|
Bamberg
nimmt am
Modellprojekt
„Smart
City“ [1]
teil, ist
damit auf
dem bestem
Weg, zu
einer
smarten
Welterbestadt
zu werden.
Bereits
jetzt
bestehen in
Deutschland
und im
Euroraum
viele
verschiedene
Möglichkeiten,
an der
Ladenkasse
und anderswo
zu bezahlen,
zum Beispiel
mit der
Karte, mit
dem Smartphone
oder mit
Bargeld.
Diese
Vielfalt
soll weiter
ausgebaut
werden.
Bisher ist
das Bargeld
die einzige
Möglichkeit
mit
Zentralbankgeld
zu bezahlen.
Künftig wird
im Euroraum
das Bargeld
noch um ein
digitales
Äquivalent
ergänzt und
zwar durch
den
digitalen
Euro. Der
digitale
Euro ist ein
wichtiger
Schritt, um
die Euro-Währung
zukunftsfest
zu machen.
|
|

|
|
|
Keynote von
Burkhard
Balz,
Mitglied des
Vorstands
der
Deutschen
Bundesbank,
bei der
Veranstaltung
„Die Zukunft
des Geldes“
des
Wirtschaftsclub
Bamberg
e.V. am 30.
April 2024
in Bamberg
|
Das
Eurosystem
ist mit
seinen
Arbeiten an
digitalem
Zentralbankgeld
nicht
allein:
Zentralbanken
auf der
ganzen Welt
beschäftigen
sich mit
diesem
Thema. Laut
einer Studie
der Bank für
Internationalen
Zahlungsausgleich
liegt der
Anteil der
befragten
Zentralbanken,
die an
digitalem
Zentralbankgeld
arbeiten,
bei 93
Prozent.[2] Der
Euro gehört
inzwischen,
mit Blick
auf die
Fortschritte,
sicherlich
weltweit zu
den
Vorreitern.
Projektstand
Das
Eurosystem
hat schon im
Jahr 2021
damit
begonnen,
die
sogenannte „Retail“-Variante
eines
digitalen
Euro zu
prüfen.
Dabei wurden
verschiedene
Fragen und
vor allem
die mögliche
Ausgestaltung
eingehend
untersucht.
Als Ergebnis
dieser
Arbeiten hat
der EZB-Rat
ein erstes
Konzept für
den
digitalen
Euro
gebilligt.
Sicherlich
war dieses
Konzept eine
wichtige
Inspiration
für den
Verordnungsentwurf,
den die
Europäische
Kommission
Ende Juni
2023
vorgelegt
hat.
Parallel zu
den
Diskussionen
um den
Verordnungsentwurf
hat
der EZB-Rat
im Herbst
2023 die
nächste
Projektphase,
die
Vorbereitungsphase,
eingeleitet.
Diese läuft
seit dem 1.
November
2023. Der
erste Teil
ist zunächst
auf zwei
Jahre
angelegt, in
denen
weitere,
entscheidende
Vorarbeiten
für die
mögliche
Einführung
eines
digitalen
Euro
geleistet
werden
sollen.
Dazu zählt
die
Fertigstellung
des
Regelwerks
für die
Nutzung des
digitalen
Euro. Zudem
wird das
Eurosystem
die Anbieter
identifizieren,
die
unterschiedliche
Komponenten
für den
digitalen
Euro
bereitstellen
sollen –
sofern er
eingeführt
wird. Und es
wird darum
gehen, durch
das
Experimentieren
mit neuen
Technologien
weitere
Erkenntnisse
zu gewinnen.
Zunächst
sind es zwei
Überlegungen,
warum über
den
digitalen
Euro
nachgedacht
wird.
Digitale
Welt
Ein Treiber
für das
Projekt des
Eurosystems
ist die
zunehmende
Digitalisierung
und die
damit
einhergehende
sinkende
Nutzung von
Bargeld als
Zahlungsmittel.
Bis heute
ist Bargeld,
gemessen an
der Anzahl
der
Transaktionen,
das
bevorzugte
Zahlungsmittel
im Euroraum
für Einkäufe
in
Geschäften
und
Zahlungen
von Person
zu Person.
Doch die
Nutzung
digitaler
Zahlungsmittel
nimmt stetig
zu. Das
zeigen unter
anderem die
Ergebnisse
einer Studie
der EZB zu
den
Zahlungsgewohnheiten
im Euroraum.[3] Die
Zahlen der
Bundesbank
bestätigen
diesen Trend
für
Deutschland.[4]
Auch die
zunehmende
Beliebtheit
des
Online-Handels
hat hier zu
Rückgängen
beigetragen
und dazu
geführt,
dass heute
jeder vierte
Euro im
Internet
ausgegeben
wird – dabei
steht
Bargeld als
Bezahloption
nicht zur
Verfügung.
Hierbei
wissen viele
Menschen die
besonderen
Eigenschaften
von Bargeld
zu schätzen
– auch in
Deutschland.
In einer
repräsentativen
Umfrage der
Bundesbank
gaben 93
Prozent der
Befragten
an, dass sie
auch in
Zukunft die
Wahl
zwischen
Bargeld und
alternativen
Zahlungsmitteln
haben
möchten.
Dieser
Anteil
unterstreicht
die
Notwendigkeit,
weiterhin
den Zugang
zu
Zentralbankgeld
zu
gewährleisten.
Sowohl in
seiner
physischen
Form von
Banknoten
und Münzen
als auch in
Ergänzung
dazu als
digitaler
Zwilling,
der sich an
den
geschätzten
Eigenschaften
des Bargelds
orientiert,
aber eben
auch in der
digitalen
Welt
eingesetzt
werden kann.
Souveränität
Europas
Die
zunehmende
Digitalisierung
ist aber
nicht der
einzige
Grund, der
für die
Einführung
eines
digitalen
Euro
spricht. Der
zweite Grund
ist vor
allem
politischer
Natur. Die
Menschen
bekämen ein
standardisiertes
digitales
Zahlungsmittel,
das im
gesamten
Euroraum im
täglichen
Zahlungsverkehr
funktioniert:
an der
Ladenkasse
ebenso wie
im Online-Handel.
Auch könnte
man damit
von Person
zu Person
zahlen, ohne
dass
außereuropäische
Konzerne mit
im Boot
sitzen. Die
Menschen
werden eine
solche
europäische
Lösung zu
schätzen
wissen.
Schließlich
gibt es auch
gute
geostrategische
Gründe für
einen
digitalen
Euro. Die
geopolitischen
Entwicklungen
haben
gezeigt,
dass
Deutschland
und Europa
noch stärker
darauf
achten
müssen, wie
sie ihre
Unabhängigkeit
in
kritischen
Bereichen
sichern
können. Der
digitale
Euro würde
auf
europäischen
Infrastrukturen
beruhen und
damit die
Souveränität
Europas
stärken.
Wenn hier von
mehr
Souveränität
gesprochen
wird,
heißt das
aber nicht,
dass alles
über
staatliche
Stellen
laufen soll.
Der digitale
Euro könnte
privaten
Bezahllösungen
dabei
helfen,
widerstandsfähiger
und
innovativer
zu werden
und zugleich
europaweite
Akzeptanz zu
erreichen.
Es geht
darum,
gemeinsam
mit dem
Bankensektor
Innovationen
und
Produktivitätsfortschritte
zu fördern.
Es ist nicht
das Ziel,
Geschäftsbanken
aus dem
Wettbewerb
zu
verdrängen.
Stattdessen
soll
die Rolle
des
staatlichen
Geldes auch
in der
digitalen
Welt
langfristig
verankert
werden.
Aber nicht
nur das: Mit
dem
digitalen
Euro würde
eine
Plattform
entstehen,
die
Kreditwirtschaft,
Industrie
und Handel
neue
Spielräume
bietet. Sie
könnten
völlig neue
Dienste wie
zum
Beispiel Smart
Contracts für
das Internet
der Dinge
implementieren.
Denn digitales
Geld wird
als
Schlüssel zu
völlig neuen
Prozessen im
digitalen
Zeitalter
gesehen.
Davon könnte
letztlich
auch die
Wettbewerbsfähigkeit
Europas
profitieren.
Privatsphäre
als
Kernelement
Bei der
Ausgestaltung
wird es
darauf
ankommen,
ein
attraktives
Produkt für
die
Nutzerinnen
und Nutzer
zu
entwickeln.
Attraktiv
aber nicht
nur, was
seine
Handhabung
angeht,
sondern auch
was
Datensparsamkeit
betrifft.
Wenn es um
den
digitalen
Euro geht,
geht es für
viele
Menschen vor
allem um die
Frage der
Preisgabe
persönlicher
Informationen.
Ein
digitaler
Euro wäre
auf jeden
Fall so
konzipiert,
dass weder
die EZB noch
die anderen
Zentralbanken
des
Eurosystems
imstande
wären,
Transaktionen
mit dem
digitalen
Euro
einzelnen
Personen
zuzuordnen.
Für
Offline-Zahlungen
könnte sogar
ein noch
höheres
Datenschutzniveau
eingeräumt
werden.
Ähnlich wie
bei Bargeld
würde die
Geschäftsbank
nur den
abgehobenen
Betrag sehen
und die
tatsächliche
Verwendung
wäre nicht
nachvollziehbar.
Aber auch
bei
Online-Zahlungen
würde der
digitale
Euro ein
deutlich
höheres
Niveau an
Datenschutz
bieten als
vergleichbare
digitale
Bezahlverfahren.
Flankierung
durch den
Gesetzgeber
Beim
digitalen
Euro handelt
es sich um
ein
bedeutendes
Vorhaben,
das die
Gesellschaft
als Ganzes
bewegt. Ein
solches
Projekt
wäre undenkbar
ohne die
Rahmensetzung
der
Politik bzw. des
europäischen
Gesetzgebers.
Das gibt dem
digitalen
Euro die
notwendige
gesellschaftliche
Legitimation,
um bei
Einführung
von der
Bevölkerung
gut
angenommen
zu werden.
Parallel zu
den Arbeiten
der
Zentralbanken
im
Euroraum sollte der
Legislativprozess
laufen. Die
Europäische
Kommission
veröffentlichte
ihren
Verordnungsvorschlag,
der zurzeit
mit dem
Europäischen
Parlament
und dem Rat
der
Europäischen
Union
abgestimmt
wird. Dieser
Vorschlag
sieht ein
hohes Maß an
Privatsphäre
für
Zahlungen
mit dem
digitalen
Euro vor.
Außerdem
stellt er
sicher, dass
die
Grundfunktionen
für die
Nutzerinnen
und Nutzer
unentgeltlich
wären. Halteobergrenzen
für den
digitalen
Euro in der
Wallet
sollen
verhindern,
dass zu
viele
Bankeinlagen
in
Zentralbankgeld
getauscht
werden.
Die
Veröffentlichung
erfolgte
übrigens im
Rahmen eines
Gesetzgebungspakets
– dem
„Single
Currency
Package“.
Neben den
Vorschlägen
für den
rechtlichen
Rahmen des
digitalen
Euro enthält
das Paket
auch
Vorschläge
über
Euro-Bargeld,
der bislang
einzig
bestehenden
Form von
Zentralbankgeld.
Beide Formen
des
Zentralbankgeldes
– der
digitale
Euro und das
Bargeld
– sollen
künftig
gesetzliche
Zahlungsmittel
im Euroraum
sein. Damit
ist klar:
Der digitale
Euro soll
unser
Bargeld
keinesfalls
ersetzen,
sondern ihm
soll ein
digitales
Gegenstück
zur Seite
gestellt
werden. Bewährtes
und Neues
sollen
nebeneinander
existieren
und sich
sinnvoll
ergänzen!
Auch der
Legislativvorschlag
stärkt die Stellung
des
Bargeldes
und soll
sicherstellen,
dass Bargeld
an der
Ladenkasse
akzeptiert
wird und
verfügbar
bleibt.
Das Bargeld
der Zukunft
Mit der
Stärkung des
Bargelds
reagiert
die EU-Kommission
auf die sich
ändernden
Zahlungsgewohnheiten
in
Deutschland
und vielen
anderen
Ländern des
Euroraums. Seit der
Corona-Pandemie
greifen die
Deutschen
spürbar
seltener zu
Scheinen und
Münzen. Das
deutsche
Geldautomatennetz
ist mit über
50.000
Geräten zwar
immer noch
weitreichend
ausgebaut,
aber die
Dichte war
schon höher.[5]
Für die
Bundesbank
ist die
Wahlfreiheit
beim
Bezahlen
wichtig. Niemandem
sollen
Vorschriften
gemacht
werden,
wie er oder
sie zu
bezahlen
hat, aber es
ist
wichtig,
dass alle,
die lieber
mit Bargeld
bezahlen
dies auch in
Zukunft tun
können.
Sinkt aber
im Zuge des
Rückgangs
der
Bargeldnutzung
die
Verfügbarkeit
oder
Akzeptanz
von Bargeld
im Handel,
dann könnte
genau diese
Wahlfreiheit
in Gefahr
sein.
Grund genug
für die Bundesbank,
sich
grundsätzlich
mit der
zukünftigen
Rolle und
Bedeutung
des
Bargeldes
für die
Gesellschaft
zu
beschäftigen.
Denn als
Notenbank
wird eine
Vorstellung
gebraucht,
in welchem
Umfeld sich
das Bargeld
künftig
bewegen wird
und welche
Herausforderungen
zu erwarten
sind. Dazu
wurde mit
externer
Unterstützung
eine Studie
zum „Bargeld
der Zukunft“
erstellt,
die mit den
Methoden der
Zukunftsforschung
drei
mögliche
Szenarien
zur Nutzung
von Bargeld
in
Deutschland
im Jahr 2037
aufzeigt.
Die
Studienergebnisse
wurden zu
Anfang
dieses
Jahres
veröffentlicht.[6]
Dabei sind
die
erstellten
Szenarien
ausdrücklich
keine
Prognosen,
sondern
lediglich
plausible
und
datengestützte
Zukunftsbilder,
die
unterschiedliche
Entwicklungspfade
aufzeigen.
Sie basieren
auf einer
Vielzahl von
Experten-Interviews,
einer
umfassenden
Literaturrecherche
und einer
repräsentativen
Umfrage der
Bevölkerung.
Wie sehen
die drei
Szenarien im
Einzelnen
aus?
Szenario 1 Das erste
Szenario
„Die
hyperdigitale
Bezahlwelt“
zeichnet das
Bild einer
insgesamt
stark
digitalisierten
Welt, aus
der das
Bargeld
weitgehend
verschwunden
ist.
Bargeld
spielt
allenfalls
noch als
Wertaufbewahrungsmittel
eine
bedeutende
Rolle, nicht
jedoch als
Zahlungsmittel.
Nur noch 15
Prozent der
Transaktionen
erfolgen in
bar. Auch
Zahlungen
zwischen
Privatpersonen
oder an die
öffentliche
Verwaltung
erfolgen in
der Regel
digital.
Die
flächendeckende
Nutzung
digitaler
Lösungen
bedeutet für
die deutsche
Wirtschaft
eine gewisse
Abhängigkeit
und
Verwundbarkeit.
Fallen
digitale
Systeme
zeitweise
aus oder
werden sie
angegriffen,
können
Zahlungen
nicht oder
nur schwer
abgewickelt
werden.
Szenario 2 Das zweite
Szenario
„Die
Bezahlwelt
in der
Bargeld-Renaissance“
geht davon
aus, dass
die Menschen
auch in
Zukunft
Bargeld in
größerem
Umfang
nutzen
werden, wenn
auch etwas
seltener als
heute.
Der Grund
dafür ist,
dass sich
die Menschen
angesichts
des
gestiegenen
Bewusstseins
für
Krisensituationen
(Stichworte:
Corona-Pandemie,
Klimawandel,
Ukraine-Krieg)
und für den
Datenschutz
auf die
Vorteile von
Bargeld
zurückbesinnen.
Die
Renaissance
des
Bargeldes
ist Teil
eines Trends
hin zu
lokalem und
nachhaltigem
Einkaufen.
Das Bezahlen
mit Bargeld
wird zum
Statement
für
Einfachheit,
Ausgabenkontrolle
und
Unabhängigkeit
von externen
Zahlungsdienstleistern.
Die Politik
greift diese
veränderten
Präferenzen
in der
Bevölkerung
auf und
stärkt das
Bargeld,
auch vor dem
Hintergrund
seiner
wichtigen
Rolle in der
Krisenvorsorge.
Szenario 3 Das dritte
Szenario
„Die
verschwindende
hybride
Bezahlwelt“
entwirft die
Vision einer
Welt, in der
es stark von
den
individuellen
Lebensumständen
und
Einstellungen
abhängt, ob
und wie
häufig mit
Bargeld
bezahlt
wird.
Innovationsfreudige
Menschen
nutzen
verstärkt
digitale
Zahlungsmittel.
Menschen mit
traditionellen
Wertvorstellungen
oder Skepsis
gegenüber
digitalen
Bezahllösungen
bleiben
dagegen dem
Bargeld
treu.
Insgesamt
ist
allerdings
ein
deutlicher,
wenn auch
schleichender
Rückgang der
Bargeldnutzung
zu
beobachten,
der durch
ein
sinkendes
Angebot an
Geldautomaten
und eine
rückläufige
Akzeptanz
von Bargeld
im
Einzelhandel
flankiert
und
verstärkt
wird.
Das
schleichende
Verschwinden
des
Bargeldes
wird von der
Bevölkerung
in diesem
Szenario
größtenteils
gleichmütig
hingenommen.
Eine
gesellschaftliche
oder
politische
Bewegung zur
Erhaltung
des
Bargeldes
bildet sich
nicht.
Zunächst
einmal ist
festzuhalten:
Der Erhalt
des
Bargeldes
ist keine
Selbstverständlichkeit!
In zwei der
drei
Szenarien
geht die
Bargeldnutzung
im Vergleich
zu heute
sehr
deutlich
zurück, wenn
auch in
keinem der
Szenarien
ganz auf
null.
Daraus
ergeben sich
wiederum
zwei
Konsequenzen.
Erstens:
Bei einer
deutlich
reduzierten
Verfügbarkeit
von Bargeld
und einer
gleichzeitig
sinkenden
Akzeptanz im
Handel wäre
die
Wahlfreiheit
der
Verbraucherinnen
und
Verbraucher
beim
Bezahlen de
facto
eingeschränkt.
Menschen
haben ganz
unterschiedliche
Bedürfnisse
und das
berechtigte
Interessen
auf Nutzung
unterschiedlicher
Zahlungsmittel.
Einigen
liegt ihre
Privatsphäre
ganz
besonders am
Herzen.
Andere sind
vielleicht
körperlich
oder geistig
eingeschränkt
und daher
bei
digitalen
Zahlungsmitteln
überfordert.
Zweitens:
Zu Beginn
der
Corona-Pandemie
und des
Angriffs
Russlands
auf die
Ukraine
wurde
ersichtlich,
dass die
Menschen
sich in
Krisenzeiten
ins Bargeld
flüchten.
Insbesondere
während der
Pandemie
stieg die
Nachfrage
nach
Banknoten
sprunghaft
an.[7]
Bargeld kann
in solchen
Krisensituationen
insgesamt
stabilisierend
auf die
Volkswirtschaften
wirken. Wenn
digitale
Lösungen
einmal von
einer
Störung oder
einer Krise
betroffen
sind, dann
ist
vorteilhaft,
ein Backup
zu haben und
ganz
klassisch
mit Scheinen
und Münzen
bezahlen zu
können. Auch
diese
stabilisierende
Funktion
wäre bei
einem
weitgehenden
Verschwinden
des
Bargeldes
gefährdet.
Wenn die
Wahlfreiheit
und die
Krisenresistenz
auch in
Zukunft
sichergestellt
werden
sollen,
müssen aktiv
Maßnahmen
ergriffen
werden, um
die Position
des
Bargeldes zu
stärken. Das
ist eine
Aufgabe, die
sich auf
viele
Schultern
verteilt.
Der Politik
kommt dabei
die Rolle
zu, den
rechtlichen
Rahmen zu
setzen. Der
aktuelle
Legislativvorschlag
der EU-Kommission
ist bereits
auf dem
Weg. Die
Bargeldakteure
in der
Wirtschaft,
also in
erster Linie
die Banken,
der Handel
und die
Wertdienstleister,
sind
aufgefordert,
weitere
Schritte zur
Effizienzsteigerung
zu
unternehmen
und weitere
Einsparpotenziale
zu
realisieren.
Natürlich
spielen auch
Notenbanken
im
Eurosystem
eine
zentrale
Rolle. Die
Bundesbank
und das
gesamte
Eurosystem
bekennen
sich klar
zum Bargeld.
In der
Bundesbank
wurde in den
vergangenen
Jahren das
eigene Filialnetz
mit
Investitionen
in
dreistelliger
Millionenhöhe
modernisiert,
geplant sind
weitere
Investitionen.
Im
Eurosystem
wird derzeit
auch an
einer neuen,
dritten
Euro-Banknotenserie
gearbeitet.
Letztlich
haben es
auch die
Verbraucherinnen
und
Verbraucher
in der Hand.
Indem diese
regelmäßig
bar zahlen,
kann das
Bargeld
entscheidend
gestärkt
werden. Denn
wenn das
Bargeld rege
genutzt
wird, muss
sich niemand
um Zugang
und
Akzeptanz
der Währung
Sorgen
machen!
Die Vision
von Burkhard Balz
wäre, dass
in Zukunft
Bargeld und
der digitale
Euro
einander
ergänzen, um
den
vielfältigen
Wünschen der
Bürgerinnen
und Bürger
an Geld
gerecht zu
werden. Nach
diesen
Ansichten
würde eine
zusätzliche
Alternative
im digitalen
Zahlungsverkehr
nicht
zuletzt dazu
beitragen,
die
Leistungsfähigkeit
unserer
Wirtschaft
in einem
starken,
unabhängigen
Europa auch
künftig zu
gewährleisten.
Klar ist:
Die Arbeiten
sind
komplex. Sie
erfordern
Zeit und
Geduld. Es
liegt noch
etwas
Wegstrecke
vor uns.
Aber es ist
unsere
Aufgabe –
sich für die
Zukunft zu
wappnen. Das
heißt sie
aktiv
mitzugestalten.
Denn wie
sagte schon
der
amerikanische
Informatikpionier Alan
Kay: „Die
Zukunft kann
man am
besten
voraussagen,
wenn man sie
gestaltet.“
-
Vgl. https://bamberg-gestalten.de/smart-city,
abgerufen
am 22.
April
2024.
-
Vgl. Kosse,
A.,
Mattei,
I.
(2023),
Making
headway
–
Results
of the
2022 BIS survey
on
central
bank
digital
currencies
and
crypto, BIS Papers
No 136.
-
Vgl. SPACE
(2022):
Study on
the
payment
attitudes
of
consumers
in the
euro
area.
-
Bundesbank
(2022):
Zahlungsverhalten
in
Deutschland.
-
Vgl. Deutsche
Bundesbank
(2023),
Zugang
zu
Bargeld
in
Deutschland:
Auswertungen
zur
räumlichen
Verfügbarkeit
von
Abhebeorten,
Monatsbericht,
Januar
2023.
-
Vgl. Ehrenberg-Silies,
S., M.
Bovenschulte,
K.
Goluchowicz,
M.
Nerger,
J.
Czerniak-Wilmes,
T.
Gensheimer
und S.
Borgstedt
(2024),
Bargeld
der
Zukunft,
Deutsche
Bundesbank.
-
Vgl. Deutsche
Bundesbank
(2024),
Nachfrage
nach
Banknoten
in
Krisen
aus
internationaler
Perspektive,
Monatsbericht,
März
2024.
Meldung:
Deutsche
Bundesbank,
Frankfurt am
Main
|