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Fernand Léger, Le passage à niveau, (Der Bahnübergang),1912,
Öl auf Leinwand, 94 x 81 cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel,
© 2011, ProLitteris, Zürich |
Fernand
Léger im Kontext der Sammlung
Léger (1881-1955) ist mit zwölf Gemälden prominent in der Sammlung
Beyeler vertreten, die die ganze Schaffensbreite umfassen. Schon
früh gingen Werke von Fernand Léger durch die Hände des Galeristen
Ernst Beyeler. Légers eigenständige Position unter den Hauptakteuren
der Klassischen Moderne fasziniert ebenso wie seine Wirkung auf
amerikanische Künstler wie Roy Lichtenstein oder Ellsworth Kelly,
die ebenfalls in der Sammlung vertreten sind. Als frühes und
seltenes Landschaftsbild Légers kommt Le passage à niveau
(Der Bahnübergang,1912) nicht nur im Werk des Künstlers eine
Scharnier-Funktion zu. Es vermittelt auf eindrückliche Weise
zwischen den kubistischen Werken von Pablo Picasso und Georges
Braque, Paul Cézanne und Henri Rousseau.
Le
passage à niveau
im kunstgeschichtlichen Kontext
Bereits
in einer kleinen Gruppe früher Landschaftsbilder, zu der Le
passage à niveau gehört, begegnet uns Fernand Léger als wichtige
künstlerische Position im Schaffen seiner Epoche. Mit den
Impressionisten teilt er das Interesse an der Natur, die nach und
nach von der Zivilisation und Technik vereinnahmt wird. Aber ihre
melodiöse Bildsprache hat er zu diesem Zeitpunkt bereits abgelegt,
seine frühesten Werke zerstört. Näher standen ihm die Futuristen,
die den pulsierenden Rhythmus des modernen Lebens malerisch in
schnelle, bewegte Stakkatos von Linien übersetzten. Unter dem
Eindruck von Cézanne und der kubistischen Werke von Picasso und
Braque entwickelte er seine abstrakte Bildsprache. Im Umfeld der
Pariser Avantgarde fällt er mit einer höchst eigenständigen Position
auf, die sich auch für die Kunstgeschichte als wegweisend erweisen
sollte.
Das
Restaurierungsprojekt Le passage à niveau von Fernand Léger
(1912)
Der Zustand von Fernand Légers Gemälde Le
passage à niveau ist wegen seiner stark krakelierten Malschicht
und komplexen Materialität
als fragil einzustufen. Das Bild wurde
seit der Eröffnung der Fondation Beyeler im Jahre 1997 nie
ausgeliehen, um allfällige Schäden zu vermeiden. Am Anfang der
Restaurierungsarbeiten steht die umfangreiche Untersuchung des
Gemäldes. Sie soll als Bestandesaufnahme die vorrangigen Massnahmen,
die zur Stabilisierung des Werkes führen, erörtern.
Im Rahmen des Projektes wird das Gemälde in
verschiedenen Beleuchtungssituationen untersucht und dokumentiert,
um nützliche Informationen zu erhalten,
die teilweise für das menschliche Auge unsichtbar sind. Dazu gehören
Streiflicht- (betonen die Oberflächenstruktur von Leinwand und
Malschicht), Infrarot- (bringen Unterzeichnungen oder Veränderungen
in der Komposition zum Vorschein), Ultraviolett- (enthüllen spätere
Restaurierungen) und Röntgenaufnahmen (durchleuchten den
Malschichtaufbau). Die mikroskopische Betrachtung sowie die
Erfassung des Erhaltungszustands mittels einer digitalen Kartierung
geben ebenfalls aufschlussreiche Informationen.
Nach
der Grunduntersuchung wird ein geeignetes Restaurierungskonzept
ermittelt, und konservatorische Massnahmen werden durchgeführt.
Durch eine Offenlegung von Légers Maltechnik soll der
Schaffensprozess des Künstlers verstanden und der fragile Zustand
stabilisiert werden, um eine angemessene und anhaltende Präsentation
innerhalb der Sammlung zu gewährleisten. Das mit Unterstützung der
Fondation BNP Paribas Suisse
realisierte Restaurierungsprojekt des Werks
Le passage à niveau läuft bis Sommer 2012. Die Restaurierung
zweier weiterer Werke der Sammlung Beyeler ist vorgesehen. Die
Fondation BNP Paribas Suisse engagiert sie sich seit über 20 Jahren
für die Restaurierung von Kunstwerken in Europa, Asien und den
Vereinigten Staaten mit dem Anliegen aktiv daran mitzuwirken, dass
Museumsbestände erhalten bleiben und so an zukünftige Generationen
weitergegeben werden können. In der Schweiz hat sie bereits über ein
Dutzend
Projekte gefördert, die dem Erhalt bedeutender
Werke von Max Ernst, Mattia Preti, Auguste Rodin, Bram van Velde und
Paolo Veronese galten, sowie aktuell Fernand Légers Passage à
niveau aus der Sammlung Beyeler.
Einzelne Mitarbeiter des Projekts stehen Ihnen gerne für Ihre
Berichterstattung und Interviews sowie Hintergrundinformationen ab
sofort zur Verfügung.
www.fondationbeyeler.ch/sammlung/restaurierung/restaurierung-l-ger
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