Ein kleines Handbuch im A5 Format, broschiert
mit 80 Seiten stellt in schmalem Umfang mehrere
Modelltypologien vor, die eine praktische
Anwendung haben. Dabei dürfte der Vorteil darin
liegen, neue Ideen bei der Umsetzung im Modellbau
zu finden. Der eine baut auf diese
Weise, der andere kommt zu einem ähnlichen
Ergebnis, hat aber eine völlig andere
Modellbaupraxis angewendet. Oft haben diese
Vorgänge etwas mit Gewohnheit oder mit
Unkenntnis über notwendige Techniken zu tun. Der
einmal beschrittene Weg, meist in der Schule
angeeignet und zuwege gebracht, ist prägend
geworden und wird nur selten in Frage gestellt.
Insofern lohnt sich ein Blick in das schmale Buch.
Denn hier
werden Schritt für Schritt Technik und
Technikansätze nachvollzogen. Wichtig sind
Vorgänge, um Handwerksgriffe besser zu verstehen. Darstellungsgrundlagen Modellbau aus dem
Birkhäuser Verlag sind deshalb eine unmittelbare Anleitung
und zum Nachbau geeignet. Diese Basics wollen gebündeltes Wissen vermitteln über
Modelltypologien, Materialien,
Werkzeuge und Arbeitstechniken bis
hin zu Präsentationsmodellen.
Insgesamt fünf Kapitel enthält das kleine Werk,
das mit zahlreichen s/w Fotografien anschaulich
bebildert ist. Das erste Kapitel:
Architekturmodell als Darstellungsmedium
greift in einem Satz auf die Anfänge des Modellbaus in der
Renaissance zurück. Das Layout, der Satzspiegel
ist zur besseren Übersicht in mehrere Bereiche
auf einer Seite gegliedert. Zum einen sind Fotos
zu sehen. Diese haben eine durchschnittliche
Größe von 5 x 10 cm und bedecken etwa ein
Drittel bis zur Hälfte einer Seite. Unter den
meisten Abbildungen sind Bildlegenden eingefügt,
so dass eine Zuordnung der Bilder eindeutig ist.
Der Haupttext läßt einen breiten Rand an der
Seite, wo Anmerkungen in Form einer
Fragestellung notiert sind, die sich unmittelbar
auf den zugehörigen Absatz beziehen. Zum
Beispiel steht am Rand die Bemerkung:
Motivation, warum baue ich ein Modell? Die
Antwort darauf steht gleich im nebenstehenden
Haupttext: Natürlich ist ein Modell unbedingt
notwendig, um eine Planungsaufgabe oder
Bauaufgabe erfolgreich zu gestalten.
Es wäre jedoch nicht richtig von einem Schul-
oder Lehrbuch zu sprechen. Didaktisch hält sich
Basics Modellbau fein zurück. Was sicherlich zur
Lehre gedacht ist, eröffnet dem Unkundigen
durchaus einige Geheimnisse, die sonst nur in
der Praxis vermittelt würden. Die Lust am Lesen
und Nachvollziehen vergeht dem Interessierten
bestimmt nicht.
Das zweite Kapitel ist mit Modelltypologien
bezeichnet. Was darunter zu verstehen ist, wird
auf zehn Seiten erklärt, die zudem stark
bebildert sind. Es gibt zum Beispiel
unterschiedliche Fensterdarstellungen in
Modellen, was meistens maßstabsabhängig zu
verstehen ist. Das heißt, je größer der Maßstab
desto mehr Details sind an den Fenstern im Modell integriert. Was zunächst
mit einer viereckigen Öffnung beginnt, erhält
schließlich Fensterbrett, Fensterrahmen und
einen Abstand zur Außen- bzw. Innenwand in der
Modellansicht.
Es gibt Konzeptmodelle die ohne konkreten
Maßstab auskommen gegenüber Städtebau- oder
Landschaftsmodellen im Maßstab 1:500 oder
1:1000. Die nächst größeren Einheiten sind
Architektur- oder Gebäudemodelle in einer
Größenordnung von 1:200 bis 1:50. Schließlich
entstehen Innenausbau oder Detailmodelle bis zu
einem Maßstab 1:1. Wie gesagt, ein kurzer
Abriss wird geliefert und mehr nicht. Das reicht
jedoch aus, um sich mit den erforderlichen
Gegebenheiten im Modellbau einmal
auseinandersetzen zu können.
Kapitel 3 nennt sich Gestaltung und
Konzeption, was auf 5 Seiten erklärt ist und
sich mit Dingen wie Farbe und Material befasst.
Im nächsten Kapitel wird es praktisch.
Ausrüstung - Werkzeuge - Arbeitstechniken
nimmt sich der handwerklichen Fähigkeiten an,
die in jedem Einzelnen stecken.
Plastisches Arbeiten in Modellen erfordert
Kenntnisse im Umgang mit dem Schneidemesser. Der
Cutter ist das Grundwerkzeug, damit Flächen die
später zusammengefügt werden in der richtigen
Größe ausgeschnitten werden. Ein passende
Schneidefläche gehört dazu ebenso wie das passende Schneidelineal vorhanden sein sollte.
Besondere Anwendung finden die Eckverschlüsse an
den Modellen, die auf ganz unterschiedliche
Weise verbunden werden. Je akkurater der Entwurf
desto besser das Ergebnis.
"Darstellungsgrundlagen Modellbau" zeigt sehr
bildhaft wie das Problem der Eckverbindungen
angegangen werden kann. "Stumpf gestoßen",
"überlappend gestoßen" und "auf Gärung gestoßen"
lauten die Fachbegriffe hierzu. Kleben, kneten,
formen und gießen, je nachdem welches Resultat
erzielt werden soll, können eine Arbeitsmethode
sein bei der Herstellung.
Das fünfte Kapitel benennt
Werkstoffe - Materialien, was als Hinweis
gedacht ist, welche Materialien bevorzugt im
Modellbau verwendet werden. Die Auswahl ist gar
nicht so groß, dafür ist Feinarbeit angesagt bei
der Umsetzung. Die richtige Anwendung der
Materialien ist von erheblicher Bedeutung.