Carolina Romahn, bei den Grünen im Frankfurter Römer
und Leiterin des Kulturamtes, erzählte bei der Eröffnungsrede zur
Ausstellung im DAM von ihren Erlebnissen während eines Aufenthaltes
in Island. Von einem Thermalbad, das aus unterirdischen, heißen
Quellen in der erstarrten Lava erwärmt wird. Sehr eindrucksvolle
Bilder brachte sie mit. Auch das architektonische Erlebnis, draußen
in der Natur und gleichzeitig im Thermalbad in menschlicher Umgebung
isländischer Gastfreundschaft aufgehoben zu sein, schilderte sie
eindrucksvoll.
Das Bad, das sie besuchte, gehörte zur Klinik Blaue Lagune in Grindavik. Im warmen Wasserbecken war zu bestimmten
Zeiten ein Bierausschank, wo sich das Publikum regelmäßig zu den
Zeiten versammelte, um in den Genuß des Bieres zu gelangen.
Foto: Maass

Das Schwimmbad liegt unmittelbar an der Küste. Der
blaugrüne Untergrund im lang gestreckten Becken hebt sich schroff von der grauen Umgebung ab. Ich möchte nicht wissen,
wie es dort aussieht, wenn ein Sturm tobt.
Die Architektin Sigridur Sigthorsdottir, hier
auf dem Foto, stellte ihre Geothermalbäder in der Ausstellung vor. Sie
erzählte über die mythologische Bedeutung der Landschaft in der
Umgebung von Hofsós. Zwei Berge an der gegenüberliegenden Küste, von wo aus das
Feuer von einem Berg zum anderen über das Meer hinweg durch einen
mythischen isländischen Helden transportiert und erneut entfacht
wurde.
Die Beschreibung der Anlage, das ästhetische Konzept
der Lagune und die heilende Wirkung des Wassers aus den Quellen,
waren Bestandteil der Ausführungen. Die Bäder helfen, wenn jemand
Hautprobleme hat und dadurch Linderung und Heilung sucht.
Sigridur Sigthorsdottir war an mehreren
Bauprojekten auf Island beteiligt. Sie hat in Stockholm studiert,
ist dann wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt.
Das Wasser der Blauen Lagune hat eine milchige
Färbung, was auf den Mineralien beruht, die eine heilende Wirkung
haben. In der Nähe befindet sich ein Kraftwerk, das die Halbinsel
Reykjanes mit Elektrizität versorgt. Das geothermische Wasser kommt
aus zwei Kilometer Tiefe und erneuert sich alle 40 Stunden, nachdem
es durch ein geschlossenes System in die Blaue Lagune geleitet
wurde. Es gibt acht Pumpen. Das benutzte Wasser wird dann wieder
zurück in den Erdboden gepumpt.
Die Blaue Lagune verfügt über insgesamt 15 Zimmer
für Gäste. Die Saison ist aufgrund des kalten Klimas jedoch sehr
kurz. Es könnte dennoch eine florierende Spa-Tourismusindustrie in
Island geben. Es kommen immer mehr Gäste auch in den Monaten nach
September um auszuspannen vom Stress, Amerikaner wie Europäer.

Auf die Lagune folgte für Architektin Sigthorsdottir
das Projekt Hofsós. Weiteres schließt sich an. Diesmal ist es eine Hotelanlage
in den Bergen in einem der schönsten Täler Norwegens, es heißt Lysefjord.