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Strahlung
am Zwischenlager Gorleben zu hoch
„Dieser Castortransport
darf nicht nach Gorleben rollen“, sagt Tobias Riedl, Atomexperte
bei Greenpeace. „Der Strahlengrenzwert am Zwischenlager Gorleben
wird in diesem Jahr überschritten. Die niedersächsische
Landesregierung setzt sich hier über Recht und Gesetz hinweg“.
Greenpeace hat vergangene Woche nachgewiesen, dass das
zuständige niedersächsische Umweltministerium erhebliche Fehler
bei der Berechnung der Strahlengrenzwerte gemacht hat. Eine
Analyse der unabhängigen Umweltschutzorganisation ergab für das
Jahr 2011 eine Strahlung oberhalb des Grenzwertes von 0,3
Millisievert pro Jahr. Dies hätte zu einem Einlagerungsstopp für
weiteren hochradioaktiven Atommüll führen müssen. Das
Ministerium ignorierte allerdings diese Berechnungen und gab
bekannt, dass der nächste Castortransport rollen dürfe. Bislang
werden bereits 97 Castoren aus der französischen
Wiederaufarbeitung im Gorlebener Zwischenlager verwahrt, da in
Deutschland kein Endlager für hochradioaktiven Müll existiert.
Mit jedem weiteren
Castor wird Gorlebener Salzstock als Endlagerstandort zementiert
Wenige Meter vom
Zwischenlager entfernt baut die Bundesregierung an einem ihrer
Meinung nach möglichen Endlager im Salzstock Gorleben. „Mit
jedem Castortransport wird der Salzstock Gorleben als
Endlagerstandort zementiert. Das dürfen wir nicht zulassen“, so
Riedl. Gorleben ist aus geologischen Gründen als Endlager
ungeeignet. Für den Salzstock gab es nie ein wissenschaftliches
Auswahlverfahren. Unter dem Salzstock liegt das größte
Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits
Laugenvorkommen. Ein sicherer Einschluss radioaktiver Stoffe
kann nicht gewährleistet werden. Trotzdem halten Atomindustrie
und Politik an diesem Standort fest.
Am 24. November soll nun
der Transport von elf Castorbehältern aus der französischen
Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Wendland
starten. Jeder Castor beinhaltet ein Vielfaches dessen, was an
Radioaktivität bei dem Super-GAU in Fukushima in die Umwelt
gelangt ist. Ab 2014 sollen außerdem weitere Transporte aus der
Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (England) folgen.
www.greenpeace.de
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