jedoch dem Ensemble erhalten. Mezzosopranistin Karolina Makuła war bis 2021/22 Mitglied des Opernstudios und danach freiberuflich tätig; nun wechselt sie ins Ensemble. Auch Sopranistin Nombulelo Yende und Bariton Jarrett Porter sind Mitglieder des Opernstudios und wechseln zur Spielzeit 2024/25 ins Ensemble. Aus diesem scheiden folgende Künstler aus: Tenor Jonathan Abernethy wechselt in die freiberufliche Tätigkeit, Bass Magnús Baldvinsson geht in Pension und Bariton Danylo Matviienko wird Ensemblemitglied der Dresdner Semperoper.

 

 

   

 

 

   

Kulturexpress ISSN 1862-1996

 vom 19. Juni 2024