Der
lAA-Count-down läuft: Automobilhersteller präsentieren insgesamt 89
Weltpremieren. Gut die Hälfte davon, 45, kommen von deutschen
Konzernmarken. Zulieferer sind mit 94 Weltpremieren dabei, wie
Matthias Wissmann, VDA-Vorsitzender, zum Auftakt der
Internationalen Automobilmesse, IAA, in Frankfurt mitteilte. Die
Zahl habe sich von 55 auf 65 Mill. pro Jahr zugelassener Autos
weltweit erhöht. Das sind Anzeichen für den Aufschwung nach der
Krise, wie Wissmann meinte. Eine qualitative Aussage wird jedoch
nicht erkennbar mit dieser Mengenangabe.
Insgesamt sind
auf der 64. IAA Pkw 1012 Aussteller aus 32 Ländern präsent, in der
letzten Woche kamen noch fünf kleinere Stände hinzu. Damit liegt die
Messe deutlich über der IAA 2009 (781) und hat nahezu das hohe
Niveau der IAA 2007 erreicht, die in einer Phase der Hochkonjunktur
stattfand.
Mit einer Fläche
von 235.000 Quadratmetern wird ein neuer Spitzenwert gesetzt. Bis
heute haben sich knapp 10.000 Journalisten aus über 90 Ländern
akkreditiert, täglich kommen neue Medienvertreter hinzu. Die IAA
gilt als die Automobilmesse mit der größten Medienresonanz weltweit.
Politiker und
Rennfahrer auf der IAA
Auch die Politik ist hochrangig vertreten:
Am Donnerstag, den 15. September wird Bundeskanzlerin Angela
Merkel die IAA feierlich eröffnen..
Aus dem Bundeskabinett kommen zudem Vizekanzler und
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler
sowie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Die
Ministerpräsidenten aus fünf
Bundesländern
haben sich angemeldet, darunter natürlich Volker Bouffier,
der als hessischer
Ministerpräsident traditionell auf der IAA-Eröffnungsfeier sprechen
wird. Ministerpräsident Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) kommt,
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg),
Ministerpräsident David McAllister (Niedersachsen) und
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland).
Auch Petra Roth, Oberbürgermeistern von Frankfurt, wird auf
der IAA-Eröffnungsfeier
sprechen. Die Europäische Union ist durch EU-Kommissar Günther
Oettinger vertreten. Aus Indien reist Industrieminister
Praful Patel an, aus Großbritannien hat
sich Mark Prisk, Minister of
State im britischen Wirtschaftsministerium, angemeldet.
Die IAA ist
traditionell auch ein Treffpunkt für die Piloten der Formel 1. Nach
jetzigem Stand kommen Sebastian Vettel (Red Bull), Michael
Schumacher und Nico Rosberg (beide Mercedes GP) sowie
Adrian Sutil (Force India) zur IAA. Außerdem haben sich
Rennfahrer-Legende Jacky
Ickx, Hans-Joachim Stuck und Walter Röhrl
angemeldet.
Kooperativ mit anderen Messen auf dem Gelände
Die übergreifende Bedeutung der IAA in Frankfurt wird deutlich
daran, daß viele der
Aussteller seit vielen Wochen mit dem Aufbau beschäftigt sind. BMW
fing schon Mitte Mai an, die Halle 11 einzurichten. Das Unternehmen
hat im Vorfeld der IAA eigene Händler- und Vertriebsveranstaltungen
durchgeführt, bei denen der gesamte Messestand einbezogen war, der
zudem Ende August als Sonderschau in die Konsumgütermesse Tendence
integriert wurde. Anfang Juli begann Audi mit dem Aufbau seines
eindrucksvollen Pavillons, der der Agora jetzt ein völlig neues
Gepräge gibt.
Auch hier
wirkt die IAA über ihre eigentliche Dauer hinaus: So schafft der
Pavillon den Raum für eine
Kooperation von Audi mit der Buchmesse, die nach der IAA stattfinden
wird. Dort, wo während der IAA die neuen Modelle zu sehen und zu
„erfahren" sind, wird zur
Buchmesse eine Network-Lounge, ein Pressecenter, eine
Antiquariatsmesse, ein Cafe sowie ein Zentrum für neue Medien
sein. Auch Daimler ist seit Sommer mit dem „Umbau" der Festhalle
beschäftigt.
Die letzte
lAA-Transportkiste verlässt im November das Messegelände. Damit ist
die Automobilindustrie insgesamt also rund ein halbes Jahr hier in
Frankfurt präsent. Insgesamt sind bei den Ausstellern über 15.000
Mitarbeiter mit der Vorbereitung und Durchführung der weltweit
bedeutendsten Automobilmesse beschäftigt.
Offroad-Parcours auf der IAA
Das dient einem
Ziel: Dem interessierten Publikum und den Fachbesuchern die weltweit
spannendsten Neuheiten dieser Industrie in einem faszinierenden
Ambiente anzubieten. Noch nie zuvor gab es eine IAA, auf der so
viele Autos „in Fahrt" zu sehen sind. „IAA in motion" nennt sich
das.
Die
BMW-Fahraktivitäten finden in Halle 11 sowie im
Freigelände F11 statt, wobei im Freigelände vor allem die
Allrad-Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Im Audi-Pavillon auf der
Agora steht den „vier Ringen" eine Rundstrecke von 400 Metern
zur Verfügung. Ford bietet den
Besuchern einen Probeparcours südlich
der Halle 9 an, wobei die IAA-Gäste auch selbst
das Steuer übernehmen dürfen. Neben
der Festhalle (Halle 2) hat Daimler sein Freigelände mit
Fahrmöglichkeiten. Die Marke Jeep hat mit dem Camp Jeep auf
dem Freigelände F12/F13 einen eigenen Offroad-Parcours
eingerichtet.
Der Zulieferer
Valeo zeigt auf dem Freigelände F10 den Einsatz einer
automatischen Einparkhilfe. Südöstlich der Halle 10, auf
dem Freigelände F13, ist der traditionelle
Offroad-Parcours der IAA eingerichtet. Insgesamt stehen 24
Allrad-Fahrzeuge den Besuchern zur Verfügung, darunter Modelle
von Daimler, Hyundai, Opel, Skoda, SsangYong, Suzuki sowie
Volkswagen (Pkw) und Volkswagen Nutzfahrzeuge.
Zahl der zu erwartenden Besucher
Das Ergebnis von 2009 soll überschritten
werden. Damals, in der Krise, wurden 750.000 Besucher erwartet. Es
kamen über
800.000. Das ist die Orientierungsmarke auch für 2011. Die
Messe-Gastronomie ist für
den Besucheransturm gerüstet:
Für
die IAA werden - nach Angaben der Messe Frankfurt
- bis zum 25. September aller Voraussicht nach
über
300.000 Würstchen gebraten, mehr als 15.000
Kilogramm Pommes Frites zubereitet und 150.000 Liter Bier, 85.000
Liter Softdrinks und 160.000 Tassen Kaffee ausgeschenkt.
www.iaa.de