Landwirtschaftsmesse Land&Genuss. Natur, Garten und Lebensart

Wie Schweinezucht und Milchkühe moderne Landwirtschaft in der Stadt erlebbarer machen

Foto: © Kulturexpress

Auch in diesem Jahr präsentierte das Forum Moderne Landwirtschaft mit dem „ErlebnisBauernhof mobil" ein Highlight der Ausstellung unter dem Messeturm.

 

Forums-Geschäftsführer Dr. Anton Kraus erklärte: „Besonders in Großstädten fehlt der städtischen Bevölkerung häufig der Kontakt zur Produktion und den Produzenten unserer täglichen Lebensmittel. Hier stehen wir als Kommunikations- und Dialogplattform zur Verfügung und vermitteln Hintergründe und Informationen zur modernen Landwirtschaft und wollen somit verstärkt Verständnis für die Leistungen und Anstrengungen der Branche schaffen."

 

In den Messehallen 1.1 und 1.2 sowie auf dem Außengelände war der Wissenstransfer zum mobilen Bauernhof ein Anziehungspunkt besonders für die jungen Messegäste. Butter schütteln, Getreide mahlen oder verschiedene Obst- und Gemüsesorten mit allen Sinnen erkennen sorgte für Interesse. Mit den Melkkühen zum selber Ausprobieren sowie dem Modellbauernhof mit selbst zu steuernden Spielzeugtraktoren kam die Unterhaltung nicht zu kurz. Ein ErlebnisBauernhof-Quiz entlang der Partnerstände animierte Besucher zum aktiven Beschäftigen mit Fragen rund um die Landwirtschaft.

 

Im Außengelände fand wie im vergangenen Jahr erneut das Schweine Mobil statt. Landwirte redeten über ihre tägliche Arbeit in den Ställen mit ihren Tieren. Sie stehen als authentische Ansprechpartner zur Verfügung und scheuen auch kritische Themen nicht. Der ErlebnisBauernhof stellte den Dialog der Tierhalter mit dem Verbraucher ins Zentrum der Kommunikationsaktivitäten auf der „Land und Genuss 2015". Wehrhaftes Geflügel, wie Hühner und Gänse waren neben Ziegen und Schafen in Gehegen präsent, wobei die Anstrengung für die Tiere bei diesem Menschenandrang schon erheblich gewesen sein mußte. Den Tieren in den Gehegen sei Dank!

 

Der „ErlebnisBauernhof mobil" ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Bauernverbandes, des Vereins Information.medien.agrar (i.m.a) und der Forums Moderne Landwirtschaft unter federführender Koordination des Forums Moderne Landwirtschaft gewesen. Unterstützt wird die Veranstaltungsserie durch die Landwirtschaftliche Rentenbank. Seit 2009 tourt der „ErlebnisBauernhof mobil" durch deutsche Städte.

 

DLG Nachhaltigkeitsbericht 2015

Der DLG Nachhaltigkeitsbericht 2015 enthält zahlreiche Bestandteile, die sorgfältige Umgangsweisen in der Natur ansprechen sollen. Zu den Nachhaltigkeitsindikatoren in der Landwirtschaft zählen Ökolgie wie Ökonomie. Ziel ist auch eine tiergerechte Haltung, denn zur umfassenden Betrachtung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zählt auch die Bewertung bei der Tierhaltung. Aufgrund unterschiedlicher Sachverhalte wurden für Deutschland bisher keine geeignete Möglichkeiten gefunden, um mit den Daten beider Tierhaltung umzugehen. Nachhaltigkeitskriterien in der Tierhaltung sollten im Rahmen der nationalen Berichterstattung entwickelt und erfasst werden.

 

Milchkuh

Die Lebenstagleistung beschreibt die Lebensleistung einer Milchkuh im Verhältnis Kilogramm Milch zu ihrer Lebensdauer. Ging es früher vor allem um eine hohe Milchleistung, so sind jetzt auch Nutzungsdauer, Gesundheit und Fruchtbarkeit von elementarer Bedeutung bei der Bewertung der Milchkuh und in der Rinderzüchtung. Zeil ist eine längere Nutzungsdauer mit einer zeitgleich hohen Milchleistung zu erreichen. Dafür ist in erster Linie das Betriebsmanagement entscheidend. Mit einem hohen Michtagleistng fällt auch die jährliche Erneurung des Viehbestand geringer aus, womit weniger Aufwand für die Nachzucht verbunden ist. Der angestrebte Wert einer Lebenstagleistung liegt bei 15 kg Milch am Tag. Nach Angaben der DLG lagen die Lebenstagleistungen 2012 bei 14,4 kg, 2013 bei 14,9 kg und 2014 bei 14,8 kg Milch am Tag und je Milchkuh.

 

Schweinehaltung   

Eine qualifizierte Aussage zur Schweinhaltung zu treffen, kann nur mit wissenschaftlicher Hilfe getroffen werden. „Lebensleistung der Zuchtsauen“ und „Biologische Kennzahlen der Mast“ geben Auskunft. Die Lebensleistung von Zuchtsauen hängt in erster Linie vom Erstferkelalter und der Nutzungsdauer ab. Langlebige und leistungsstarke Sauen sind in der Lage, über mehrere Jahre eine hohe Anzahl an Würfen im Jahr zu erreichen. In den vergangenen Jahren sind aufgrund eines verbesserten Managements der Bestände und des züchterischen Fortschritts eindeutige Steigerungen festgestellt worden. Auch die durchschnittliche Gewichtszunahme am Tag bei den Mastschweinen ist in den letzten Jahren bei geringerem Futtereinsatz je Kilogramm erzeugtem Fleisch kontinuierlich gestiegen. Die Tierverluste während der Mastperiode konnten reduziert werden und lagen im Jahr 2012 bis 2013 bei 1,8 Prozent nach Angaben der DLG-Spitzenbetriebe in der Schweinehaltung. Diese Verbesserung ist neben genetischer Auswahl in erster Linie auf ein effektives Management und Technikeinsatz bei der bedarfsgerechten Fütterung zurückzuführen.

 

Antibiotikaeinsatz

Die erste Erhebung startete mit Einrichtung einer zentralen Antibiotika-Datenbank und begann 2012. Die Betriebe, die sich dem Kontrollsystem QS (Qualität und Sicherheit GmbH) angeschlossen haben, sind zur Teilnahme verpflichtet. Das Antibiotikamonitoring wird für die Schweine- und Geflügelhaltung durchgeführt. Es ist davon auszugehen, daß in fünf Jahren erste aussagekräftige Ergebnisse zur Verfügung stehen.

 

http://www.erlebnisbauernhof-mobil.de

 

http://www.landundgenuss.de

 

 

Kulturexpress ISSN 1862-1996

vom 01. März 2015