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Im
Deutschen Architekturmuseum läuft eine visionär-utopische
Ausstellung von WOHA mit den Architekten Wong Mun Summ und
Richard Hassell
aus Singapur. Mit "The Met" hat das Architekturbüro eines
seiner visionär-ökologischen Projekte verwirklicht. Von dem über
100 Meter hohen Gebäude in Bangkok wird gesagt, es sei eine zukunftsweisende Architektur im
Hochausbau. Das Grünzeug überwiegt. Die Gebäude verfügen über
ein grünes Kleid, das sich bis in die baulichen Strukturen und
bis in die kleinste Ritze und schmalste Fuge hinein übertragen läßt.
Wie mit
Flüssigkeit aufgefüllte Standzylinder aus Glas in denen das
vegetative System wie eine Masse hin- und herschwappt und Gefahr
läuft gleich überzulaufen. Eine Architektur die pulsiert und
atmet.
Das vegetative System soll
allmählich Oberhand über das gesamte Gebäude gewinnen und dieses
von unten bis oben durchdringen. Einige Jahre wird das dauern
bis das Konzept verwirklicht ist. Die äußerst stabile
Zellstruktur der Baumstammfasern wurde auf die Statik des
Gebäudes übertragen und manifestiert einmal mehr sich an der
Natur zu orientieren. Tiefe durchgehende Hohlräume wurden in
Betonplatten eingefaßt, damit Licht und frische Luft die
Zirkulation anregen.
Für
das Wasserreservoire wurde gesorgt, damit eine Vielfalt an
Pflanzen gleich bewässert und Pflanzenwachstum angeregt wird.
Das geschieht in Thermen, die im Gebäudeinneren verschwinden und
in offenen Wasserbecken, die zum baden einladen und ein
dekoratives Moment in umbauter Landschaft abgeben. Es ist in
Asien eben
der Lotusblüteneffekt, der zum Zuge kommen soll.
Natürlich
wird dafür viel Personal benötigt. Schließlich soll der
häusliche Wohlstand gewahrt bleiben. Die Asiaten bringen sehr
viel Sinn für das kleinteilige mit. Der Gedanke ist, in Städten
wie Singapur und Bangkok wimmelt es nur so von Arbeitssuchenden,
die mit "The Met" eine Lösung ihrer Probleme geboten bekommen,
weil die Instandhaltung sehr aufwendig ist und bewußt so
gehalten wurde. Hier soll ein Ausgleich zwischen arm und reich
geschaffen werden. Die individuelle Note, die geschaffen werden
soll, kann nur durch die Verantwortung jedes einzelnen
Mitarbeiters gewährleistet sein.
WOHA bietet mit "The Met" und
anderen Projekten ein Gesellschaft übergreifendes Konzept der
Zukunft. Und einige Großprojekte mehr wurden schon umgesetzt, weitere
sollen folgen. Davon erzählt die Ausstellung. Großformatige
Plakatwände geben ein Bild von der Idee. Neben hervorragend
arrangierten Architekturmodellen mit viel Grün und menschlichen
Figuren wurden große Farbtafeln an den Außenwänden der
Ausstellung im Parterre des Museums mit Computer-Animationen und
realen Aufnahmen verschiedenster WOHA Projekte bestückt. Das hat
bei der Betrachtung etwas visionäres an sich.

Nahperspektiven, die in das von
Pflanzen umwucherte Geschehen hineinführen, geben Einblick in
das aktuelle Konzept von WOHA. Eine Zeitenwende soll sich
vollziehen, die sich in Architektur und im Städtebau
gleichermaßen wiederfindet. Die asiatischen Länder, womit auch
China gemeint sein soll mit übergroßen Dimensionen, müssen
diesen Schritt der ökologischen Zukunft bewältigen. Das zu hinterfragen, hat sich WOHA zur Aufgabe
gestellt.
Das
Architekturbüro wurde bereits in den 1990er Jahren mit
tropisch-offenen Einfamilienhäusern bekannt. Mittlerweile bauen
sie vorwiegend Hochhäuser oder Großstrukturen. Einen
Mega-Wohnpark in Indien sowie Büro- und Hoteltürme in Singapur,
die als Grünlandschaft in einer neuen vertikalen Dimension
erscheinen. Klimaanlagen sind in den perforierten Bauten nur
noch Zusatzaggregat. Die offene Bauweise sorgt für Kühlung.
Natürliche Belichtung ist Standard. Solarmodule gewinnen Energie
für den Verbrauch im Gebäude. Brauch- und Regenwasser wird
gesammelt und aufbereitet.

Durchlässigkeit für Klima und Natur, Gemeinschaftsbereiche und
vertikale Begrünung werden in einer Einzelausstellung
vorgestellt. 19 Projekte von WOHA, aufgeteilt in vier
Kategorien: Permeable Einfamilienhäuser; offene Schul- und
Gemeinschaftsbauten; poröse Türme; durchlässige Hotels und
Resorts werden etwa auf 500 Quadratmetern mit großformatigen
Fotos und Plänen, Projekttexten, digitalen Bildern und Modellen
präsentiert. Bei der Eröffnungsrede zur Ausstellungseröffnung am
1. Dezember sprach auch die Grünenvertreterin Carolina Romahn,
Leiterin des Kulturamtes im Frankfurter Römer und bekundete ihr
Anliegen am ökologischen Umbau.
WOHAS's
Architektur ist geprägt von den Kulturen Südostasiens und dem
Standort ihres Büros im Stadtstaat Singapur: 130 Kilometer
nördlich des Äquators mit ganzjährig gleichbleibenden
Tagestemperaturen um die 32° C, die nachts auf 23° C fallen, und
heftigem Regen während der Monsunmonate.

Zentrale
Bedeutung der nationalen Identität hat der
öffentliche Wohnungsbau. Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft
Housing and Developement Board (HDB) erstellt mit ihren
Bauprogrammen den Wohnraum für beinahe 85 Prozent der
Bevölkerung als Wohnungseigentum. Hauptanliegen ist es in
Singapur und Bangkok, die
verschiedenen ethnischen Gruppen zu durchmischen.
Neben der
vertikalen Fortbewegung der Aufzüge gibt es ebenso
Bewegungsformen in der Horizontalen. Auf den
übereinander gestapelten waagrechten Ebenen der "Multiple Ground
levels" können die Bewohner flanieren und verweilen, so als ob
ebeneerdige städtische Bereiche mit ihren Plätzen, Parks und
Wegen in der Höhe übereinander multipliziert wurden.
Siehe auch:
Internationaler
Hochhauspreis 2010 an "The Met" von WOHA Architects in Bangkok
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