Teil 9

Soltau Therme 2018 zwischen Highlight und Sanierungsbedarf

Foto (c) Kulturexpress

 
 

 

Kegeldach und Mittelstütze, Blick ins Solebad

 

 

Leicht erhöht in der sonst flachen Umgebung in Soltau steht das Gebäudeensemble. Der Eingang ist nicht zu verfehlen. Das Gelände um das Bad ist geräumig. Die Gebäude zeichnen sich durch unterschiedliche Abstufungen in der Bauhöhe aus. Wandverglasungen laden zur Innenschau ein. Der Blick nach draußen ist frei. Die Soltau Therme ist Anziehungspunkt der gesamten Region und darüber hinaus. Der Service ist darauf ausgerichtet auch von weit her kommende, sprich aus der Umgebung von Hamburg und Hannover einzuladen, um Spa & Wellness und Gastronomieangebot zu nutzen.

Die Gebäudeeinheiten richten sich allesamt am flachen Hauptgebäude der Soltau Therme aus. Um den Zentralbau, ein lang gestreckter Flachbau, sind mehrere Bauten mit Satteldach aus roten Ziegeln angeordnet. Die große Schwimmhalle befindet sich in einem zirkuszeltähnlichen Rundbau. so dass In jede Himmelsrichtung etwas zu erkunden ist. Eingerichtet ist das gesamte Bad für unterschiedlichste Besuchergruppen. Das geht über Senioren mit Anforderungen an die Sorgfalt und zur medizinischen Betreuung bis zu Sportinteressierten und Begeisterten von Spa & Wellness. Das geht mit Tageskarte oder stundenweise während der Mittagspause. Auch die jüngsten und kleinsten unter den Besuchern sind gemeint, die Rutsche und Planschbecken in der so deklarierten "Zauberwelt" im  Bad mit Begleitung Erwachsener erleben wollen. Mit mehreren Hunderttausend Besuchern jährlich gehört die Soltau Therme zu den bekanntesten und meist besuchten Schwimmbädern Norddeutschlands.

Im Vordergrund steht das Solebad, dessen Bauweise auf einer Kegeldach Konstruktion mit Tragarmen aus Holz unter dem Dach beruht. Die Form der Mittelstütze ist nach oben hin verstärkt, wird in der Architektur auch Pilzform genannt. Die sternförmig gegliederten Dachbalken mit Verzweigungen leiten die Last des Daches über die Stützen der Außenwand nach unten ab. Die Hauptlast des Gebäudeteils trägt jedoch die Mittelachse aus Beton.

Durch den Salzeinfluss marodierte Unterzüge zur Befestigung von Geländerstützen aus Metall

Vom Salzfraß betroffene Gebäudestützen 

Von der Salzluft lädierte Abdeckungsschicht auf einer Brüstung mit Handlauf

Die salzhaltige Luft des Solebades verteilt sich in der gesamten Schwimmhalle. Im Wasser der Therme beträgt der Salzgehalt noch bis zu 3,5 Prozent. Das mag gefallen finden und gesundheitlich wirkungsvoll sein. Andere wie die Besucher der Gaststätte im öffentlichen Teil der Therme im OG  haben keine Möglichkeit dem Nebel auszuweichen, der sich überdies in die Ritzen zwischen Mauerwerk und Befestigungsteilen des Gebäudes marodierend festgesetzt hat. Dagegen will die Hausleitung vorgehen und hat bereits Umbaupläne zur Vorlage gebracht. Die räumliche Abtrennung der Schwimmhalle mit Solebad und Gaststätte im OG hinter dem offenen Balkon ist vorgesehen. Eine Pfosten-Riegel Konstruktion mit Glaswand soll die räumliche Trennung ermöglichen. Eltern, die ihre Kinder ins Bad schicken, aber selbst nicht dabei sein wollen, können das Badegeschehen durch die Glaswand weiterhin mitverfolgen. Zur Zeit führt eine lange Treppe mit Eingangschleuse von der Schwimmhalle unten zum Gaststättenraum oben, damit Badegäste die Möglichkeit haben, die Gaststätte mitzubenutzen.

 

 

Öffentlich zugängliches Selbstbedienungsrestaurant im OG, rechts der Balkon mit Blick auf Schwimmhalle und Solebad, ganz llnks ist die gläserne Zwischenwand, die Bereiche räumlich voneinander trennt.

 

Die Selbstbedienung im OG soll baulich modernisiert werden. Der jetzige Zustand hat sich seit den 1990er Jahren nicht verändert. Mobiliar und Service entsprechen nicht mehr einer zeitgemäßen Bewirtschaftung.

Zudem trennt eine Zwischenwand den Außenbereich mit Gaststätte vom Innenbereich mit Aufenthaltsraum. Gäste der Soltau-Therme können die Selbstbedienungsgaststätte deshalb nicht mitbenutzen. Eine Publikumsschleuse, die mit einem neuartigen Chipsystem ausgestattet sein wird, soll dies zukünftig ermöglichen.

Zur Frage einer Finanzierung der umfangreichen Sanierungsarbeiten sagte mir Ronny Dechau, Betriebsleiter der Soltau Therme, am 13. Dezember 2017, die Stadtverwaltung Soltau hat sich bereit erklärt, die Kosten für notwendige Bauarbeiten und zur technischen Erneuerung der Therme zu übernehmen. Zu bedeutend als Anziehungspunkt und Servicezentrale ist die Einrichtung für die Region. Neben Bad und Erholung haben oftmals medizinische Belange das Sagen.

Artikelserie

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Kulturexpress ISSN 1862-1996

vom 30. Januar 2018